Kreis erwartet planmäßigen Start

Impfzentrum Osterholz-Scharmbeck öffnet am Montag

Das Impfzentrum in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck geht am Montag in Betrieb - unberührt von den jüngsten Lieferengpässen, so der Landkreis. Die Impfungen in den Heimen dauern an, wurden aber neu sortiert.
13.02.2021, 05:50
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Impfzentrum Osterholz-Scharmbeck öffnet am Montag
Von Bernhard Komesker
Impfzentrum Osterholz-Scharmbeck öffnet am Montag

Während das Impfzentrum in der Stadthalle am Montag den Betrieb aufnimmt, dauern die Impfungen in den Heimen an.

Christian Kosak

Tagelange Staus auf der A 2. Nachschubprobleme beim Impfstoff: Droht nun eine verspätete Öffnung des Impfzentrums in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck? Nein, versichert Landkreis-Sprecherin Jana Lindemann. „Die witterungsbedingten Verzögerungen der Impfstofflieferung durch das Land Niedersachsen haben auf den Start des Impfzentrums des Landkreises Osterholz keine Auswirkungen.“ Die ersten Termine könnten dort, wie angekündigt, ab Montag stattfinden.

Landesweit 20 Zentren waren von den neuerlichen Engpässen zu Wochenbeginn betroffen; bis gestern wollte das Land die Probleme behoben haben. Im Osterholzer Kreisgebiet, räumt Lindemann ein, habe es eine Verzögerung bei den Zweitimpfungen gegeben. Termine für Bewohner und Beschäftigte in den Alten- und Pflegeheimen mussten umsortiert werden, damit der Impfschutz nicht leidet. Das sei inzwischen erfolgt, so Lindemann.

Lesen Sie auch

Als kreisweit letzte Einrichtung kam ab Donnerstag auch das Cura-Seniorenzentrum in Lilienthal mit den Erstimpfungen an die Reihe. Die mobilen Teams haben in den 29 Heimen, Stand Freitagmittag, bisher 2375 Erstimpfungen und 1274 Zweitimpfungen vorgenommen. Das Osterholzer Impfangebot richtete sich kreisweit an 1300 Bewohner und 1400 Beschäftigte.

Land plant größere Mengen ein

Unterdessen hat die Landesregierung ihre Impfstrategie geändert, da sie von den Herstellern in den kommenden Wochen größere Mengen an Impfstoff erwartet. Statt 50 Prozent will das Land nun nur noch 33 Prozent der Dosen für die Zweitimpfungen zurückhalten. Lindemann betont auf Nachfrage: „Dies betrifft ausschließlich die Lagerhaltung des Landes Niedersachsen und hat keine Auswirkungen auf den Impfbetrieb im Landkreis Osterholz.“ Die Kreisverwaltung gehe davon aus, dass die notwendigen Lieferungen für die Zweitimpfungen auch bei geringeren Landesreserven stets rechtzeitig und in ausreichender Menge eintreffen.

Zugleich sei im Impfzentrum damit zu rechnen, dass der Betrieb von wöchentlich bis zu 900 Impfungen zum zweiten Quartal noch hochgefahren werden könne. Einstweilen gilt nach den Worten der Landkreis-Sprecherin: „Die Anzahl der Termine kann je nach Verfügbarkeit der Impfstoffe nach unten abweichen oder bei erhöhter Belieferung auch nach oben hin anzupassen sein.“

Lesen Sie auch

Das Impfzentrum des Landkreises Rotenburg im früheren Zevener Krankenhaus nimmt ebenfalls am Montag den Betrieb auf – mit zunächst bis zu 1600 Impfungen täglich. Die Zuteilung der Dosen hängt nach wie vor von der Einwohnerzahl ab, die Terminierung bleibt weiterhin Landessache (Telefon 08 00 / 99 88 66 5 oder www.impfportal-niedersachsen.de). Die Kreise haben darauf keinen Einfluss, wie sie immer wieder betonen. Landesweit standen am Freitag weit mehr als 200.000 Menschen auf der Warteliste. Eine Woche lang wurde parallel jeder dritte neu eingepflegte Termin auch direkt an neue Interessenten vergeben; sie müssen sich ab sofort wieder hinten anstellen.

Noch mit Impfungen in Heimen befasst

Das Cuxhavener Impfzentrum in den Hapag-Hallen ist zwar schon vor acht Tagen in Betrieb gegangen – zunächst aber nur mit 137 Impfdosen, wie der NDR berichtete. Am Mittwoch sei Nachschub gekommen, so die Verwaltung. Obwohl die meisten Kreise aktuell noch mit Impfungen in den Heimen befasst sind, sehen sich alle Verwaltungen bereits mit dem Appell konfrontiert, die mobilen Teams anschließend in entlegene Kreisregionen zu schicken. Im Cuxland bereitet die Verwaltung mit den Kommunen dezentrale Lösungen für die Zeit ab März vor; Einzelheiten sind aber noch nicht heraus. Ähnliches sieht auch die Rotenburger Verwaltung vor, denn die Entfernungen sind auch dort mitunter beträchtlich.

