Schulausschuss im Landkreis Osterholz

Keine Suche nach Alternative zum IGS-Konzept

Landkreis Osterholz. Der Arbeitsauftrag an Landrat Jörg Mielke ist ausgeblieben. Der Chef der Osterholzer Kreisverwaltung wird vorerst keine offizielle Alternative zu dem favorisierten Schulkonzept einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Ostkreis entwickeln.
26.08.2010, 17:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Der Arbeitsauftrag an Landrat Jörg Mielke ist ausgeblieben. Der Chef der Osterholzer Kreisverwaltung wird vorerst keine offizielle Alternative zu dem favorisierten Schulkonzept einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Ostkreis mit Standorten in Lilienthal, Grasberg und Worpswede entwickeln. Die SPD und Grünen im Schulausschuss haben dies mit ihrer Mehrheit abgelehnt. Selbst offizielle Gespräche mit den Beteiligten über einen möglichen 'Plan B' soll es nach ihrem Willen nicht geben.

Wie berichtet, hatte die CDU-Fraktion auf eine Sondersitzung des Schulausschusses zu diesem Thema gedrängt. Die Christdemokraten sehen es als nötig an, sich rechtzeitig für den Fall zu rüsten, dass der Landkreis mit seiner Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen das Nein der Landesschulbehörde zum angedachten Schulkonzept scheitert. CDU-Mann Werner Grobbau unterstrich während der gut zweistündigen Debatte im Ausschuss die Haltung seiner Fraktion.

Er bezog sich unter anderem auf die Ratsbeschlüsse aus Grasberg und Worpswede, die sich bekanntlich dafür aussprechen, dass eine Gesamtschule in Worpswede und Grasberg gegründet werden soll, falls aus dem 'Plan A' - der IGS Ost mit drei Standorten - nichts werden sollte.

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Christdemokraten, weil sie befürchten, den Eltern und Schülern in den Gemeinden ansonsten zum kommenden Schuljahr keine umsetzbare Lösung präsentieren zu können. 'Die Schulstandorte in Grasberg und Worpswede sind stark gefährdet. Die Ratsbeschlüsse sind als Aufruf zu verstehen, endlich tätig zu werden', sagte Grobbau in der Ausschuss-Sitzung.

SPD: Nicht nervös werden

Für die SPD und die Grünen kommt der Vorstoß der CDU zur 'Unzeit', wie es der Grünen-Abgeordnete Jürgen Backhaus formulierte: Damit werde das Signal verschickt, dass man im Landkreis auch mit weniger als der favorisierten Lösung zufrieden sei. 'Bange machen gilt nicht', hielt er dem CDU-Kreistagskollegen Grobbau entgegen. Man müsse den Klageweg durchhalten, auch wenn dies vielleicht weh tue. 'Ihr Vorstoß heißt nichts anderes, als dass man sich von einem Schulstandort verabschiedet', kritisierte er die CDU.

Genauso sah man dies in den Reihen der SPD: Man solle zum jetzigen Zeitpunkt nicht nervös werden und das Urteil des Verwaltungsgerichts abwarten, meinte der SPD-Kreistagsabgeordnete Gerhard Witte. Eine offizielle Debatte über eine Alternative wäre aus seiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht produktiv. Wenig erfreut zeigte sich auch Heidi Kupsch (FDP), die den Vorschlag aus Grasberg und Worpswede so deutete, dass zwei Gemeinden das gemeinsame Boot verlassen wollen. 'Das ist kein guter Stil. Sie betreiben Standortpolitik für Worpswede und Grasberg', warf sie der CDU vor.

Björn Hermann (SPD) plädierte ebenfalls dafür, die Sache jetzt bis zur Entscheidung des Gerichts durchzustehen - das sei man den Beteiligten und den Eltern schuldig. Sinn mache es auch, mit der Suche nach Alternativen abzuwarten, weil innerhalb der Landesregierung Bewegung in das Thema gekommen sei. Ohne zu wissen, was dabei herauskommt und wie das Gerichtsurteil ausfällt, sei es nicht gerade zielführend, sich zum jetzigen Zeitpunkt auf die Suche nach Alternativen zu begeben.

Heinz Warnken (CDU) machte deutlich, dass die SPD und Grünen dafür verantwortlich seien, wenn man zum kommenden Schuljahr keine Lösung parat habe, mit der man starten könne. Von einem Abrücken von der gemeinsamen Linie könne keine Rede sein, doch man könne die Angelegenheit zum Leidwesen der Schüler und Eltern auch nicht aussitzen.

Nach den Vorstellungen der CDU sollte Landrat Mielke nicht nur beauftragt werden, eine alternative Schulplanung in Abstimmung mit allen Beteiligten zu entwickeln. Sie wollte per Beschluss das Ziel für den Landkreis festschreiben, die Schulstandorte in Grasberg und Worpswede zu erhalten.

Auch in Lilienthal sei neben dem Gymnasium eine weitere Sekundarstufe I-Schule in den Planungen vorzusehen, lautete der Zusatz, den die CDU formulierte.

Mit den anderen Fraktionen im Schulausschuss war das nicht zu machen: Vier Ja-Stimmen standen am Ende neun Nein-Stimmen gegenüber.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+