Nachruf

Sportler, Kunstfreund, Betriebswirt

Karl-Heinz Marg, Vorsitzender der Osterholzer Sparkasse von 1980 bis 2001, ist nach längerer Krankheit am Montag verstorben. Er wurde 83 Jahre alt.
08.09.2021, 19:00
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Von Bernhard Komesker
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Karl-Heinz Marg auf einem Archivbild aus dem Jahr 2012.

Christian Valek

Osterholz-Scharmbeck. Karl-Heinz Marg ist tot. Der ehemalige Sparkassenchef verstarb am Montag nach längerer Krankheit. Vor gut vier Jahren hatte sich Marg aus dem öffentlichen Leben in Stadt und Landkreis zurückgezogen, das er über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mit geprägt hatte. Er wurde 83 Jahre alt und hinterlässt Frau, Tochter und einen Enkel.

Karl-Heinz Marg wurde am 20. Mai 1938 in Schlawe geboren, dem heutigen S?awno/Westpommern. Als Sechsjähriger flüchtete er mit seinen Eltern nach Stade. Bei der dortigen Stadtsparkasse begann Marg 1955 seine Ausbildung; er brachte es zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und Sparkassendirektor. Parallel hatte Marg in Stade sein betriebswirtschaftliches Studium mit Diplom abgeschlossen. Am 1. September 1976 wechselte er zur Kreissparkasse Osterholz, wo er als Vorstandsvize einstieg und Anfang 1980 an die Spitze aufrückte. 21 Jahre lang führte er als Vorstandsvorsitzender das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut.

Kunst, Kultur und Sport

Mit dem Ruhestand 2001 wechselte Marg ins Kuratorium der von ihm mit begründeten Kulturstiftung Landkreis Osterholz, wo er bis 2017 tätig war - nicht zuletzt auch als Fundraiser und Strippenzieher. Schon zu Sparkassenzeiten hatte er sich um den Erhalt der Großen Kunstschau in Worpswede gekümmert und die sparkasseneigene Kunstsammlung aufgebaut. Die Leichtathletik, vor allem das Kugelstoßen, war für ihn dabei mehr als nur Ausgleichssport. 2004 stellte er in der Altersklasse M65 seinen ersten Weltrekord im Kugelstoßen auf, dem weitere Titel und Rekorde folgen sollten.

Gerd Schmidt, sein ehemaliger Trainer bei der Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten, beschreibt den Sportler Marg als ehrgeizig, willensstark und sehr strukturiert. "Diese Eigenschaften passten bei ihm wohl auch mit dem Beruflichen ganz gut zusammen." Trotz seiner knappen Freizeit habe Marg das Training nie schleifen lassen, sei mit ganzem Herzen dabei gewesen. Schmidt trainierte vor allem die Wurftechnik, denn an Kraft habe es dem groß gewachsenen Sportler nicht gemangelt. Schmidt: "Den Wettkampf liebte er ebenso wie die Kollegialität unter Sportlern."

Charme und Fairness

Der frühere Oberkreisdirektor Hans-Dieter von Friedrichs sagt, er sei tief betroffen über den Tod seines langjährigen Weggefährten. Marg habe die Sparkasse "sehr erfolgreich auf Modernisierungskurs gebracht"; für Sparkassenvorstand und auch Stiftungskuratorium sei er "ganz wesentlich auch ein PR-Mann" gewesen, dem es an Charme nicht gefehlt habe: zugewandt und gewinnend, selbstbewusst und geradlinig, so beschreibt der Kreisstädter den Verstorbenen. "Eine beeindruckende Erscheinung", sagt von Friedrichs, der das auch im übertragenen Sinne verstanden wissen will.

Ulrich Messerschmidt, der 2000 in den Vorstand der mittlerweile mit Rotenburg fusionierten Sparkasse aufgerückt war, erinnert sich an Marg als einen echten Gentleman. "Er war in erster Linie ein Mensch, und so ist er auch auf andere zugegangen: freundlich und fair, im Beruf und auch außerhalb." Neben den zahlreichen beruflichen, sportlichen und kulturellen Meriten erinnert Messerschmidt daran, dass Marg auch Motor und Entwickler wegweisender Projekte wie des Gewerbeparks A 27 gewesen sei.

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