Torftag im Kolbecksmoor bot erlebnisreiche Heimatgeschichte / Viel Betrieb am neuen Torfhafen

Im Moor war buchstäblich der Teufel los

Ostersode·Gnarrenburg. Der 14. Torftag im Kolbecksmoor begann mit strahlendem Sonnenschein, erst im Laufe des späten Nachmittags stellten sich Gewitter und Regenschauer ein.
15.07.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von INGRID MAHNKEN
Im Moor war buchstäblich der Teufel los

Viele der Sonntagsausflügler gingen im Rahmen des Torftages mit den Moorkapitänen auf große Fahrt ins tiefste Kolbecksmoor.

Ingrid Mahnken

Der 14. Torftag im Kolbecksmoor begann mit strahlendem Sonnenschein, erst im Laufe des späten Nachmittags stellten sich Gewitter und Regenschauer ein. Doch bis dahin herrschte Hochbetrieb in der Teufelsmoorregion zwischen Ostersode und Gnarrenburg. Die Sonntagsausflügler konnten Natur in ihrer Ursprünglichkeit erleben, die Landschaft erkunden und an zwölf Stationen Kultur und Geschichte studieren. Viele von ihnen reisten mit dem historischen Moorexpress, dem Auto und idealerweise mit dem Fahrrad an.

Eröffnet wurde der Torftag im Dorfgemeinschaftshaus in Ostersode. Bürgermeister Frank Bohling und der Landtagsabgeordnete Axel Miesner zogen den Hut vor dem landkreisübergreifenden Projekt, das vor 14 Jahren auf Initiative von Dr. Wolfgang Konukiewitz und der Arbeitsgemeinschaft Tourismus und Naherholung im Kolbecksmoor ins Leben gerufen wurde. Es gab eine geführte Wanderung, am Dorfgemeinschaftshaus wurde der Ofen im alten Steinbackhaus angeheizt. Bei Kaffee und Butterkuchen wurde Geselligkeit gepflegt. Der NABU aus Worpswede informierte über Alternativen zum Torf in heimischen Gärten.

Einer der Besucher war der 80-jährige „Opa Willi“ aus Plönjeshausen. Er kam mit einem Güldner anno 1951 angetuckert. Freudig begrüßt wurde er von den Güldner Treckerfreunden aus Meinershagen. Nur einen Katzensprung weiter hatte der Johannes Hag, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Führungen durch die hauseigene Gärtnerei, durch die Textil- oder Theaterwerkstatt, Kunsthandwerk, und Kinderspaß waren Programm. Eine Ausstellerin bot ihre Marmeladen und Gelees an, wie zum Beispiel ein „Worpsweder Traum“, bestehend aus Vogelbeeren, Birne Apfel, Zitrone und Zucker. Mit folkloristischer Musik unterhielten Akkordeonspieler André und sein früherer Lehrer das Publikum. Die Textilwerkstatt lud zu einer Mitmachaktion ein. Blumen aus Filz waren der Renner. Josephine Bollmeier, die gerade ein einjähriges Praktikum im Johannes Hag absolviert, war über die Bewohner der Einrichtung des Lobes voll. „Es sind ehrliche, freundliche und offene Menschen, die hier ihren Neigungen entsprechend einen Platz im Leben finden.“

Schwer was los war auch an dem fast fertig gestellten Torfhafen im so genannten Drei-Länder-Eck, an der früheren Zollstation, an die der Gasthof zur Kreuzkuhle noch heute erinnert. Im einstündigen Rhythmus gingen die Torfkahn-Schipper mit ihren Passagieren auf große Fahrt ins tiefste Kolbecksmoor, um sich anschließend beim Kreuzkuhlenwirt Heino Lütjen an einem Schnitzelbuffet, Kaffee und Kuchen oder im Biergarten bei Blasmusik und Gerstensaft zu stärken. „Am 16. August wollen wir an der Hamme-Nacht teilnehmen“, erklärte Hans-Dieter Gehrlein aus Hambergen. Er nutzte den Torftag, um die Lage vorab zu sondieren. Als nächstes Ziel hatte er den Schützenhof Gäbe in Nordsode im Visier. „Dort gibt es die beste Erbsensuppe weit und breit, da kann nicht mal meine Frau mithalten.“

Alte Handwerkszünfte gab es auf dem Dorfmuseum in Kuhstedtermoor zu bewundern. Die Mitglieder des Heimatvereins „De Treidler“ hatten einen Kunstschmied aus Tarmstedt eingeladen, der das glühende Eisen mit Hammer und Amboss in die gewünschte Form brachte. Gleich nebenan fertigte ein Steinmetz vor den Augen der Zuschauer Objekte und Skulpturen aus Sandstein. Der Duft von Buchweizenpfannkuchen oder dem frisch gebackenen Butterkuchen aus dem alten Steinbackofen und die Musik des Cultimo Drehorgelorchesters ließen nostalgische Gefühle aufkommen.

Weitere Informationen zum Torftag im Internet unter www.kolbecksmoor.de.

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