Osterholzer Klinik mit 91.000 Euro Gewinn

Kreiskrankenhaus schreibt unerwartet schwarze Zahlen

Landkreis Osterholz. Erfreuliches hatte Krankenhauschef Klaus Vagt am Dienstag den Mitgliedern des Krankenhaus-Ausschusses zu berichten: Das Osterholzer Kreiskrankenhaus hat das Jahr 2009 wider Erwarten mit einem Gewinn abgeschlossen: Die Bücher weisen ein Plus von 91.000 Euro aus.
23.06.2010, 06:00
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Von Lutz Rode
Kreiskrankenhaus schreibt unerwartet schwarze Zahlen

Der Eingangsbereich des Kreiskrankenhauses Osterholz.

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Landkreis Osterholz. Erfreuliches hatte Krankenhauschef Klaus Vagt am Dienstag den Mitgliedern des Krankenhaus-Ausschusses zu berichten: Das Osterholzer Kreiskrankenhaus hat das Jahr 2009 wider Erwarten mit einem Gewinn abgeschlossen: Die Bücher weisen ein Plus von 91.000 Euro aus. Bei den Planungen für 2009 hatten die Verantwortlichen noch mit einem Minus von mehr als 418.000 Euro gerechnet.

Dass das Jahr aus wirtschaftlicher Sicht besser lief als erwartet, lag unter anderem an dem geringeren Personalaufwand und den höheren Erlösen aus Krankenhaus- und Wahlleistungen. Das Kreiskrankenhaus profitierte davon, dass die Phase der Anpassung auf landesweit einheitliche Preise für die Krankenhausleistungen um ein Jahr verlängert wurde. Auch nahmen die Patienten mehr Dienstleistungen wie Fernseher, Telefon oder Extras wie die Unterbringung in Zwei-Bett-Zimmern in Anspruch, für die sie aus eigener Tasche bezahlen mussten.

Für Entspannung sorgte ferner das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz, das nach massiven Protesten der Krankenhäuser gegen die Deckelung ihrer Budgets auf den Weg gebracht wurde. Das Gesetz führte dazu, dass die vereinbarten Tariferhöhungen für die Beschäftigten nur zur Hälfte von den Krankenhäusern getragen werden mussten. Als das Kreiskrankenhaus seinen Wirtschaftsplan für 2009 erstellte, war diese Entwicklung noch nicht abzusehen.

Wie aus dem Jahresbericht weiter hervorgeht, sind die Fallzahlen am Osterholzer Kreiskrankenhaus im Jahr 2009 leicht gestiegen, zugleich sank die Verweildauer der Patienten. 5847 Fälle wurden in Osterholz-Scharmbeck stationär behandelt - 86 mehr als im Jahr davor. Durchschnittlich blieb ein Patient 6,76 Tage im Krankenhaus - vor zehn Jahren waren es noch neun Tage. Erneut mehr Patienten haben sich 2009 am Kreiskrankenhaus ambulant behandeln: 1026 ambulante Eingriffe wurden gezählt - ein Plus von 45 Operationen gegenüber dem Vorjahr.

Diese Entwicklung am Kreiskrankenhaus geht in die gesundheitspolitisch gewünschte Richtung, kommt aber auch machem Patienten zugute, für den die ambulante Behandlung die bessere Alternative darstellt. Laut Krankenhauschef Klaus Vagt werden die ambulanten Operationen nicht mehr in so großen Sprüngen wie bisher zunehmen: 'Die Entwicklung ebbt allmählich ab. Gestoppt sein wird sie aber noch nicht', sagt Vagt.

Erfreut zeigte sich Vagt über die Zahl der Geburten, die mit 435 auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Bemerkenswert sei dies insofern, als die Geburtenzahlen generell rückläufig seien. Auch im neuen Jahr sei die Entbindungsstation gut ausgelastet: Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres seien 22 Prozent mehr Kinder dort zur Welt gekommen. Die Kreistagspolitiker im Krankenhausausschuss waren angetan vom postiven Bericht für 2009.

Ausschuss-Vorsitzender Michael Rolf-Pissarczyk bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern des Kreiskrankenhauses für deren Arbeit: 'Sie sorgen dafür, dass das Krankenhaus eine gute Ausstrahlung nach außen hat'. sagte der CDU-Mann. Auch Heiner Grotheer (SPD) zeigte sich 'sehr zufrieden' mit dem Ergebnis für das Jahr 2009. 'Das Krankenhaus hat sich sehr positiv entwickelt', so Grotheer. Er hakte nach, inwiefern sich die Residenz-Klinik in Lilienthal, die das dortige Hospital übernommen hat, auf das Kreiskrankenhaus auswirke.

Laut Vagt beeinflusst die neue Trägerschaft die Arbeit am Kreiskrankenhaus nicht. 'Patientenströmungen' in die eine oder andere Richtung gebe es nicht. Über eine Kooperation mit den Lilienthalern wird derzeit nicht nachgedacht. 'Ich habe den Eindruck, dass die Betreiber mit dem Lilienthaler Hospital auf eigenen Beinen stehen wollen', so Vagt.

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