Osterholz-Scharmbeck

Kunst- und Kulturtage im Dorf Teufelsmoor

Osterholz-Scharmbeck. Das Dorf Teufelsmoor wird 675 Jahre alt. Die Siedlung mit den 19 großen Baumannshöfen will dieses Jubiläum geschichtsbewusst begehen. Dafür hat der 'Verein Teufelsmoor e.V.' vom 13. bis 15. August Kunst- und Kulturtage geplant.
30.07.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Otto

Osterholz-Scharmbeck. Das Dorf Teufelsmoor wird 675 Jahre alt. Die Siedlung mit den 19 großen Baumannshöfen will dieses Jubiläum geschichtsbewusst begehen. Dafür hat der 'Verein Teufelsmoor e.V.' vom 13. bis 15. August Kunst- und Kulturtage geplant.

Um der Öffentlichkeit einen Überblick über das umfangreiche Programm zu geben, hatte der Vorsitzende des Vereins, Dr. Franz-Christian Lenz, am Mittwoch zu einem Pressegespräch in die Villa Lenz geladen. Gemeinsam mit dem künstlerischen Organisator Heinz Cymontkowski erläuterte er die Ziele und Inhalte dieser kulturellen Veranstaltung, die unter dem Motto 'Ulice id est Moer' - frei übersetzt: 'Hier geht?s ins Moor' - steht. Im Rahmen dieser Kunst- und Kulturtage soll die historische Entwicklung des Moordorfes, zugleich aber auch die künstlerische Strahlkraft dieser Region in der Literatur und der bildenden Kunst aufgezeigt werden.

Zeitzeugin berichtet

Wilhelmine Lühr ist in Teufelsmoor aufgewachsen. Die heute 88-Jährige ist die Tochter des früheren Bürgermeisters und eine lebende Zeitzeugin, die die Namen und Leute auf den Höfen und ihre Geschichte kennt. In der Veranstaltung 'Ein Dorf wird sichtbar' wird sie aus der Dorfgeschichte erzählen.

Dazu gesellen sich in der ehemaligen Schule die Mitglieder des Vereins Teufelsmoor. In Beiträgen, Fotodokumentationen und an Handwerksgeräten werden sie über den Torfabbau, die Moorkultivierung und das Netz der ehemaligen Torfkanäle in diesem Landstrich berichten. Hinter der Schule können die Besucher einen 2010 neu angelegten bäuerlichen Torfstich sehen und daran die mühselige Arbeit im Moor nachvollziehen.

'Ins Moor', seine Landschaft sowie die Tier- und Pflanzenwelt, werden Vertreter der Biologischen Station Gäste auf einem zweistündigen Rundgang führen. Geheimnisumwittert und schaurig war es einst im Moor.

Diese unheimliche Atmosphäre hat Ingrid Pfeiffer für ihre Kriminalromane genutzt. Sie ranken sich um die Person der jungen Köchin Line. Die Geschichten spielen zur Zeit der Moorkolonisation um 1790 im Günnemoor. Die Autorin wird aus ihren Krimis vorlesen.

'Nacht der Malerei'

Heinz Cymontkowski, der sich schon lange mit dem Kulturraum Teufelsmoor auseinandersetzt, möchte, dass 'die eigene Kunst- und Kulturbewegung ins Land getragen' wird. Und so findet mit der Eröffnung der Kunst- und Kulturtage auch eine Vernissage mit Arbeiten der Aquarellkünstlerin Clara Vogedes (1893-1983) statt. 15 ihrer Gemälde sind dann in der hundert Jahre alten Villa Lenz, Günnemoor 12, zu ausgestellt. Sie zeigen Ansichten der niederdeutschen Moorlandschaft, die sie vor Ort gemalt hat.

Zugleich zeigen die Bildhauerin Elisabeth Wischeropp und der Keramiker Martin Mindermann ihre plastischen Arbeiten. Schon jetzt hängen großformatige Ölgemälde von Heinz Cymontkowski an den Wänden. Von ihm stammt auch die energetische Tuschezeichnung, die das Plakat für die Kunst- und Kulturtage ziert.

Die Veranstaltungen werden rund um die Uhr stattfinden. In der 'Nacht der Malerei' können sich Besucher von Sonnabend auf Sonntag im Freien Atelier am Ende der Kleinen Reihe malerisch erproben. Auch eine Kindermalaktion ist geplant.

Musikalisch begleitet wird diese Kulturveranstaltung durch Instrumentalsolisten, die Bigband der Kreismusikschule Osterholz und das Tangoquartett 'El Norte'. Und zum Abschluss werden Klemens Burkhardt und Lia Robakidze lasziv den Tango zelebrieren. Unterstützt werden die Kunst- und Kulturtage durch die Volksbank sowie den Bierverlag Hartmut Buck, das Hofcafé zum Brinkhof und den Campingplatz. Landrat Dr. Jörg Mielke wird dieses ungewöhnliche Jubiläums-Projekt am Freitag, 13. August, eröffnen.

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