Christine Krause stellt ihre Biografie über die Worpsweder Malerin Lisel Oppel bei Leuwer vor Interviews mit über 30 Zeitzeugen

Worpswede·Bremen. Was macht eine studierte Kunsthistorikerin und frühere Radio-Bremen-Redakteurin im Ruhestand? Sie schreibt ein Buch, genauer gesagt, eine Biografie über Lisel Oppel. Die Malerin ist am 14. Oktober 1897 in Bremen zur Welt gekommen. 113 Jahre später stellte Christine Krause das Buch jetzt erstmals öffentlich bei Leuwer am Wall in Bremen vor. Die Biografie, 300 Seiten stark und mit vielen Abbildungen versehen, trägt den Titel 'Die Malerin Lisel Oppel - Ein faszinierendes Leben in Worpswede und am Mittelmeer'.
21.10.2010, 05:00
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Von niels kanning

Worpswede·Bremen. Was macht eine studierte Kunsthistorikerin und frühere Radio-Bremen-Redakteurin im Ruhestand? Sie schreibt ein Buch, genauer gesagt, eine Biografie über Lisel Oppel. Die Malerin ist am 14. Oktober 1897 in Bremen zur Welt gekommen. 113 Jahre später stellte Christine Krause das Buch jetzt erstmals öffentlich bei Leuwer am Wall in Bremen vor. Die Biografie, 300 Seiten stark und mit vielen Abbildungen versehen, trägt den Titel 'Die Malerin Lisel Oppel - Ein faszinierendes Leben in Worpswede und am Mittelmeer'.

Lisel Oppel (1897-1960) ist eine Vertreterin der zweiten Künstlergeneration Worpswedes. Ihr Werk wird dem expressiven Realismus zugerechnet. Oppel malte Kinderbilder und Porträts. Und Stillleben, das eine oder andere erinnert an Paula Modersohn-Becker.

Ein unabhängiges Leben

Lisel Oppel führte - inspiriert von der 1907 verstorbenen Malerin - ein unabhängiges Leben als Künstlerin. Sie reiste ans Mittelmeer, nach Italien, Spanien, Marokko und Ägypten, kehrte aber immer wieder nach Worpswede zurück. Als jüngstes Kind des Oberreallehrers Alwin Oppel wuchs Anna Amalie Elisabeth, genannt Lisel, mit bürgerlichem Hintergrund auf. Sie besuchte das Lyzeum, nahm später kunstgewerblichen Unterricht. Das Zeichnen lag ihr, es entstanden erste Karikaturen von Lehrern und Mitschülern. 1919 ließ sich Oppel in der Worpsweder Künstlerkolonie nieder. 1928 kam Lisel Oppel zum ersten Mal an den Golf von Salerno, nach Positano. Diese italienische Stadt war in den 1920er-Jahren ein Anziehungspunkt für Künstler aller Coleur. 1932 siedelte Lisel Oppel auf die Insel Ischia über, wo sie ihren Sohn Claudio zur Welt brachte. Sie starb am 11. Juli 1960 in einem Bremer Krankenhaus. Ihr Grab ist auf dem Worpsweder Friedhof.

Claudio Oppel, inzwischen 78 Jahre alt, pensionierter Gymnasiallehrer mit Wohnsitz in Rotenburg, war es auch, der Christine Krause persönlich motivierte, die Biografie zu schreiben. Auf Lisel Oppel stieß Christine Krause, die 2001 ihre Tätigkeit bei Radio Bremen beendet hatte, durch die Studien ihres Mannes Volker Plagemann. Der Kunstgeschichtsprofessor arbeitet zum Thema 'Künstler reisen nach Italien'. Und dabei stieß Christine Krause auf das Leben und Werk von Lisel Oppel, also der Künstlerin, die Italien liebte und bereiste.

Gemeinsam besuchte das Ehepaar Plagemann-Krause, das im Ostertor lebt, eine Oppel-Ausstellung in der Großen Kunstschau Worpswede. Drei Jahre später, im Dezember 2008, folgte ein weiterer Ausstellungsbesuch in Worpswede. Zuvor hatte Claudio Oppel einen großen Teil des Nachlasses seiner Mutter dem Barkenhoff in Worpswede gestiftet.

Nach einem Zeitungsbericht im KURIER am SONNTAG hat Christine Krause ihren endgültigen Entschluss gefasst. Sie wollte eine Biografie über Lisel Oppel schreiben. Bei Claudio Oppel rannte sie damit offene Türen ein. 'Ich habe ihm einen Brief geschrieben. Und er war begeistert', erinnert sich Christine Krause an die Kontaktaufnahme.

Nach dem ersten Treffen im Januar 2009 ging das alles ganz schnell. Die Buchautorin Christine Krause führte unzählige Gespräche und Interviews mit Claudio Oppel. 'Ich habe mich langsam reingearbeitet in das Leben von Lisel Oppel.' Über 30 Zeitzeugen befragte die Autorin, unter anderem Kinder, die Lisel Oppel Mitte der 1950er-Jahre porträtiert hatte.

Die Biografie, die erst seit dem 28. September auf dem Buchmarkt erhältlich ist, gefällt auch Claudio Oppel. Als Dank will er Christine Krause ein Bild schenken, das seine Mutter in Positano gemalt hat. Es ist das Lieblingsbild von Christine Krause: eine italienische Landschaft.

Das Buch 'Die Malerin Lisel Oppel - Ein faszinierendes Leben in Worpswede und am Mittelmeer' von Christine Krause ist im Kellner-Verlag erschienen. Es kostet 18,90 Euro. Eine weitere Präsentation ist am Sonntag, 24. Oktober, 11.30 Uhr, im Kaffee Worpswede, Lindenallee 1.

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