Bilder eines Greifvogels

In Gefahr

In einer Ausstellung im Vogelmuseum in Osterholz-Scharmbeck wird über den vom Aussterben bedrohten Schreiadler berichtet.
23.10.2017, 18:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Monika Fricke
In Gefahr

Bildung - Stiftung: Illegale Jagd gefährdet Schreiadler

Z1022 Patrick Pleul

Osterholz-Scharmbeck. Der kleinste in Deutschland brütende Adler, der Schreiadler, ist vom Aussterben bedroht. Nur noch 110 Brutpaare wurden in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg registriert. Die deutsche Wildtier-Stiftung setzt sich mit einem umfassenden Schutzprogramm für die letzten Schreiadler ein.

Norbert Nowka, Vogelobmann des Vereins „Freunde und Förderer der Museumsanlage Osterholz-Scharmbeck“ gelang es, die Ausstellung der Stiftung ins Norddeutsche Vogelmuseum zu holen. Eine umfangreiche Einführung in die Ausstellung mit faszinierenden Fotos der vom Aussterben bedrohten Greifvögel, sprach Andreas Kinser, Fachmann für Jagd und Forstpolitik der deutschen Wildtier-Stiftung. Wegen seiner markanten Schreie erhielt dieser Adler seinen Namen, er wird auch Pommern-Adler genannt.

Neben der umfangreichen Fotodokumentation ist in einer Vitrine ein Schreiadler-Präparat zu sehen, das erst kürzlich vom Präparator der Museumsanlage, Andreas Vollprecht, fertiggestellt wurde. „Früher war der Schreiadler in unseren Breiten vertreten“, berichtete Norbert Nowka. „Ob er hierher zurückkommt, wage ich zu bezweifeln.“

In seinem Referat anlässlich Ausstellungseröffnung berichtete Andreas Kinser, dass vor rund 100 Jahren der Schreiadler in ganz Deutschland anzutreffen war. Heute sei dieser Brutvogel nur noch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu beobachten. Intensive Landbewirtschaftung trug dazu bei. Wildtierfotografen haben seine Brutstätten und Lebensbedingungen in faszinierenden Aufnahmen im Bild festgehalten. „Der Schreiadler benötigt dichte Wälder, blickdichte Bestände, um vor dem Habicht und Seeadler geschützt zu leben. Naturbelassene Wiesenlandschaften würden ihm ebenfalls gut gefallen", erklärte Andreas Kinser.

Der Forst- und Jagdexperte der deutschen Wildtier-Stiftung bezeichnete den Schreiadler als den am „weitesten gereisten“ Zugvogel. Rund 10 000 Kilometer würde er ab September bis ins südliche Afrika zurücklegen. Im März und April kommt er zurück nach Deutschland.

Zum Schutz des Schreiadlers könnten agrarpolitische Entscheidungen der EU in Brüssel beitragen, wie eine extensive Landbewirtschaftung, so Andreas Kinser.

Die Ausstellung „Der Schreiadler im Fokus“ ist noch bis zum 1. April in der Museumsanlage Osterholz-Scharmbeck (Telefon 0 47 91 / 13 105) zu betrachten. Weitere Informationen sind im Internet unter www.museumsanlage-osterholz-scharmbeck.de zu finden.

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