Filmabend in Südwede richtet den Fokus auf die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

„Leonids Geschichte“ in der verseuchten Region

Worpswede. Niemand ahnte etwas von der Katastrophe im nahen Tschernobyl. In der ukrainischen Stadt Pripjat genossen die Menschen am 26. April 1986 den sonnigen Frühlingstag. Kinder spielten auf den Straßen, im Stadion kickten Fußballer. Ein paar Kilometer weiter zerbarst der Reaktor-Block 4 im Atomkraftwerk. Die Explosion sprengte die über tausend Tonnen schwere Abdeckplatte und zerfetzte das Dach. Der glühende Kern lag frei. Radioaktive Elemente flogen in die Luft, kilometerhoch. Der Wind trieb Wolken mit strahlender Fracht bis nach Nord- und Westeuropa. Der Freundeskreis Südwede erinnert am Freitag, 19. April, ab 19 Uhr mit zwei Filmen an die Opfer der Katastrophe.
16.04.2013, 05:00
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Von Michael Wilke

Worpswede. Niemand ahnte etwas von der Katastrophe im nahen Tschernobyl. In der ukrainischen Stadt Pripjat genossen die Menschen am 26. April 1986 den sonnigen Frühlingstag. Kinder spielten auf den Straßen, im Stadion kickten Fußballer. Ein paar Kilometer weiter zerbarst der Reaktor-Block 4 im Atomkraftwerk. Die Explosion sprengte die über tausend Tonnen schwere Abdeckplatte und zerfetzte das Dach. Der glühende Kern lag frei. Radioaktive Elemente flogen in die Luft, kilometerhoch. Der Wind trieb Wolken mit strahlender Fracht bis nach Nord- und Westeuropa. Der Freundeskreis Südwede erinnert am Freitag, 19. April, ab 19 Uhr mit zwei Filmen an die Opfer der Katastrophe.

Rainer Ludwigs’ Kurzfilm "Leonids Geschichte" richtet den Fokus auf den Polizisten Leonid, der nach der Katastrophe in der verseuchten Zone eingesetzt wurde. Das Dorf, in dem er wohnte, war drei Kilometer entfernt vom explodierten Reaktor. Der Film lässt Leonid seine Geschichte erzählen. Viel zu spät wurden die Menschen in der bis heute unbewohnbaren Umgebung des Reaktors evakuiert. Die Sowjetregierung spielte die Katastrophe herunter. Die Menschen atmeten radioaktives Jod ein und tranken verseuchte Milch.

Als zweiten Film zeigt der Freundeskreis Südwede "25 Jahre Tschernobyl", eine Dokumentation über die Stiftung "Kinder von Tschernobyl. Der Worpsweder Fotograf Rüdiger Lubricht hat den Streifen mit Rainer Ludwigs gedreht. Einer der Autoren werde die Zuschauer einführen und stehe anschließend für Gespräche zur Verfügung, betont der Freundeskreis Südwede in seiner Ankündigung. Die betroffenen Kinder von damals seien heute Eltern. Leukämie, Missbildungen und Frühgeburten seien Spätfolgen der Katastrophe.

Der Film-Abend über die Tschernobyl-Katastrophe beginnt am Freitag, 19. April, um 19 Uhr im Südweder Dorfgemeinschaftshaus an der Südweder Straße 26. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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