Linie 4 Linie 4 kommt immer besser an

Die Linie 4 kommt bei den Lilienthalern immer besser an. Im dritten Jahr nach dem Start stiegen in Lilienthal 4500 Menschen ein und aus. So fuhr die Bahn fast 90 Prozent der geplanten Einnahmen ein.
20.06.2017, 21:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Wilke

Lilienthal. Die Linie 4 kommt bei den Lilienthalern immer besser an. Das lässt sich mit Zahlen belegen. Im dritten Jahr nach dem Start hat die Straßenbahn in Lilienthal fast 670 000 Euro eingefahren. Damit erzielte die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) schon im Jahr 2016 knapp 90 Prozent der geplanten Einnahmen. Bei den Fahrgastzahlen legte die Bahn nach Angaben der BSAG kräftig zu: 2016 errechneten die Experten des Unternehmens einen Durchschnittswert von 4500 Ein- und Aussteigern pro Werktag. Darüber informierte Bürgermeister Kristian Tangermann den Gemeinderat am Dienstagabend im Rathaus gemeinsam mit Volker Arndt, Leiter des Centers für Verkehrsplanung und Qualität der BSAG.

Seit August 2014 fährt die Straßenbahnlinie 4 über Borgfeld hinaus durch Lilienthal bis zur Endhaltestelle in Falkenberg. Nach Angaben der BSAG wurde die Fahrgastnachfrage kontinuierlich mit technischen Zähleinrichtungen erfasst. Der Großteil der Straßenbahnen sei mit Infrarot-Einrichtungen ausgerüstet, erklärte der Experte Volker Arndt in der Ratssitzung. Nach den Berechnungen der BSAG stiegen im zweiten Halbjahr 2014 montags bis freitags durchschnittlich 3800 Menschen in Lilienthal ein und aus. Im darauf folgenden Jahr 2015 waren es bereits rund 4000 pro Werktag. Im vergangenen Jahr 2016 zählte die BSAG bis zu 4500 Ein- und Aussteiger pro Werktag.

„Die Richtung stimmt, die Zahl der Fahrgäste steigt kontinuierlich“, bilanzierte der Bürgermeister Kristian Tangermann. „Wir sind da, wo wir hinwollten“, erklärte der BSAG-Experte Arndt in der Ratssitzung. Zwei Drittel aller Fahrten führten über die Landesgrenze, also von Lilienthal nach Bremen und von Bremen nach Lilienthal. Im vergangenen Jahr wurden werktags im Schnitt 3000 Ein- und Aussteiger gezählt. Dazu kommen weitere 1500 Menschen, die in Lilienthal ein- und aussteigen. Damit entwickelt sich der Binnenverkehr zur Stütze des Straßenbahnbetriebs.

Ein weiterer Mittelwert dokumentiert nach Angaben der Bremer Straßenbahn AG den kontinuierlichen Anstieg der Fahrgastzahlen in Lilienthal. Sie lägen im Durchschnitt um mindestens fünf Prozent über dem jeweiligen Vorjahresmonat, betont das Bremer Verkehrsunternehmen in seiner Pressemitteilung. „Dieser Trend ist seit dem Start der Linie ungebrochen.“

Damit liegt die Steigerungsrate in Lilienthal weit über der in Bremen. Der BSAG-Mann Arndt rechnet damit, dass die Fahrgastzahlen weiter steigen, aber nicht mehr so stark. „Anfangs sind die Steigerungen hoch, dann flacht sich das ab. Es geht immer noch aufwärts, aber nicht mehr so stark.“

Lilienthals Bürgermeister Kristian Tangermann wertet die vom Bremer Verkehrsunternehmen vorgelegten Zahlen als Zeichen dafür, "dass bei uns in Lilienthal Potenziale aktiviert worden sind und künftig auch noch weitere Fahrgäste aktiviert werden können“. Darauf deutet der anhaltende Bauboom hin. In Lilienthal wird an allen Ecken und Enden gebaut, vor allem in der Nähe der Straßenbahnlinie. Dass der Boom die Fahrgastzahlen weiter steigen lässt, ist wahrscheinlich. Dafür sprechen nicht nur die Neubaugebiete, sondern auch der Bau von Seniorenwohnungen im Lilienthaler Zentrum. Dort sind Dutzende barrierefreier Wohnungen für die ältere Generation geplant oder bereits gebaut wie die im Park des Amtmann-Schroeter-Hauses.

Angesichts der Entwicklung der Fahrgastzahlen und der Einnahmen durch den Ticketverkauf sei das wirtschaftliche Risiko für Lilienthal überschaubar, betont die BSAG in ihrer Presseerklärung. Im Eckpunktevertrag zwischen der Gemeinde und der Stadtgemeinde Bremen wurden für die ersten Jahre nach dem Start der Linie 4 im August 2014 feste Zuschüsse vereinbart. So zahlte Lilienthal im vergangenen Jahr 322 000 Euro als Zuschuss zu den Betriebskosten. Dazu kommen allerdings noch die deutlich höheren Kosten für Zins und Tilgung der Kredite, die die Gemeinde zur Finanzierung des Straßenbahnbaus aufnehmen musste (wir berichteten).

Allerdings haben sich Befürchtungen von Straßenbahngegnern, dass die Bahn Lilienthal bis zu zwei Millionen Euro im Jahr kosten könnte, nicht bestätigt. Sollten die Einnahmen weiter wachsen, könnten sie den geplanten Wert von 765 000 Euro übersteigen. Davon würden Lilienthal und Bremen profitieren, weil die Betriebskostenzuschüsse dann sinken würden.

„Die Richtung stimmt, die Zahl der Fahrgäste steigt kontinuierlich." Bürgermeister Kristian Tangermann
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