Sonja Meierdierks führt in Langenhausen private Kindertagesstätte / Unterstützung durch Bremer Senior Service

Lückenfüller mit freien Kapazitäten

Sonja Meierdierks hat sich selbstständig gemacht. In Langenhausen führt sie eine private Kindertagesstätte. Auf dem Weg in die Eigenständigkeit wurde sie vom Bremer Senior Service unterstützt.
03.01.2015, 00:00
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Von Peter von Döllen
Lückenfüller mit freien Kapazitäten

Mittendrin: Sonja Meierdierks hat viel Spaß mit den Kindern. In ihrer privaten Kindertagesstätte in Langenhausen kann sie noch in Kinder in den Vormittagsstunden betreuen. VDO ·

Peter von Döllen

Sonja Meierdierks hat sich selbstständig gemacht. In Langenhausen führt sie eine private Kindertagesstätte. Auf dem Weg in die Eigenständigkeit wurde sie vom Bremer Senior Service unterstützt.

Bei Sonja Meierdierks in Langenhausen geht es turbulent zu. Die Kinder versuchen aus bunten Bausteinen möglichst hohe Türme zu stapeln. Sie lachen, wenn die Gebilde wackeln und einstürzen. Dann klingelt es an der Tür. „Das erste Kind wird abgeholt“, erklärt Sonja Meierdierks.

Flexibilität wird in ihrer privaten Kindertagesstätte groß geschrieben. Ein Vorteil, den sie gegenüber vielen öffentlichen Kindertagesstätten hat. „Im Augenblick betreue ich nur am Nachmittag Kinder“, erzählt die Tagesmutter. Sie überbrückt damit eine Lücke. Die Betreuungszeiten in den Kindergärten reichen häufig nicht aus, um den Eltern einen Job zu ermöglichen. Doch Meierdierks würde gerne auch am Vormittag Kinder betreuen. Sie erklärt: „Ich kann acht Verträge abschließen. Fünf Kinder darf ich gleichzeitig betreuen.“ Da ist noch Luft.

Doch Sonja Meierdierks freut sich zunächst, dass sie den Weg in die Selbstständigkeit gefunden hat. Ob die gelernte Einzelhandelskauffrau und zweifache Mutter es ohne Hilfe des Bremer Senior Services geschafft hätte? Sie zuckt mit den Schultern. Ein Konzept hat ihr bei Verhandlungen manches erleichtert. Ausgearbeitet hat den Strategieplan Jürgen Makarczuk aus Ritterhude. „Ich weiß, was Banken, mögliche Partner und Behörden wissen wollen“, erklärt er. „Bestimmte Dinge wollen die sehen und ich habe jahrelange Erfahrung.“

Makarczuk ist seit 1998 Mitglied beim Bremer Senior Service. 55 Mitglieder hat der Verein – die meisten waren in Führungspositionen tätig und wollen nach der Pensionierung ihre Erfahrungen an junge Leute weitergeben. Vertreten sind beispielsweise Experten aus den Bereichen Flugzeug- und Anlagebau, Marketing, Handel, Logistik, Controlling. Die Idee für eine Existenzgründung ist aber wichtiger, als bestimmte Branchen oder geplante Unternehmensformen.

„Wir sind in Bremen und Umgebung tätig“, führt Gerd Berding, vom Service aus. Neben ihrer Erfahrung bringen sie Zeit und Geduld mit. „Das ist nicht mehr selbstverständlich“, weiß Berding. Für die Existenzgründer ist eines wichtig: Die Arbeit der Berater des Senior Service ist kostenlos.

Aber: Die Idee muss eine Chance auf dem Markt haben. „Pläne, die nach Ansicht des Beraters keine Aussicht auf Erfolg haben, werden den Klienten behutsam, aber bestimmt ausgeredet“, macht Berding klar. Das gelte auch für Vorhaben, die gegen ethische Grundsätze verstoßen. Den Gang zum Gewerbeaufsichtsamt oder zur Bank können die Berater den Existenzgründern nicht abnehmen. Durch die Vorarbeit sind diese aber auf die entsprechenden Gespräche vorbereitet. „Seit der Gründung haben wir mehr als 5400 Aufträge erhalten und bearbeitet“, berichtet Berding. Etwa 3000 davon seien erfolgreich abgeschlossen worden. „Wir würden uns aber noch über neue Berater in unserem Kreis freuen“, versichert Berding. Vor allem auch im Umkreis von Bremen.

Sonja Meierdierks aus Gnarrenburg konnte schon von der Erfahrung des Senior Service profitieren. Eine Bank hatte ihn empfohlen. Das Konzept hat ihr beispielsweise bei der Aufnahme eines Kredites geholfen. „Ich brauchte ein Auto, um die Kinder abholen zu können“, sagt sie. Zudem wurde ein neuer Raum für die Kinderbetreuung mit Sanitäranlagen im eigenen Haus geschaffen. Meierdierks hat viel selber investiert. Ein Kredit aus dem Mikrostarter-Programm der NBank des Landes Niedersachsen half ihr bei der Finanzierung. Die Idee zu einer eigenen Kinderbetreuungsstätte kam während ihrer eigenen Elternzeit. Meierdierks: „Das lag nahe.“ In Kooperation mit dem Jugendamt des Landkreises Rotenburg machte sie einen Lehrgang zur „Qualifizierung in der Kindestagespflege“. 171 Unterrichtsstunden setzte sich die Mutter wieder auf die Schulbank. Nebenbei betreute Sonja Meierdierks auch schon einzelne Kinder, was damals erlaubt war. Jetzt ist Meierdierks mit ihrer Kindertagesstätte selbstständig.

Wer sich für den Bremer Senior Service interessiert, kann sich telefonisch unter der Nummer 0 4 21 / 22 08 117 informieren.

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