Huxfelder Kinder werden Energie-Inspektoren

Grasberg. Anastasia schließt den Stromkreis. Ein lautes Hupen dröhnt durch das Huxfelder Dorfgemeinschaftshaus. Die Kindergartenkinder des Huxfelder DRK-Kindergartens halten sich die Ohren zu. Rainer Gutermann, Umweltpädagoge der Stiftung "Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien", unterbricht den Stromkreis und erklärt den Vier- bis Fünfjährigen wie Energie aus der Batterie das Geräusch erzeugt. "Wenn ich die Hupe an meinen Bauch halte, dann kribbelt es und es wird ganz warm", erklärt Anastasia. Gemeinsam mit ihren Kindergartenfreunden probiert sie aus, was ein geschlossener Stromkreis kann: Er bringt Autoscheinwerfer zum Leuchten, lässt Puppen sprechen und Carrera-Autos über die Rennbahn fahren. Vreda und ihre Freunde testen unterdessen wie Sonnenenergie über ein kleines Solarmodul ein Windrad in Schwung hält. "Jetzt kommt eine Wolke", bestimmt Vreda und hält ihre Hand vor das Modul bis das Windrädchen stoppt. Fällt Sonnenlicht darauf, dreht sich das Rad wieder. "Praktisch", findet Vreda. Einen Vormittag lang lernen die Vorschulkinder aus Huxfeld wie wertvoll Energie ist.
23.10.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Petra Scheller

Grasberg. Anastasia schließt den Stromkreis. Ein lautes Hupen dröhnt durch das Huxfelder Dorfgemeinschaftshaus. Die Kindergartenkinder des Huxfelder DRK-Kindergartens halten sich die Ohren zu. Rainer Gutermann, Umweltpädagoge der Stiftung "Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien", unterbricht den Stromkreis und erklärt den Vier- bis Fünfjährigen wie Energie aus der Batterie das Geräusch erzeugt. "Wenn ich die Hupe an meinen Bauch halte, dann kribbelt es und es wird ganz warm", erklärt Anastasia. Gemeinsam mit ihren Kindergartenfreunden probiert sie aus, was ein geschlossener Stromkreis kann: Er bringt Autoscheinwerfer zum Leuchten, lässt Puppen sprechen und Carrera-Autos über die Rennbahn fahren. Vreda und ihre Freunde testen unterdessen wie Sonnenenergie über ein kleines Solarmodul ein Windrad in Schwung hält. "Jetzt kommt eine Wolke", bestimmt Vreda und hält ihre Hand vor das Modul bis das Windrädchen stoppt. Fällt Sonnenlicht darauf, dreht sich das Rad wieder. "Praktisch", findet Vreda. Einen Vormittag lang lernen die Vorschulkinder aus Huxfeld wie wertvoll Energie ist.

Umweltpädagoge Gutermann begleitet sie dabei durch den Vormittag und vermittelt in kleinen Gruppen, wie sich Energie erzeugen lässt. Was steckt in einer Batterie? Und was tun, wenn diese verbraucht ist? Kindergartenleiterin Sabine Görg lobt die Initiative der Stiftung. Hintergrund: Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als eineinhalb Milliarden Batterien und Akkus auf den Markt gebracht. Nach einem Gesetzentwurf, der bis zum Jahre 2016 umgesetzt werden muss, sind die Batteriehersteller verpflichtet, 45 Prozent ihrer Produkte wieder zu recyceln. Um diesem Ziel auch künftig nachkommen zu können, setzt man seitens der Industrie auch auf die Sensibilisierung der Jüngsten.

"Zuerst wird ein Puppentheater vorgeführt. Dabei geht es ums Recyceln von Batterien." Auch Dreijährige fühlten sich dabei schon angesprochen, sagt Görg. Anschließend wird in kleinen Gruppen mit Vorschulkindern praktisch geübt. Spielerisch entdecken Kinder wo der Strom herkommt und was in einer Batterie steckt. Zum Abschluss verteilt Rainer Gutermann Urkunden. Damit werden die Kinder zu Energie-Inspektoren ernannt und erhalten die Aufgabe, "auch weiterhin fleißig Batterien zu sammeln." Wertvolle Rohstoffe wie Zink, Eisen oder Mangan, die wiedergewonnen werden können, sollen so zurück ins System geführt werden.

Einige Batterien enthalten auch noch Schwermetalle wie Cadmium, Quecksilber oder Blei, das erklärt der technische Assistent Christian Siebert den Kindern. All diese Stoffe sammelt die Industrie, um sie wiederzuverwerten.

Interessierte Kindergärten können sich an die von der Stiftung beauftragte Agentur "Institut für innovative Bildungskonzepte" in München wenden, um an dem Projekt teilzunehmen. "Wir nutzen regelmäßig solche und ähnliche Angebote, um die Kinder für Umweltthemen zu interessieren", ist Kindergartenleiterin Sabine Görg mit dem Projekt zufrieden.

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