Ulrike Adam überzeugt mit Magnolien-Aufnahme die Jury des europäischen Garten-Foto-Wettbewerbs

Künstlerin mit Kamera

Pennigbüttel. Ulrike Adam hat einen Blick für Details, für Kompositionen, für Licht. Das ist weder eine bloße Behauptung noch eine Vermutung oder persönliche Meinung der Redaktion.
27.04.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Künstlerin mit Kamera
Von Brigitte Lange
Künstlerin mit Kamera

Mit diesem Foto einer Magnolie im frühen Gegenlicht, aufgenommen im Rhododendronpark Bremen, stach Ulrike Adam alle Mitbewerber aus.

Ulrike Adam

Pennigbüttel. Ulrike Adam hat einen Blick für Details, für Kompositionen, für Licht. Das ist weder eine bloße Behauptung noch eine Vermutung oder persönliche Meinung der Redaktion. Tatsächlich ist die Pennigbüttelerin gerade für ihre künstlerische Arbeit als Fotografin ausgezeichnet worden. Auf Schloss Dennenlohe in Mittelfranken kürte die Jury des europäischen „Garden Photography Award“ Ulrike Adam nun zur Gewinnerin des Jahres 2017. Mit der Aufnahme einer Magnolie im frühen Gegenlicht stach sie alle Mitbewerber aus.

„Ich kam zum Glück als erste auf die Bühne“, berichtet Adam von der Preisverleihung. Sie sei so aufgeregt gewesen; danach habe sie die Feierlichkeiten viel entspannter genießen können. 100 bis 150 Gäste, schätzt sie, waren gekommen. Unter ihnen nicht nur Fotografen, sondern auch Autoren, Verleger, Redakteure und Fernsehmoderatoren. Denn neben den besten europäischen Garten-Fotos wurden auch die schönsten Garten-Bücher sowie andere Präsentationsformen von Gärten und Pflanzen prämiert.

Trotz der großen Schar an Gästen sei es den Organisatoren gelungen, der Feier einen familiären Touch zu geben. Toll sei es gewesen. Besonders beeindruckt habe sie der Garten des Schlosses, durch den sie vom Schlossherren persönlich geführt wurden. „Ich werde ganz sicher noch mal zum Fotografieren nach Dennenlohe in Unterschwaningen fahren“, schwelgt sie in den frischen Erinnerungen.

Gartenarbeit, malen, fotografieren – das sind Adams Leidenschaften. Mit ihnen finde sie Ruhe und Entspannung. Dabei könne sie den Berufsalltag hinter sich lassen. „Seit 30 Jahren arbeite ich als Heim- und Erziehungspflegerin in Lilienthal“, erklärt sie. Komme sie nach Hause, stürze sie sich für ein bis zwei Stunden in die Gartenarbeit. Dort könne sie alles um sich herum vergessen. Die Liebe zu Pflanzen habe ihr ihre Großmutter mitgegeben. Bei ihr habe sie als Kind viel Zeit verbracht, habe ihr in ihrem Bauerngarten geholfen und den Garten nicht nur als einen Ort zum Toben erlebt.

Dabei verfiel sie dem Zauber der Natur. „Schon als Kind habe ich gemalt“, erinnert sich die heute 48-Jährige. Im Garten habe sie gesessen und Blumen auf Papier gebannt. Heute greift sie dafür zu ihrer Digital-Kamera. Seit sie sich die vor fünf Jahren gegönnt hat, ist der Apparat zu ihrem kreativen Werkzeug geworden. „Fotografiert habe ich schon früher“, erzählt sie. Als Jugendliche habe sie sogar eine Ausbildung zur Fotografin begonnen. „Aber die Auftragsarbeiten, die Passbilder, das Verkaufen im Laden - das war nicht meins.“ Danach kam die Kamera nur im Urlaub zum Einsatz. Bis zur besagten Digital-Kamera. Neben Aufnahmen von Landschaften wie etwa vom Teufelsmoor oder auch der stattlichen Magnolie aus dem Rhododendron-Park in Bremen wählt sie gern Blüten als Motive. Auch deshalb ist der Frühling ihre liebste Jahreszeit. „Ich habe ein sehr gutes Makro-Objektiv“, bemerkt Ulrike Adam. Die Blüten, die sie damit fotografiert, haben in der Aufnahme ein scharf gestochenes Zentrum umgeben von einem weich gezeichneten Umfeld. Ihre Landschaften werden wiederum von Licht und Strukturen bestimmt.

Fast sofort kamen ihre Aufnahmen bei ihren Freunden und Bekannten gut an. Die Resonanz aus den sozialen Medien sei toll gewesen, sagt Adam. Die Künstlerin begann Foto-Kalender mit Blütenmotiven zu publizieren. „30 Kalender habe ich inzwischen gemacht.“ Als nächstes folgte die erste Teilnahme am Kew-Garden-Wettbewerb zum „International Garden Photographer of the Year“. Direkt bei der ersten Bewerbung wurde sie in der Kategorie „New Shoots“ als neues Talent ausgezeichnet. Ein Jahr später, 2016, erhielt sie das Prädikat „Highly commended“ in der Kategorie „Monochrome“ mit einer Aufnahme des Teufelsmoores. Und nun der erste Preis in der Kategorie „European Garden Photography Award“.

Unter Erfolgsdruck lasse sie sich aber nicht setzen. Auch Auftragsarbeiten sind nach wie vor nicht ihr Ding. Ein Thema müsse sie reizen; sie müsse Lust dazu haben. „Hochzeitsbilder zum Beispiel würde ich nie machen“, sagt Adam. Zu hektisch, zu schnell. „Ich brauche Ruhe zum Fotografieren.“ Dafür steht sie dann auch mal morgens um 5 Uhr auf, um gegen 7 Uhr - bei Sonnenaufgang - an der Brücke im Rhododendron-Park zu sein und preisverdächtige Aufnahmen von Tulpen-Magnolien in voller Blütenpracht zu komponieren. Der Einsatz hat sich gelohnt; er hat ihr den diesjährigen Titel gebracht. Für sie ist er wichtiger als das Preisgeld von 1000 Euro. „Das ist schon ein Ansporn für mich, auch im nächsten Jahr wieder mitzumachen“, sagt die Pennigbüttlerin und schmunzelt: „Es gibt ja noch die internationale Auszeichnung beim Kew-Garden-Wettbewerb zu gewinnen.“

Ulrike Adams Kunst-Fotografien sind auf www.madebyulli.de zu sehen.

„Hochzeitsbilder zum Beispiel würde ich nie machen." Ulrike Adam, Fotografin
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