Historischer Moorhof in Augustendorf öffnet seine Türen und erlaubt vergnüglichen Ausflug in die Vergangenheit Kartoffelschnaps und Polka

Auch der historische Moorhof in Augustendorf hatte zum Tag des offenen Denkmals geöffnet. Die Besucherzahlen übertrafen die Erwartungen.
17.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von INGRID MAHNKEN

Auch der historische Moorhof in Augustendorf hatte zum Tag des offenen Denkmals geöffnet. Die Besucherzahlen übertrafen die Erwartungen.

Zum Tag des offenen Denkmals hatte der historische Moorhof in Augustendorf zu seinem traditionellen Backtag eingeladen. Allen Befürchtungen zum Trotz schien statt dem angedrohten Regen die Sonne über der musealen Anlage. Und so konnte die Trachtentanzgruppe aus Heeslingen die „Börd Heeßler Danzer“ im Polkaschritt ihren „Danz op de Deel“ vor der herrlichen Kulisse des alten Rauchhauses unter freiem Himmel vorführen.

Bei der Sternpolka oder dem Windmüller, Tänze, die zu Großmutters Zeiten angesagt waren, flogen die bunten Bänder der Hauben und die Röcke der Frauen im Wind. Gleich nebenan hatte Holger Borchers aus Selsingen eine alte Schnapsbrennerei aufgebaut. Seine Spezialität ist der Kartoffelschnaps. Und den konnten die Besucher vor Ort probieren. e 90 Prozent Alkohol aus dem ersten Brand waren eine echte Herausforderung für Gaumen und Magen. Da hieß es Luft anhalten und beherzt runterschlucken. Aber es gab auch diverse verfeinerte Schnäpse die probiert werden durften.

Carsten Henning aus Ritterhude ließ sich den Kolbenwhiskey, ein Bourbon aus Maiskolben, genüsslich auf der Zunge zergehen. Gattin Sabine begeisterte sich für den Hühnertanz, ein selbst gebrannter Eierlikör. Geschmeckt hat ihnen aber auch der ofenwarme Butterkuchen aus dem alten Steinbackofen. Auch nicht widerstehen konnten sie an der Brottheke, wo Antje Bayer frisch gebackene Moorkruste Huvenhooper Vollkornbrot, und Buchweizenbrot verkaufte.

Naturtrüben Birnen- und Apfelsaft entlockte Klaus Schomaker aus Augustendorf der altertümlichen Obstmühle samt Mostpresse. 150 Kilogramm Äpfel und Birnen, von der Streuobstwiese der musealen Anlage verarbeitete er unter den aufmerksamen Blicken der Besucher zu Most. Sein j Gehilfe, der siebenjährige Florian, konnte am späten Nachmittag vorkünden, dass die Flaschen langsam zur Neige gingen.

Forelle frisch aus dem Buchenrauch waren das Erfolgsrezept von Peter und Karin Bluhm aus Glinstedt. Lange vor Schluss der Veranstaltung konnten sie mangels Ware ihre Zelte abbrechen. Kartoffeln, Gemüse, Stachelbeeren, alles aus eigenem Anbau sowie Honig vom Imker und Eier vom Bauern, ließen bei Gerhard und Annette Still aus Forstort-Anfang die Kasse klingeln. Rezeptideen gab‘s gratis dazu.

Im Inneren des Rauchhauses wurden die Heimatfreunde nicht müde, die Geschichte der ersten Mooranbauern, die unter ärmlichsten Lebensbedingungen ihr Dasein fristeten, zu erzählen. Gleich neben dem früheren Flett, eine offene Feuerstelle im Rauchhaus, ließ Annette Lippert aus Augustendorf die Garnschiffchen an einem Webstuhl hin und her sausen. Das weckte bei Christine Wadephul aus Platjenwerbe alte Erinnerungen. Es war ein Kindheitstraum von ihr, einmal Weberin zu werden.

Allgemeiner Treffpunkt der Gastlichkeit waren die aufgebauten Sitzgelegenheiten unter alten Eichen. Den Butterkuchen aus dem Steinbackofen ließ sich kaum einer der vielen Besucher entgehen. Und so war die Bilanz des Tages eine höchst erfreuliche. „Unsere Erwartungen wurden wieder einmal bei weitem übertroffen“, äußerte sich der zweite Vorsitzende des Heimatvereins, Hinrich Dammann zufrieden.

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