Im Kreishaus laufen die Vorbereitungen auf den Zensus 2011 / Erhebungsstelle sucht freiwillige Interviewer "Kleine Volkszählung" in den Startlöchern

Landkreis Osterholz. Welcher Religionsgesellschaft gehören Sie an? Haben Sie einen beruflichen Ausbildungs- oder Hochschulabschluss? Welchen Beruf üben Sie aus? Solche und viele weitere Fragen müssen ab dem 9. Mai insgesamt 15101 Männer, Frauen und Kinder aus über 4000 Haushalten im Landkreis Osterholz beantworten. Sie gehören zum Kreis derer, die für die Teilnahme am Zensus 2011 ausgewählt werden - "der kleinen Volkszählung", wie Landrat Dr. Jörg Mielke die Erhebung nennt.
22.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Welcher Religionsgesellschaft gehören Sie an? Haben Sie einen beruflichen Ausbildungs- oder Hochschulabschluss? Welchen Beruf üben Sie aus? Solche und viele weitere Fragen müssen ab dem 9. Mai insgesamt 15101 Männer, Frauen und Kinder aus über 4000 Haushalten im Landkreis Osterholz beantworten. Sie gehören zum Kreis derer, die für die Teilnahme am Zensus 2011 ausgewählt werden - "der kleinen Volkszählung", wie Landrat Dr. Jörg Mielke die Erhebung nennt.

Mit dem Zensus 2011 steht nach über 20 Jahren wieder eine landesweite Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung auf dem Programm. Die daraus gewonnenen Daten werden in den Folgejahren die statistische Basis für alle staatlichen und kommunalen Planungen darstellen. Dass die bisherigen Zahlen nicht mehr zuverlässig sind, bekam der Landkreis Osterholz jüngst zu spüren, als es zum Beispiel um die Einführung des neuen Müllgebührensystems ging. Wie sich herausstellte, war der Landkreis bei seiner Kalkulation davon ausgegangen, dass etwa 3500 Personen weniger als angenommen die Müllabfuhr in Anspruch nehmen. Die Daten kamen aus den Einwohnermeldeämtern der Rathäuser.

Beim Zensus werden vor allem alle bereits vorhandenen Register unter der Beachtung des Datenschutzes systematisch ausgewertet. Doch um die Qualität dieser Ergebnisse zu sichern und Daten zu gewinnen, für die in Deutschland keine Register vorhanden sind, erfolgen ergänzende Befragungen. Die zur Auskunft Verpflichteten werden nach einem Zufallsprinzip für die Stichprobe ausgewählt. Zehn Prozent der Bevölkerung werden davon betroffen sein und durch ihre Angaben die amtlichen Daten abrunden. "Der Fragebogen für die Haushalte enthält etwa 50 Fragen zum Familienstand, Beruf oder der Staatsangehörigkeit. Fragen zum Einkommen werden nicht gestellt", erklärt Monika Buck, die die Erhebungsstelle im Kreishaus leitet. Die Kreisverwaltung organisiert die Haushaltsbefragungen im Rahmen des Zensus 2011 für die kreisangehörigen Gemeinden und auch die Stadt Osterholz-Scharmbeck.

170 Interviewer im Einsatz

Zu den aktuellen Aufgaben von Monika Buck gehört die Auswahl der "Erhebungsbeauftragten", also der Frauen und Männer, die vom 9. Mai bis zum 31. Juli 2011 die Interviews vor Ort führen werden. "Wir benötigen rund 170 Freiwillige", berichtet sie. Bislang haben sich knapp 30 Männer und Frauen gemeldet. "Wir haben also noch Bedarf", sagt Buck.

Erhebungsbeauftragte müssen mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig und verschwiegen sein und in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen leben. Selbstverständlich darf auch kein Straf- oder Ermittlungsverfahren anhängig sein. Ausgeschlossen ist die Aufgabe für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sensiblen Bereichen des Verwaltungsvollzugs (zum Beispiel in Ordnungs- oder Einwohnermeldeämtern, im Steuer- oder Sozialamt). Auch Personen, bei denen aufgrund ihres eigentlichen Berufes oder anderer Tätigkeiten Interessenkollisionen zu befürchten sind, bleibt das Amt des Erhebungsbeauftragten verwehrt. "Wir werden da ein genaues Auge drauf haben", versichert Landrat Dr. Jörg Mielke. Das gelte auch in Bezug auf die Ankündigung der NPD, dass deren Mitglieder sich verstärkt um die Interviewer-Posten bemühen wollen.

Interessenten, die als Interviewer tätig sein möchten, werden für ihre Aufgabe geschult. Insbesondere die einschlägigen Datenschutzbestimmungen spielen hier eine wichtige Rolle. Die Erhebungsbeauftragten müssen sich schriftlich verpflichten, die bekannt gewordenen Daten nicht für andere Zwecke zu nutzen. Pro ausgefülltem Erhebungsbogen wird eine Aufwandsentschädigung von 7,50 Euro an den Interviewer gezahlt. Fahrtkosten und alle weiteren Auslagen müssen daraus bestritten werden. Wer Interesse an dem Job hat, kann sich mit Monika Buck unter Telefon 04791/930551 in Verbindung setzen.

Zur Beantwortung des Fragebogens stehen neben dem Interview durch den Erhebungsbeauftragten auch die Möglichkeiten des Online-Ausfüllens und der Übersendung des Bogens per Post zur Auswahl. "Beantwortet werden muss der Bogen aber auf jeden Fall", stellt Monika Buck klar. Jeder Bürger sei zur Angabe der Daten verpflichtet - lediglich die Antwort auf die Frage der Religionszugehörigkeit stehe frei. Wer sich weigert, dem droht im schlimmsten Fall ein Bußgeld von 5000 Euro.

Informationen zum Zensus gibt es im Internet unter www.zensus2011.de. In den Rathäusern und im Kreishaus liegen Broschüren aus.

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