Arien im Amtsgarten Konzertgenuss unter freiem Himmel

Mit Wein, Wolldecke und wetterfester Kleidung strömten nicht nur Lilienthaler, sondern auch viele andere Gäste in Richtung Amtsgarten. Sie wollten das Klassik-Open-Air-Konzert hören.
06.08.2017, 18:31
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine von der Decken

Mit Wein, Wolldecke und wetterfester Kleidung strömten nicht nur Lilienthaler, sondern auch viele aus dem Umland angereiste Gäste in Richtung Amtsgarten. Denn zum siebten Mal in der Geschichte des Amtsgartenvereins veranstaltete der ein Klassik-Open-Air-Konzert auf der parkähnlichen Grünfläche hinter der Klosterkirche.

Typische Stücke für ein Konzert unter freiem Himmel, heiter, ein bisschen Operette, ein bisschen Verdi, das war auch in diesem Jahr wieder das gelungene Rezept des Ensembles Musica Viva für das Amtsgartenkonzert. Unter der musikalischen Leitung von Nicolas Hrudnik ließen insgesamt 140 Musiker, Solisten und Chorsänger die „Sterne der Musik“ im Amtsgarten erklingen. Mit Iris Kupke (Sopran), Stefanie Schaefer (Mezzosopran), Tenor Daniel Kim und Bariton Thomas Laske traten Solisten großer Opernhäuser in Lilienthal auf.

Als ein Programm, das allen Spaß macht, beschrieb Bertram Regenbrecht, Mitglied des Chores Musica Viva, die Auswahl der Opern- und Operettenarien durch Nicolas Hrudnik. „Es ist die leichte Muse, aber die ist schwer zu singen und zu spielen“, verriet Regenbrecht. Gerade diese leichte Muse aber war es auch in diesem Jahr wieder, die die Besucher in ihren Bann zog. Gespannte Erwartung, freudiges Begrüßen altbekannter und beliebter Melodien und genussvolles Zuhören charakterisierten das Konzert unter dem Blätterdach der großen Bäume des Amtsgarten.

„Wir freuen uns immer sehr auf dieses Projekt“, sagte Konzertmeister Ildiko Bors. Denn das Ambiente des Amtsgartenkonzerts habe etwas ganz Besonderes. Und obwohl im Amtsgarten doppelt so viele Konzertbesucher den Melodien lauschen wie in der Bremer Glocke, sei das Gefühl für das Ensemble ähnlich dem eines großen Saals. Als Solisten hatte sich das Ensemble Musica Viva mit Stefanie Schaefer, Iris Kupke, Thomas Laske und Daniel Kim altbekannte Gäste eingeladen. „Wir schätzen und mögen sie sehr“, sagte Ildiko Bors.

Mönche und Ordensschwester empfingen die Konzertbesucher im Amtsgarten und halfen bei der Suche nach den Plätzen. Heiko Kaum war vor zwei Jahren schon einmal in die von der Freilichtbühne Lilienthal ausgeliehene Mönchskutte geschlüpft. „Stehen und Smalltalk machen, das kann ich. Die richtige Figur und Frisur habe ich auch“, sagte er voller Vorfreude auf die Veranstaltung.

Sämtliche Parkplätze rund um den Amtsgarten waren belegt, in großen Reisebussen waren Fans des Ensembles Musica Viva von weither angereist. Zu denen gehörte der Landfrauenverein Winsen/Luhe, der mit 48 Landfrauen die Veranstaltung besuchte. Sie waren im Jahr 2005 zum ersten Mal der Einladung von Peter Schwalbe gefolgt, dem Organisator der Klassikkonzerte unter freiem Himmel. Seitdem halten sie Ensemble und Konzerten die Treue und wurden bereits als „Dauergäste“ von Nicolas Hrudnik besonders begrüßt. Auch diesmal bereiteten sie sich nicht nur genussvolle Stunden im Amtsgarten. Sie hatten den Konzertbesuch mit einem gemeinsamen Mittagessen im Borgfelder Landhaus eingeläutet.

Schon um drei Uhr nachmittags nahmen die ersten Konzertbesucher voller Vorfreude auf den musikalischen Genuss ihre Plätze ein. Noch kurz vor Konzertbeginn beriet das Team des Amtsgartenvereins über die Verteilung von Regencapes. Und dann kam doch alles ganz anders. „Es geht einem das Herz bei dem schönen Wetter auf“, sagte Manfred Lütjen, erster Vorsitzender des Amtsgartenvereins. Mehr als 4400 Karten verkaufte der Verein in diesem Jahr für zwei Konzerte. Seit 2005 gab es eine kontinuierliche Steigerung im Kartenverkauf, denn das Programm mit Melodien aus dem Traumland von Oper und Operette fand immer mehr Freunde. Beide Konzerte waren bis auf den letzten Platz bereits seit Mai ausgebucht, berichtete voller Freude Peter Schwalbe. „Das hatten wir noch nie.“

Als „Himmelschön“ beschrieb Nicolas Hrudnik die musikalischen Liebeserklärungen. Seine informative, weil kurzweilige und auf das Wesentliche gerafften Zusammenfassungen, mit denen er immer wieder aus dem Traumland auf den Boden der Tatsachen holte, begeisterten die Konzertbesucher.

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