Unterschriftensammlung Initiative für gute Schulen im Kreis Osterholz aktiv

Landkreis Osterholz. Die Initiatoren des Volksbegehrens für gute Schulen sind gespannt. Am Freitag werden aus den Rathäusern die ersten Zahlen nach Hannover übermittelt, die angeben, wieviele gültige Unterstützer-Unterschriften sie bislang offiziell eingesammelt haben. Mit der Aktion soll auch das "Turbo-Abitur" rückgängig gemacht werden.
14.01.2010, 18:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Die Initiatoren des Volksbegehrens für gute Schulen sind gespannt. Am Freitag werden aus den Rathäusern die ersten Zahlen nach Hannover übermittelt, die angeben, wieviele gültige Unterstützer-Unterschriften sie bislang offiziell eingesammelt haben. Seit dem 13. November läuft die landesweite Aktion, die unter anderem zum Ziel hat, das so genannte "Turbo-Abitur" nach zwölf Jahren rückgängig zu machen. Auch im Landkreis Osterholz will eine Initiative dazu beitragen, das Volksbegehren zum Erfolg zu führen. 'Es ist unsere einzige Chance, das Gesetz zu kippen', sagt Karin Hartmanns vom Schulelternrat der Integrierten Gesamtschule in Buschhausen.

Sie und ihre Mitstreiter Anne Deutsch, IGS-Schülersprecher Niklas Sense und Christa Helmken sind zuversichtlich, dass am Ende genügend Bürger unterschreiben werden, um die ab Sommer in Niedersachsen geltenden Vorschriften rückgängig zu machen. Damit das Volksbegehren in einem ersten Schritt überhaupt zugelassen wird, sind landesweit etwa 25 000 Unterschriften nötig. Und damit sich später der Landtag mit dem Gesetzentwurf befasst, der mit dem Volksbegehren eingereicht werden muss, braucht es 608 731 Unterschriften - zehn Prozent der Wahlberechtigten. Um diese Quote zu erreichen, müssten im Landkreis Osterholz etwa 8900 Männer und Frauen das Volksbegehren unterstützen.

Die Osterholzer Unterstützer des Volksbegherens wollen nicht locker lassen und weiter jede Gelegenheit nutzen, Unterschriften zu sammeln - so wie sie es auf dem Weihnachtsmarkt, bei Basaren oder vor dem Möbelhaus Meyerhoff schon getan haben. Unterschriftenlisten haben sie in den vergangenen Wochen an Schulen und in Kindergärten verteilt oder zum Beispiel in Arztpraxen und Geschäften ausgelegt.

Die Reaktionen der Menschen auf das Volksbegehren fiel übrigens höchst unterschiedlich aus: Manche sind gleichgültig, andere verstehen die Aufregung nicht, und manche fürchten, dass sie mit ihrer Unterschrift samt Adresse und Geburtsdatum eine Waschmaschine angedreht oder auf ewig Werbung nach Hause geschickt bekommen. Wer sich auf ein Gespräch einlässt, dem werde schnell klar, dass die Angelegenheit ernst und seriös sei, berichtet Anne Deutsch. Der überwiegende Teil der Angesprochenen reagiere positiv auf die Initiative.

Die Initiatoren des Volksbegehrens verfolgen drei Ziele: Zum einen soll erreicht werden, dass Gymnasien und Gesamtschulen zur Regelschulzeit von 13 Jahren bis zum Abitur zurückkehren. Zudem soll nach Ansicht der Initiatoren die Gründung von Gesamtschulen erleichtert werden. Gerade in ländlichen Regionen könne dem Wunsch der Eltern nach neuen Gesamtschulen nicht entsprochen werden, da Neugründungen nur mit fünf Parallelklassen in einem Jahrgang erlaubt seien - eine Hürde, die auf dem Lande nicht zu überwinden sei. Darüber hinaus soll durch das Volksbegehren erreicht werden, dass die Vollen Halbtagsschulen in Niedersachsen erhalten bleiben und nicht zu verlässlichen Grundschulen heruntergestuft werden.

Informationen zum Volksbegehren gibt es im Internet unter www.volksbegehren-schulen.de. Wer Kontakt mit der Osterholzer Initiative aufnehmen will, kann eine E-Mail an Anne Deutsch (anne.deutsch@web.de) schicken.

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