Glasfaser-Ausbau als Top-Thema Gigabit-Messe ist zurück in der Osterholzer Stadthalle

Beim Breitband-Marktplatz in Osterholz-Scharmbeck war der Glasfaser-Ausbau das Thema des Tages. Bei der elften Messe dieser Art ging es darum, was die Wirtschaft leisten kann und wo die Politik helfen sollte.
22.09.2022, 17:38
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Gigabit-Messe ist zurück in der Osterholzer Stadthalle
Von Bernhard Komesker

Landkreis Osterholz. Der Glasfaserausbau in Niedersachsen und der Region kommt voran. Landauf, landab wird gebuddelt. Wie das schnelle Internet am besten in die Fläche kommt und woran es hapert, darum ging es am Donnerstag beim kommunalen Breitband-Marktplatz in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck. Mehr als 50 Aussteller aus fünf Ländern und gut 300 Fachbesucher nutzten die ganztägige Messe, um Geschäfte anzubahnen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Über neue Trends und Technologien bei Dienstleistungen und Produkten wurde ebenso gesprochen wie über Fachkräftemangel und Lieferkettenprobleme.

"Wir sind ausgebucht", strahlte Gastgeber Peer Beyersdorff bei der Begrüßung. Der Geschäftsführer des Breitbandkompetenzzentrums Niedersachsen Bremen freute sich, die Ausstellung wieder in Präsenz ausrichten zu können. Während sich der erwartete Vertreter aus dem Hause der Bremer Wirtschaftssenatorin wegen eines positiven Corona-Tests vom Vorabend entschuldigen ließ, musste Niedersachsens Staatssekretär Stefan Muhle aus einem Grund passen, der an Vor-Pandemie-Zeiten denken ließ: Der Eröffnungsredner aus Hannover stehe auf der Autobahn im Stau, hieß es zum Messe-Start.

Möglichst ohne Zuschüsse

So blieb es Beyersdorff und dem Osterholzer Baudezernenten Dominik Vinbruck vorbehalten, den elften Breitband-Marktplatz zu eröffnen, der zunehmend den Charakter eines Glasfaser-Marktplatzes habe, wie Vinbruck bemerkte. In Vertretung von Landrat Bernd Lütjen, der in dieser Woche den Osterholzer Partnerlandkreis im polnischen Kwidzyn besucht, erklärte Vinbruck, die Kreise und Kommunen erwarteten von den Telekommunikationsdienstleistern einen eigenwirtschaftlichen Glasfaser-Ausbau, der ohne staatliche Zuschüsse auskommt. "Die öffentliche Hand ist in den dünn besiedelten Bereichen gefragt, wo es ohne Förderung nicht funktioniert", unterstrich Vinbruck.

Beyersdorff zufolge sind die Anbieter seit ein, zwei Jahren vermehrt auch mit dem Anschluss kleinerer Orte befasst. Einen zusätzlichen Schub dürfte ab kommendem Jahr die "Graue-Flecken-Förderung" bringen, denn dann werden auch Zuschüsse für Gebiete erlaubt sein, in denen bisher allenfalls mit 30 oder 50 Megabit pro Sekunde gesurft werden kann. Die politische Agenda sei zurzeit geprägt von Energiekrise und Ukraine-Krieg, sagte Beyersdorff. Zu wenig beachtet werde, wie sehr die Digitalisierung auch zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes beitragen könne.

Bagger, Bilder und Budgets

Damit waren die beherrschenden Tagesthemen für die Kommunalvertreter und Markt-Akteure gesetzt. Die Branche erwartete ambitioniertere Anschlussziele vom Bund, hieß es. Zudem vermissten die niedersächsischen Landkreise die Kofinanzierung bei der Ausbauförderung im Landeshaushalt 2023/24. Während im Konferenzraum zahlreichen Fachvorträge gehalten wurden, bei denen auch das Mobilfunk-Thema eine Rolle spielte, zeigten draußen einige Tiefbaufirmen Maschinen und Geräte, mit denen die Gigabit-Leitungen in die Erde gebracht werden.

Unter den Ausstellern befanden sich nicht nur große und kleinere Telekommunikationsfirmen, sondern auch Planungsbüros und Finanzdienstleister. Die Glasfaser-Abteilung des Gas-Großhändlers Wingas war ebenso vertreten wie Nischenanbieter, die sich darum kümmern, die Kunststoffrohre mit den Lichtwellenleitern gegen Feuchtigkeit abzudichten. Wer mochte, konnte sich ein paar Schritte weiter einmal selbst im Spleißen von Glasfasern versuchen.

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