Neuer Post DHL-Zustellstützpunkt

Investition in die Zukunft

Vom neuen DHL-Zustellstützpunkt Am Langenmoor in Grasberg werden jetzt die Samtgemeinde Tarmstedt, Grasberg und Worpswede mit Briefen und Paketen versorgt.
07.02.2017, 16:25
Lesedauer: 3 Min
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Investition in die Zukunft
Von Undine Zeidler
Investition in die Zukunft

Rund 100 000 Briefe und etwa 6100 Pakete werden pro Woche im neuen Zustellstützpunkt sortiert, in die Transporter der gelben Flotte geladen und an 13 674 Haushalte in Grasberg, Worpswede und der Samtgemeinde Tarmstedt geliefert.

Hans-Henning Hasselberg

Grasberg. Um 7.20 Uhr beginnt für Meike Kück der Dienst. Seit wenigen Wochen an einem neuen Arbeitsplatz. Sie ist eine von 42 Zustellerinnen und Zustellern, die morgens im neuen Deutsche Post DHL-Zustellstützpunkt in der vormaligen Sopora-Halle Am Langenmoor in Grasberg Briefe und Pakete für 13 674 Haushalte in Grasberg, Worpswede und der Samtgemeinde Tarmstedt sortieren und bis zum Dienstschluss um 16.10 Uhr bei ihren Adressaten abgeliefert haben. Dafür steht draußen auf dem Hof die gelbe Flotte bereit. 30 Autos für 25 Zustellbezirke, und in der großen Pakethalle ist der Zustellstützpunkt auf Zuwachs ausgelegt, wenn mit zunehmendem Online-Handel immer mehr Pakete unterwegs sein werden, so Betriebsleiter Michael Kuhn. Er sagt über den neuen Standort: „Ich sehe das als Investition in die Zukunft.“

Rund 500 000 Menschen arbeiten weltweit für die Deutsche Post DHL, in Deutschland sind es 150 000, so die Pressesprecherin Maike Wintjen. Das Unternehmen versteht sich als „Universaldienstleister“ mit 12 000 Filialen im Land und 10 000 Briefkästen. Dass in Grasberg nun mehr Platz für künftige Pakete ist, begründet sie damit: „Die Menschen ändern ihr gesamtes Verhalten, wir vollziehen nur nach, was der Kunde schon gemacht hat.“

Ende vergangenen Jahres waren die Worpsweder Zusteller als erste in die knapp 800 Quadratmeter große Halle eingezogen, bis Mitte Januar folgten die Zusteller für Grasberg und Worpswede. Nun stellten Michael Kuhn und seine Kollegen den Zustellstützpunkt im Beisein von Bürgermeisterin Marion Schorfmann für Grasberg, Rolf Struckmeyer für die Samtgemeinde Tarmstedt sowie Jochen Semken für Worpswede bei einem Pressetermin der Öffentlichkeit vor.

318 Quadratkilometer ist die Fläche groß, die Meike Kück und ihre fahrenden Kollegen täglich mit Post versorgen. Kück sagt: „Ich springe jeden Tag auf eine andere Tour.“ Sie empfinde den neuen Arbeitsplatz als noch etwas ungewohnt, sagt sie, während sie Briefe für diesen Tag steckt, so heißt das Vorsortieren der Standardpost in ein Regal mit vielen Fächern. Später werden die Zusteller alle gemeinsam vor einem anderen Regal mit weitaus größeren Fächern „Langholz“ einsortieren. So heißen im Postjargon die kleinen Päckchen, Zeitungen und Kompakt- oder Großbriefe, die das Standardformat überschreiten, erklärt Deutsche Post DHL-Pressesprecherin Maike Wintjen. Jedes Fach steht in diesem Regal für eine Tour.

Andere Zusteller sind noch nebenan in der Pakethalle und scannen jedes Päckchen ein, bevor sie es auf einen Rollwagen laden und zu ihrem jeweiligen gelben Transporter schieben. Die 25 Zustellbezirke, die von Grasberg aus mit rund 100 000 Briefen pro Woche und etwa 6100 Paketen versorgt werden, sind sogenannte Verbundbezirke, sagt Michael Kuhn. Das heißt, jeder Zusteller liefert von der Postkarte bis zum Paket.

Trotz so vieler Zuschauer an diesem Morgen geht ihnen ihre Arbeit flink von der Hand. Ihr Tagespensum ist nicht ohne. In Grasberg bringen es die Männer und Frauen pro Tour auf 30 bis 40 Kilometer. Wer in Worpswede und Tarmstedt die Briefkästen ansteuert, sitzt bis zu 90 Kilometer pro Tour im Auto, so Michael Kuhn. Marion Schorfmann zollt ihnen mehrfach Respekt, dass sie Tag für Tag bei jedem Wetter ihren Dienst tun für etwas, das alle Menschen als selbstverständlich nehmen: täglich die Post im Briefkasten vorzufinden.

„Wenn ein Mietverhältnis endet, muss man neue Wege beschreiten“, begründet Betriebsleiter Kuhn den neuen zentralen Zustellstützpunkt. In diesem Falle endete die Miete für die Worpsweder Verteilstelle seitens des Vermieters. Die Deutsche Post DHL fand und mietete in Grasberg das geeignete Domizil. Das bietet viel Platz und reichlich Parkplätze vor der Tür und, so Kuhn, zehn Jahre Planungssicherheit. Zugleich ist die vormals in der Halle ansässige Firma Sopora in eine etwas kleinere Halle nach nebenan gezogen.

In Grasberg wurden nun die Mitarbeiter der drei Standorte Worpswede, Grasberg und Tarmstedt zusammengefasst, erklärt Michael Kuhn den Gästen und Bürgermeisterin Marion Schorfmann wirbt noch ein wenig mehr für den Ort, der zentral gelegen und dank des Kreisels ohne Ampelwartezeiten zu durchfahren sei. Sie freut sich, dass der neue Post-DHL-Standort nach Grasberg gezogen ist.

Die bisherige Verteilstelle an der Wilstedter Straße in Tarmstedt steht derzeit noch leer. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte der Eigentümer, dass die weitere Nutzung noch nicht spruchreif sei. Für die Samtgemeinde sagt Rolf Struckmeyer, sie verliere die Verteilung in Tarmstedt zugunsten einer zentraleren Form. Er hoffe, dass der Blick auf den Einzelkunden dabei nicht verloren gehe. „Die ältere Bevölkerung braucht den persönlichen Kontakt.“

Daran wird sich nichts ändern, wenn es nach der stellvertretenden Niederlassungsleiterin Briefpost Bremen, Petra Bartholomäus, geht. Sie spricht zwar von einem ausgeklügelten technischen Netz der Post, das es auch brauche. Denn: „Was am Vortag eingeliefert wird, soll am nächsten Tag ausgeliefert werden.“ Aber trotz aller Technik bleibe es eine körperbetonte Arbeit und: „Es braucht Menschen, spätestens wenn es an die Haustür geht“.

„Ich sehe das als Investition in die Zukunft." Michael Kuhn, Betriebsleiter
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