Veranstaltungsreihe im Herbst / Kunst, Kultur und Brauchtum in der Region Lebendige Tradition erleben

Landkreis Osterholz. „Moor, Geest und Marsch“ – unter diesem Motto macht eine Veranstaltungsreihe Traditionen im Landkreis Osterholz erlebbar.
06.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von GABRIELA KELLER

Landkreis Osterholz. „Moor, Geest und Marsch“ – unter diesem Motto macht eine Veranstaltungsreihe Traditionen im Landkreis Osterholz erlebbar. Bis Oktober laden Vereine und Einrichtungen in der Region dazu ein, Kunst, Kultur und Brauchtum zu entdecken. Auch Initiativen in der Gemeinde Schwanewede sind dabei.

Im Mittelpunkt steht ein Aktionswochenende am 10. und 11. September. An diesem Wochenende ist beim Erntefest in Hüttenbusch und bei den Handwerkertagen in Ströhe lebendiges Brauchtum zu erleben. In der „Käseglocke“ in Worpswede werden an beiden Tagen Möbel und Kunsthandwerk aus dem Künstlerdorf präsentiert, außerdem gibt es Führungen durch das Haus.

Am 11. September steht in Schlußdorf die Tür des Torfschiffswerft-Museums offen. Besucher erhalten Einblick in die Arbeit der Torfschiffer und das Leben im Moor in früheren Zeiten. Auf dem Bauernmarkt in Worpswede bieten Landwirte und Verbände aus dem Kulturland Teufelsmoor regionale Produkte an.

Der 11. September ist gleichzeitig der bundesweite Tag des offenen Denkmals, an dem sich Einrichtungen aus dem Landkreis und umzu beteiligen. Die Worpsweder Mühle ist geöffnet, bei einem Spaziergang durch das Künstlerdorf werden spannende Geschichten über eher unbeachtete Denkmäler am Wegesrand erzählt.

In Neuenkirchen stehen die Türen in der „Baracke Wilhelmine“ offen. Die denkmalgeschützte Originalbaracke gehörte im Zweiten Weltkrieg zum Marine-Gemeinschaftslager, das Teil des Lagersystems für den Bau des U-Boot-Bunkers „Valentin“ in Farge war. Später wurde die Baracke als Marine-Hospital und nach dem Krieg als evangelisches Hospital genutzt. Anfang der 60er-Jahre richtete die Bundeswehr auf dem früheren Lagergelände die Weser-Geest-Kaserne ein und nutzte die Baracke. Nach der Auflösung der Kaserne übernahm die Gemeinde Schwanewede im Jahre 2004 die „Wilhelmine“ und stellte sie dem Verein Heimatfreunde Neuenkirchen für die Gedenkstättenarbeit zur Verfügung.

Heute ist die Baracke Teil der Gedenklandschaft zum Nazi-Rüstungsprojekt ­U-Boot-Bunker „Valentin“. Eine Dauerausstellung dokumentiert die Geschichte der Rüstungslandschaft zwischen Schwanewede und Farge, die Historie der Lager in Schwanewede und Neuenkirchen und die Nachkriegsnutzung. Ein weiteres Kapital NS-Geschichte in Schwanewede wird in einer Sonderausstellung über den „Lebensborn“ aufgearbeitet. Die SS-Organisation betrieb als Teil der NS-Rassenideologie Entbindungsheime für ledige Mütter. Eines dieser Lebensborn-Heime befand sich in Löhnhorst. Am Tag des offenen Denkmals am 11. September ist die Baracke Wilhelmine von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr gibt es einen Gottesdienst in der Kirche in Neuenkirchen. Der Denkort Bunker Valentin in Farge ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Lebendige Tradition ist auch am 3. Oktober in Aschwarden zu erleben. Die Mühlenfreunde laden in der Zeit von 11 bis 17 Uhr zur Besichtigung der Windmühle am Deich ein. Es gibt mehrere Führungen, außerdem werden auf einem Bauern- und Kunsthandwerkermarkt landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Region und kunsthandwerkliche Produkte angeboten.

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