Im Landkreis Osterholz jedoch, dessen Fläche kaum ein Drittel der genannten Nachbarn misst, ist derlei in absehbarer Zeit nicht vorgesehen. Wie die Gemeinde Grasberg aus dem Kreishaus erfuhr, könnte ein Vor-Ort-Angebot in der Tagespflege später mal eine Option sein; doch die Stadthalle Osterholz-Scharmbeck liege ja zentral. „Inwiefern zu einen späteren Zeitpunkt andere Lösungen möglich sind, ist noch offen“, sagt Lindemann. Impfwillige Personen ab dem 80. Lebensjahr sind damit einstweilen auf öffentliche Verkehrsmittel oder auf Verwandte und Bekannte angewiesen, wobei die Kontaktbeschränkungen zurzeit keine Fahrgemeinschaften erlauben.

Lesen Sie auch

Wer aus medizinischen Gründen nicht zum Impfzentrum kommen kann, benötigt eine ärztliche Transportbescheinigung. Versicherte müssen erfragen, ob ihre Kasse die Fahrt finanziert, denn noch haben Bund, Land und Kassen nicht für alle geregelt, wer letztlich für die Kosten aufkommt. Lehnt die Versicherung ab, sind Bescheinigung und Taxiquittung mit Kontonummer im Impfzentrum vorzulegen, so Jana Lindemann. Das Land werde die Auslagen dann zu einem späteren Zeitpunkt erstatten.

Die Nachbarn sind da kulanter: In Cuxhaven rechnet man damit, dass die Taxibetriebe schon bald direkt mit dem Dienstleister abrechnen können, der die Fahrtkosten der Krankentransporte abwickelt. Das Zentrum stellt daher eine Kostenübernahme-Erklärung aus, wenn ein Fahrgast mit ärztlicher Bescheinigung eintrifft. Der Impfling gibt seine Kontodaten an, muss aber nicht selber zahlen. Im Kreis Rotenburg gilt die Terminbestätigung am Impftag als Fahrschein in den Linienbussen (inklusive Begleitperson); zudem pendeln kostenlose Shuttlebusse zwischen Busbahnhof und Impfzentrum.

Der Ablauf im Impfzentrum

Das Impfzentrum in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck besteht aus fünf Stationen. Die Impfwilligen haben sie Stationen der Reihe nach zu durchlaufen; dabei gelten die bekannten Hygiene-Regeln. Über die weiteren Einzelheiten informiert ein Handzettel, der mit dem Info-Brief des Landkreises im Januar an 8300 Adressaten verschickt wurde, die ab Montag mit höchster Priorität geimpft werden können. Der Ablaufplan ist im Internet unter www.landkreis-osterholz.de/corona-impfzentrum ebenso abrufbar wie die unerlässlichen Dokumente, die im Notfall aber auch noch vor Ort ausgefüllt werden können: Aufklärungsmerkblatt, Anamnesebogen und Einwilligungserklärung. In jedem Fall sind die Terminbestätigung des Landes (mit sogenanntem QR-Code) sowie ein Lichtbildausweis mitzubringen und außerdem ein Impfpass, sofern vorhanden.

Lesen Sie auch

Bei der Anmeldung an Station 1 wird die Körpertemperatur gemessen und der Ausweis kontrolliert. Die Kandidaten erhalten eine Wartenummer, deren Farbe sie den weiteren Weg durch die Halle weisen wird. Sind die ausgehändigten Formulare ausgefüllt, erfolgt der Aufruf zum Vorgespräch in einer Kabine von Station 2. Dort erhalten diejenigen, die keinen Impfpass haben, eine Impfbescheinigung über den anstehenden Corona-Piks. Nach einem erneuten Check von Perso, Pass und Formularen folgt in einer Station- 3-Kabine das Impfgespräch mit dem Arzt. Der Mediziner beantwortet Fragen und quittiert zum Schluss die Formulare. Station 4 beherbergt die Kabinen für die Impfung, als Station 5 folgt der Ruhebereich mit einer Betreuung, wo die Impflinge mindestens 15 Minuten verweilen sollen, bevor sie an der Anmeldung die Formulare abgeben und Kopien davon ausgehändigt bekommen.

Die Impfung besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Terminen. Gleich mit dem ersten Termin erhalten die Impfwilligen auch den Termin zur Zweitimpfung (meist zwei bis drei Wochen später); daran wird er Mail oder Post erinnert.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+