Kreispolitiker beraten über Anbau

IGS wird besser angenommen als gedacht

Die Integrierte Gesamtschule in Lilienthal und Grasberg wird besser angenommen als gedacht. Im fünften, sechsten und siebten Jahrgang lernen 480 Kinder und Jugendliche. Die Kehrseite: Es wird eng.
03.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Wilke
IGS wird besser angenommen als gedacht

Blick auf den Eingang zur Grasberger Findorffschule. Die Außenstelle der IGS in Lilienthal soll um einen Anbau erweitert werden, um die Raumnot aufzuheben. Das schlägt die Kreisverwaltung vor. Entscheiden müssen die Politiker. Morgen tagt der Schulausschuss im Kreishaus.

Hans-Henning Hasselberg

Dass es so gut laufen würde, hätte Karina Kögel-Renken nicht gedacht. „Die IGS wird besser angenommen als gedacht und prognostiziert“, sagt die Leiterin der Integrierten Gesamtschule. Im fünften, sechsten und siebten Jahrgang lernen 480 Kinder und Jugendliche. Das bedeutet sechs Parallelklassen pro Jahrgang oder noch mehr. Die Kehrseite der Medaille: Es wird eng in den Schulen von Grasberg und Lilienthal. Morgen beraten die Kreispolitiker über einen Anbau in Grasberg.

Mittlerweile hat die IGS in den Jahrgängen fünf bis sieben schon mehr Klassen als das Lilienthaler Gymnasium. Fünf sind es bei beiden Schulen im fünften Jahrgang. Im sechsten Jahrgang bleibt es im Gymnasium bei fünf Parallelklassen – in der Gesamtschule sind es sieben. Im siebten Jahrgang haben die beiden weiterführenden Schulen je sechs Parallelklassen. Für viele Eltern ist die IGS attraktiv, weil sie auch den Weg zum Abitur öffnet. Die Gesamtschüler kommen aus Lilienthal, Grasberg und Worpswede.

Die Gesamtschule hat zwei Standorte: Lilienthal und Grasberg. In Lilienthal werden die älteren Schüler ab Klasse sieben unterrichtet, in Grasberg die Jahrgänge fünf und sechs. Dass es eng werden könnte, ist der Kreisverwaltung seit Jahren bewusst. Geplant hatte der Landkreis die Gesamtschule an drei Standorten: Lilienthal, Grasberg und Worpswede. Darauf war das Konzept ausgerichtet. Doch die damals noch CDU-geführte Landesregierung machte einen Strich durch die Rechnung. Sie ließ nur zwei Standorte zu, der Kreis scheiterte mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht (wir berichteten). Er musste neu planen. Grasbergs Findorffschule wurde zur Außenstelle der neuen IGS.

„Wir hatten die Schüler auf drei Standorte verteilt“, erklärt die Kreisdezernentin Heike Schumacher. „Bei zwei Standorten war klar, dass es irgendwann räumliche Engpässe geben könnte.“ Hätte der Landkreis nicht darauf vorbereitet sein und eher reagieren können? „Wir mussten ja erstmal sehen wie die IGS startet und sich entwickelt“, sagt Schumacher. Wie das Gros der Experten hatte der Kreis mit sinkenden Schülerzahlen gerechnet. Das passierte auch in Teilen des Kreisgebiets, nicht aber in Lilienthal. Das liegt am Zuzug von vielen jungen Familien mit Kindern; der Trend dürfte über Jahre anhalten.

Seitdem es die IGS gibt, sind die Haupt- und Realschulen Auslaufmodelle. In der Lilienthaler Ganztagsschule und im Worpsweder Schulzentrum lernen nur noch die Klassen acht bis zehn, neue Schüler rücken nicht nach. Bald wird die Worpsweder Schule leer sein, nicht aber die Schule in Lilienthal. Dort kommen ständig IGS-Klassen aus Grasberg nach. „Lilienthal platzt bald aus allen Nähten“, erklärt Karina Kögel-Renken, die Schulleiterin der Gesamtschule. „Es verlassen weniger Klassen das Gebäude als neue kommen.“

In diesem Schuljahr geht’s noch. Seit September ist der siebte Jahrgang mit seinen sechs Parallelklassen da. Die Jahrgänge fünf bis sieben der Gesamtschule teilen sich das Schulgebäude an der Straße Auf dem Kamp mit den Klassen acht bis zehn der Haupt- und Realschule. Im nächsten Sommer wird es eng. Dann kommt der siebte Jahrgang aus Grasberg mit sieben Parallelklassen. „Da werden wir alle ein bisschen zusammenrücken müssen“, sagt Karina Kögel-Renken.

Gesamtschule braucht mehr Platz

Ohnehin braucht die Gesamtschule mehr Platz als herkömmliche Schulen. In den Naturwissenschaften muss sie den gymnasialen Anforderungen genügen, das bedeutet größere und aufwendigere Fachräume. Außerdem braucht die IGS mehr Gruppenräume. Schwächere Schüler werden in kleineren Gruppen gefördert, leistungsstärkere in Kursen gefordert.

Die Schulen in Grasberg und Lilienthal sind etwa gleich groß. Doch lässt sich die Ganztagsschule wegen der dichten Bebauung ringsum nach Angaben des Landkreises nicht erweitern. Darum soll die weiterführende Schule in Grasberg bis zum Schuljahresbeginn 2016 / 2017 erweitert werden. Der Plan sieht einen Anbau mit zwei übereinander liegenden Klassen- und Gruppenräumen vor. Teile des Atriums sollen zu einem Freitzeitbereich und einem Jahrgangsteamraum ausgebaut werden. Danach könnten die siebten Jahrgänge der IGS auf Dauer in Grasberg bleiben, in Lilienthal würden dann die Jahrgänge acht bis zehn lernen.

867 000 Euro würde die Erweiterung der Findorffschule in Grasberg kosten. Morgen, am Donnerstag, 4. Dezember, berät der Schulausschuss des Kreistags, ab 14.30 Uhr im Osterholzer Kreishaus über die Erweiterung.

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