Außenstelle der Integrierten Gesamtschule Lilienthal wird gut angewählt

IGS Grasberg ist Erfolgsmodell

Die Grasberger Außenstelle der Integrierten Gesamtschule Lilienthal wird von den Eltern so gut angewählt, dass sie ihr Soll bereits übererfüllt hat. Sitzenbleiber oder Schulabgänger aus Leistungsschwäche gibt es in der Einrichtung nicht. Fördern heißt deshalb die Devise. Die meisten Schüler bleiben über Mittag in der Schule, integrierte Übungsphasen gehören ebenfalls zum Schulkonzept. Allerdings: Das Land Niedersachsen stockt sein Budget für Nachmittagsunterricht erst 2015 weiter auf. Deshalb muss die Schulleitung sparsam mit dem Etat umgehen.
28.11.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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IGS Grasberg ist Erfolgsmodell
Von Bernhard Komesker
IGS Grasberg ist Erfolgsmodell

Unbeweglich wie diese steinernen Figuren vor dem Grasberger Gebäude der IGS dürfen Lehrer und Schulleitung nicht sein. Das Konzept und die bisherigen Erfolge wurden jetzt dem Kreis-Schulausschuss vorgestellt.

Henning Hasselberg

Die Grasberger Außenstelle der Integrierten Gesamtschule Lilienthal wird von den Eltern so gut angewählt, dass sie ihr Soll bereits übererfüllt hat. Sitzenbleiber oder Schulabgänger aus Leistungsschwäche gibt es in der Einrichtung nicht. Fördern heißt deshalb die Devise. Die meisten Schüler bleiben über Mittag in der Schule, integrierte Übungsphasen gehören ebenfalls zum Schulkonzept. Allerdings: Das Land Niedersachsen stockt sein Budget für Nachmittagsunterricht erst 2015 weiter auf. Deshalb muss die Schulleitung sparsam mit dem Etat umgehen.

Landkreis Osterholz. Genugtuung für die Gesamtschulbefürworter im Ostkreis: Mit 158 Fünftklässlern, verteilt auf sechs Schulklassen, hat die Grasberger Außenstelle der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lilienthal ihr Soll von mehr als 120 Kindern pro Jahrgang jedenfalls zum Schulanfang übererfüllt. Die kommissarische Schulleiterin Karin Kögel-Renken schilderte jetzt im Kreis-Schulausschuss den Aufbau der Ostkreis-IGS, die im September nach jahrelanger Vorberatung in Betrieb gegangen war.

Ziel sei es, über innere und äußere Differenzierung ein Sitzenbleiben oder gar Abschulen auszuschließen. Dadurch bleibt der Klassenverband in der Regel über sechs Jahre hinweg zusammen. In zwei Schulklassen wird mit Schülern und Lehrkräften vom Klosterplatz kooperiert. In den höheren Jahrgängen wolle die Schule dann auch besondere Leistungsgruppen einrichten, sagte Kögel-Renken. Das erste Notenzeugnis sollen die Schüler erst in der achten Klasse erhalten; bis dahin schreiben die Lehrkräfte an der IGS differenzierte Lernentwicklungsberichte.

"Alle Abschlüsse sind möglich. Das bedeutet, wir müssen fördern", stellte die Rektorin fest. Dank integrierter Übungsphasen will die IGS mit möglichst wenig Hausaufgaben auskommen. "Fast alle Schüler bleiben zum Mittagessen; gegessen wird klassenweise in der Mensa", so die Schulleiterin, die vor ihrem Wechsel zur IGS am Gymnasium Ritterhude tätig war.

Offenkundig seien die Eltern sehr an Ganztagsangeboten interessiert, so Kögel-Renken weiter. Der Unterricht verteilt sich dabei über die Vormittage auf je drei 80-Minuten-Blöcke; nachmittags wird am Dienstag und Mittwoch von Lehrkräften unterrichtet, montags und donnerstags gibt es freiwillige Arbeitsgemeinschaften, zumeist von außerschulischen Kräften, freitags ist um 12.10 Uhr Schulschluss. Da das Land das Budget für die Nachmittage erst 2015 weiter aufstocke, obwohl alljährlich neue Fünftklässler hinzukommen, müsse ab kommendem Schuljahr mit den Ressourcen besonders gut gewirtschaftet werden.

Die überwältigende Mehrzahl der Schüler kommt und fährt mit dem Bus. Wie berichtet, sollen die Jahrgänge ab Klasse sieben dann in Lilienthal weiter zur Schule gehen, und zwar in den Räumen der Ganztagsschule Falkenberg. Inzwischen gibt es auch einen eigenen Förderverein sowie einen Internet-Auftritt, der unter www.igs-lilienthal.de unter anderem über Konzept und Leitbild der Schule informiert.

Berufsschullehrer Reinhard Freericks war nach dem Gehörten des Lobes voll: "Hier wurde in kurzer Zeit eine Wahnsinnsarbeit geleistet." Kritisch sehe er die stattliche Klassengröße von jeweils gut 26 Kindern. Leider denke die Landesregierung trotzdem nicht daran, die Teilungsgrenzen unter die 30-Schüler-Marke zu senken.

Während also die Fünfzügigkeit als Minimalgröße zumindest zum Start bequem erreicht wurde, atmet die Kreisverwaltung nun erstmal durch. Dezernentin Heike Schumacher kündigte an, das Gründungskapitel der Ostkreis-IGS schließen zu wollen. Die entsprechende Verwaltungsdrucksache Nummer 239 zur Vorbereitung der politischen Beratungen hatte seit 2008 sage und schreibe 15 Ergänzungen und Überarbeitungen erlebt. Die Landesschulbehörde will denn auch dem Wunsch des Landkreises und Schulträgers folgen, die Grasberger Findorffschule zum nächsten Schuljahr offiziell der Worpsweder Haupt- und Realschule zuzuschlagen.

IGS Grasberg ist Erfolgsmodell

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Zitat:

"Alle Abschlüsse sind

möglich. Das bedeutet,

wir müssen fördern."

Schulleiterin Karin Kögel-Renken

IGS Grasberg ist Erfolgsmodell

Außenstelle der Integrierten Gesamtschule Lilienthal wird gut angewählt

Zitat:

"Hier wurde in kurzer Zeit eine Wahnsinnsarbeit

geleistet."

Berufsschullehrer Reinhard Freericks

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