Sandbostel

Kriegsgefangene auf fast jedem Hof

Sandbostel. Zu einem Vortrag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel lädt deren Leiter Andreas Ehresmann für Dienstag, 16. Mai, ein.
13.05.2017, 00:00
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Von Johannes Heeg

Sandbostel. Zu einem Vortrag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel lädt deren Leiter Andreas Ehresmann für Dienstag, 16. Mai, ein. Im Seminarraum (Greftstraße 3) spricht er ab 19 Uhr über den „Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen – Organisation und Praxis am Beispiel des Stalag X B.“ Der Eintritt ist frei.

Der Arbeitseinsatz von Millionen von Kriegsgefangenen sei ein zentraler Bestandteil der deutschen Kriegswirtschaft gewesen. Die polnischen, belgischen, französischen, serbischen und sowjetischen Kriegsgefangenen und die italienischen Militärinternierten seien in sämtlichen Wirtschaftszweigen eingesetzt worden und in allen Teilen der deutschen Kriegsgesellschaft präsent gewesen. Die Verwaltung des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel verwaltete bis zu 804 Kommandos zeitgleich, in denen Kriegsgefangene im gesamten Elbe-Weser-Dreieck zu Arbeiten eingesetzt waren. Bisher sind insgesamt über 1100 Kommandos bekannt. Im April 1942 waren über 83 Prozent der Kriegsgefangenen des Stalag X B in Arbeitskommandos eingesetzt, das entsprach zu diesem Zeitpunkt über 28 000 Gefangenen. Der weitaus größte Teil von ihnen war in der Landwirtschaft eingesetzt.

Auf nahezu jedem Hof im Elbe-Weser-Dreieck mussten Kriegsgefangene arbeiten und ersetzten die in die Wehrmacht eingezogenen deutschen Arbeitskräfte. Ehresmann untersucht in dem Vortrag die komplexe Organisation des Kriegsgefangenenarbeitseinsatzes und die Bedingungen nach den zivilen und militärischen Vorgaben.

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