Futterstellen werden stärker in Anspruch genommen / Naturschutzbund: Frost auch für Winterschläfer und Pflanzen ein Segen Minusgrade kommen gerade recht für die Zählung der Vögel

Landkreis Osterholz. Nach den wochenlangen Rekord-Plusgraden habe es die Natur gerade noch rechtzeitig kalt erwischt, teilt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit. Der Frost stoppe den vorzeitigen Austrieb der Pflanzen, bevor irreparable Schäden entstehen konnten.
04.01.2016, 00:00
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Von Michael Schön

Nach den wochenlangen Rekord-Plusgraden habe es die Natur gerade noch rechtzeitig kalt erwischt, teilt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit. Der Frost stoppe den vorzeitigen Austrieb der Pflanzen, bevor irreparable Schäden entstehen konnten. Auch Winterschläfer wie Igel und Fledermäuse könnten nun beruhigt weiterschlummern. Die hiergebliebenen Zugvögel wie die Kraniche werden in einigen Tagen entscheiden, ob der Weg gen Süden noch lohnt.

Für Vogelbeobachter ist der Frost ein Segen, treibt er ihnen doch die gefiederten Freunde zur Futterstelle – beste Bedingungen für die bundesweite Vogelzählung des Nabu vom 8. bis 10. Januar.

„Spätestens jetzt sollten Meisenknödel und Futtersäulen aufgehängt werden“, rät Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „klassische Futterhäuser werden zwar auch gut angenommen, sie haben aber schnell ein Hygieneproblem, wenn der Kot nicht regelmäßig entfernt wird.“ Der ideale Platz zum Aufhängen sei ein geschützter Ort an oder in einem Gebüsch. „Unsere Futtersäule hängt im Rosenbogen, da fühlen sich Rotkehlchen, Meisen und Kleiber vor Sperber und Habicht geschützt.“ Futterautomaten, die mit Saugnäpfen am Fenster angebracht sind, werden dagegen schlechter angenommen. Dafür ist man den Vögeln dann besonders nah und kann Details erkennen.

Eine Stunde Zeit erbitten die Naturschützer von allen Vogelfreunden am nächsten Wochenende. „Irgendwann von Freitag bis Sonntag sollte man es sich am Fenster gemütlich machen, am besten mit Kissen, Tee und Fernglas und eine Stunde die Vögel im Garten zählen“, so Sönke Hofmann.

Gezählt und an den Bund gemeldet werden soll jeweils die höchste Anzahl gleichzeitig beobachteter Vögel. „Nicht, dass man 18 Mal die gleiche Meise zählt.“ Das Ergebnis wird dann unter www.NABU.de eingegeben, wo es auch einen Überblick über alle Ergebnisse auf einer interaktiven Karte gibt.

Für Schulklassen gibt es nach dem Wochenende vom 11. bis 15. Januar eine Aktionswoche, die „Schulstunde der Wintervögel“. Darin hat die Naturschutzjugend (Naju) täglich bunte Aktionen für Schulkinder zusammengestellt, die ihnen die Vogelwelt näher bringen sollen. Natürlich sollen auch die Klassen auf dem Schulhof die Vögel zählen und motiviert werden, dort mehr Lebensraum zuzulassen. Weitere Infos zur Schulaktion unter www.NAJU.de.

MSÖ

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