Grills heiß begehrt

Landmann wird zum Dauerbrenner

Nach der Insolvenz der Firma Landmann in Osterholz-Scharmbeck entwickelt sich die Marke in den Händen der neuen Besitzer zu einem Renner. Die Kunden sind heiß auf die Grills.
07.05.2021, 11:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Valek
Landmann wird zum Dauerbrenner

Die Landmann-Gebäude sollen ab Juni neu vermietet werden. Eine Maklerfirma bietet Bürotrakt und Lagerhallen in verschiedenen Größen zur Pacht an.

Christian Valek

Landkreis Osterholz. Die Firma Landmann in Osterholz-Scharmbeck ist Geschichte. Die Marke Landmann aber entwickelt sich weiter. Wie der neue Eigentümer, die DS Produkte GmbH in Hamburg-Stapelfeld auf Nachfrage mitteilt, reißen sich die Kunden um die Produkte aus Deutschlands ältester Grillschmiede. Wegen der starken Nachfrage werde sogar das Warenlager in Mecklenburg-Vorpommern erweitert. Auch das Angebot rund ums Rost soll ausgeweitet werden, teilt die Unternehmenssprecherin mit. Landmann-Grills sind ein Renner im Sortiment.

Ehemalige Beschäftigte aus Osterholz-Scharmbeck dürfte die Botschaft freuen – und zugleich schmerzen. Nach der Insolvenz im November wechselte der Osterholzer Grillhersteller im Januar 2021 ins Portfolio der Hamburger Gesellschaft rund um Geschäftsführer Ralf Dümmel. Und was in Osterholz-Scharmbeck jahrelang unmöglich schien, gelingt dem Investor, den Fernsehzuschauer aus der Serie „Höhle der Löwen“ kennen, scheinbar im Handumdrehen: Landmann hat Erfolg.

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Somit haben sich die im Januar gegenüber der Redaktion geäußerten Erwartungen der neuen Besitzer erfüllt. DS wollte im ersten Geschäftsjahr auf Sparflamme weiterarbeiten und setzte auf einen starken Online-Verkauf. Der eigentliche Neustart sollte aufgrund des Grill-Saisongeschäfts, das im Februar beginnt und meist zu Sommerbeginn endet, erst 2022 erfolgen. Da kommt die Hallenerweiterung gerade recht.

Landmann-Lager in Gallin wird erweitert

Wie Unternehmenssprecherin Sanja Stankovic auf Nachfrage der Redaktion mitteilt, wird das Lager in Gallin (Mecklenburg-Vorpommern) aufgrund der guten Landmann-Entwicklung erweitert. Der Anbau an eine bestehende Halle, für den der Spatenstich gerade erfolgt sei, soll am Ende 3000 Quadratmeter mehr Platz bieten, teilt Stankovic mit. Platz, der nötig ist, denn das „Feedback“ aus dem Handel sei „toll“. „Und das Online-Geschäft läuft sehr gut“, so Stankovic. Man könne mehr Grills verkaufen, als zurzeit lieferbar seien, heißt es aus Hamburg.

Aus diesem Grund soll das Angebot rund um die ehemalige Osterholzer Marke ausgeweitet werden. Themen wie Innovation, Zubehör und Reinigung sollen in den kommenden Monaten vorangebracht werden. „Qualität ist ganz wichtig“, so die eine Erkenntnis aus der Analyse der DS Produkte GmbH.

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Am ehemaligen Standort von Landmann in Osterholz-Scharmbeck ist es unterdessen still geworden. Die Jahre, als in der Saison zig Sattelschlepper vor den Lagerhallen rangierten, sind vorbei. Mitten in der Hauptsaison sind die Rolltore verrammelt, die Türen dicht. Ende Mai ist für Landmann definitiv Schluss in Osterholz-Scharmbeck, wie es aus der Hamburger Zentrale heißt. Solange aber laufe der Mietvertrag für die Immobilie und Hallen noch weiter. Und dann?

Eine Maklerfirma bietet Bürogebäude und Hallen am Binnenfeld zur Miete an. Es geht um mehr als 20.000 Quadratmeter Hallenfläche und das etwa 2000 Quadratmeter große Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 2002, das weitgehend leer geräumt ist, wie auf Fotos im Netz zu erkennen ist. Die Annonce preist es als „modernes und hochwertiges Bürogebäude mit attraktiven Einzel- und Großraumbüros“ sowie Konferenzräumen verteilt auf zwei Geschossen an. Der Bezug für den neuen Nutzer soll ab 1. Juni möglich sein. Im Hintergrund laufen Gespräche, wie die Redaktion erfahren hat. Weitere Informationen sollen zu gegebener Zeit folgen. Eine schriftliche Anfrage der Redaktion an die Besitzerfamilie blieb unbeantwortet.

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Hoffnungen in die neuen Mieter

Nach dem Ende in Osterholz-Scharmbeck haben die meisten ehemaligen Mitarbeiter ein Job-Angebot aus Hamburg abgelehnt. So war Landmann-Lageristen angeboten worden, sich beim firmeneigenen DS-Logistikzentrum im circa 200 Kilometer entfernten Gallin zu bewerben. Die kaufmännischen Angestellten sollten unter Abwägung von Interessen und Talenten auf ihre Aufgaben beim neuen Arbeitgeber vorbereitet werden, so das damalige Angebot. Unter anderem wurde den Bewerbern die tageweise Nutzung der Betriebswohnungen in Hamburg-Stapelfeld angeboten. Laut DS-Sprecherin Sanja Stankovic haben von den 60 Beschäftigten, die mit Landmann in die Insolvenz gingen, „zehn bis 15 Mitarbeiter“ im Bereich IT und Buchhaltung beim neuen Arbeitgeber angeheuert. Es betreffe die Arbeitsplätze, die ein flexibles Arbeiten erlaubten.

Die 26 ehemaligen Lageristen von Landmann, die vor der eigentlichen Insolvenz im Oktober in eine Transfergesellschaft wechselten, sind aufgrund ihrer Tätigkeiten zwangsläufig davon ausgeschlossen. Nach Kenntnis der Redaktion ist niemand wegen des Jobangebots nach Mecklenburg-Vorpommern umgezogen. Sie dürften nun große Hoffnungen in einen neuen Mieter setzen, der im Juni schon in die Immobile am Binnenfeld einziehen könnte.

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