Abwechslung im Corona-Alltag

Zwei Wochen Autokino am Freibad

Das kulturelle Leben liegt in Zeiten der Corona-Krise brach: Um dennoch für Unterhaltung zu sorgen, organisiert Eventveranstalter Jan Meiners ab 17. April ein Autokino in Hatten.
15.04.2020, 20:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Jacqueline Schultz

Hatten. Keine Konzerte, geschlossene Theater, abgesagte Veranstaltungen – angesichts der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontaktsperren liegt das kulturelle Leben auch im Landkreis Oldenburg brach. An diesem Zustand will Jan Meiners, Eventveranstalter und Musiker aus Hatten, jetzt aktiv etwas ändern. Ab diesem Freitag, 17. April, präsentiert er Filmfans in einem kurzerhand organisierten Autokino auf dem Parkplatz vor dem Freibad in Hatten Abwechslung auf der Leinwand. Bis zum 3. Mai soll es täglich eine Vorführung geben.

„Wir hatten spontan die Idee und haben kurzerhand den Bürgermeister angerufen, der kurioserweise den gleichen Gedanken hatte“, berichtet der 33-Jährige. Nun arbeite man gemeinsam mit der Gemeinde an der Umsetzung. Auch der Landkreis, mit dem er bereits mehrere Festivals auf die Beine gestellt habe, biete gute Rückendeckung. „Wir sind quasi schon ein eingespieltes Team“, sagt der gebürtige Oldenburger, der seit viereinhalb Jahren in Hatten wohnt. Er investiere „einen mittleren fünfstelligen Betrag“ in das Projekt, wobei er das Risiko für überschaubar hält: „Die Leute wollen einfach mal wieder raus und etwas unternehmen.“

War zuvor auch der Auvers-le-Hamon-Platz im Ortskern im Gespräch, habe man sich mit der Verwaltung inzwischen auf das Areal am Freibad geeinigt. Zwar würden an beiden Orten rund 100 Autos Platz finden, die Bedingungen am Freibad seien aber einfach besser, begründet Meiners die gemeinsame Entscheidung mit der Gemeinde: „Für die An- und Abfahrten brauchen wir ausreichend Fläche, um Rückstaus zu vermeiden.“ Das Programm für die zwei Wochen stellt Meiners in Kooperation mit einem örtlichen Kinobetreiber zusammen. Filmfans haben über die Facebook-Gruppe „Haasi’s Autokino 2020“ dabei aber durchaus ein Mitspracherecht. Im Ranking ganz oben stehe bei den Fans derzeit der Blockbuster „Der Joker“ mit Joaquin Phoenix. Gefragt seien aber auch die Disney-Filme „Eiskönigin“ und „König der Löwen“, die Klassiker „Dirty Dancing“ und „Pretty Woman“ oder der biografische Film „Bohemian Rhapsody“ über die Kultband Queen und Sänger Freddie Mercury. Was letztendlich über die Leinwand flimmert, hänge dabei auch ein bisschen von den Rechten ab.

Die Vorführungen beginnen voraussichtlich täglich zwischen 19 und 20 Uhr, da sie nach Vorgabe der Verwaltung um 21.30 Uhr beendet sein müssen. „Je nach Länge des Films starten wir aber immer spätmöglichst“, verspricht der Organisator mit Blick auf die einsetzende Dämmerung. Zu sehen sind die Filme auf einer 30 bis 40 Quadratmeter großen Leinwand, die damit noch größer ausfällt als die zunächst angedachten 25 Quadratmeter. Der Ton kommt per UKW-Frequenz über das Autoradio. Das Equipment wie LED-Beamer und Leinwand bezieht Meiners über seine Kontakte zu Technikfirmen, mit denen er auch bei Festivals zusammenarbeitet. „Heutzutage sind ja auch die Bühnen mit großen Leinwänden bestückt“, erklärt er. Angesichts der Corona-Vorgaben läuft der Kinoabend nahezu kontaktlos ab. So werden die Tickets durch das geschlossene Autofenster abgescannt. Nur wer Getränke haben möchte, muss die Scheibe kurz runterdrehen. Aber auch hier achtet Meiners auf die Hygiene: „Wir machen das über einen Servierwagen, um den nötigen Abstand zu halten.“ Gezahlt werden könne bar oder per Karte.


Der Kartenverkauf soll am Donnerstag, 16. April, starten und erfolgt ausschließlich online. Rund 25 Euro kostet der Eintritt pro Auto, in dem maximal zwei Personen sitzen dürfen, die in einem Haushalt leben – zuzüglich Kinder, die auch zur Familie gehören. Tickets gibt es über einen Autokino-Button auf der Website www.tabularaaza.de.

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