Neues Theaterprojekt des Jobcenters / Mittwoch Premiere in der IGS Mit Bühnenerfahrung zum Ausbildungsplatz

Landkreis Osterholz. Mit dem preisgekrönten Theaterprojekt "Job Act" hat sich die Beschäftigungsförderung des Landkreises, die Pro Arbeit, im Herbst auf einen kreativen Weg gemacht, um arbeitslosen jungen Erwachsenen eine Perspektive zu bieten. Jetzt wagen sich die Beteiligten damit erstmals an die Öffentlichkeit: Zwölf junge Erwachsene aus dem Landkreis Osterholz bringen in der kommenden Woche ihre eigene Inszenierung auf die Bühne, die sie unter professioneller Regie einstudiert haben. "Angeklagt: Willi Expeare" heißt das Stück, das im Untertitel "nichts als die Wahrheit" verspricht. Gezeigt wird es am Mittwoch und Donnerstag, 10. und 11. April, um 20 Uhr bei freiem Eintritt in der Integrierten Gesamtschule (IGS).
06.04.2013, 05:00
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Mit Bühnenerfahrung zum Ausbildungsplatz
Von Bernhard Komesker

Landkreis Osterholz. Mit dem preisgekrönten Theaterprojekt "Job Act" hat sich die Beschäftigungsförderung des Landkreises, die Pro Arbeit, im Herbst auf einen kreativen Weg gemacht, um arbeitslosen jungen Erwachsenen eine Perspektive zu bieten. Jetzt wagen sich die Beteiligten damit erstmals an die Öffentlichkeit: Zwölf junge Erwachsene aus dem Landkreis Osterholz bringen in der kommenden Woche ihre eigene Inszenierung auf die Bühne, die sie unter professioneller Regie einstudiert haben. "Angeklagt: Willi Expeare" heißt das Stück, das im Untertitel "nichts als die Wahrheit" verspricht. Gezeigt wird es am Mittwoch und Donnerstag, 10. und 11. April, um 20 Uhr bei freiem Eintritt in der Integrierten Gesamtschule (IGS).

Das Bühnengeschehen ist ein kurzweiliges Szenenspiel mit Musik und Tanz, das ewig junge Themen aufgreift, die schon William Shakespeare interessierten: Liebe und Intrigen, Schein und Sein kommen bei der Job-Act-Aufführung im Gewand einer Daily-Soap-Persiflage daher, wobei die Urteilsbildung dem Publikum überlassen bleibt. Regisseurin Lena Krieger sagt, sie habe nur die Impulse der Teilnehmer aufgegriffen und in Form gebracht. Vier mal wöchentlich hat sich die Theaterpädagogin mit den 18- bis 28-Jährigen in Bremen getroffen, die sich freiwillig zu dem Projekt angemeldet hatten. Flankiert wurden die fünf Probenmonate durch klassisches Coaching und Bewerbungstraining des Bremer Kooperationspartners BWU (Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet).

Projektleiter Oliver Ronning von der Wittener Projektfabrik ergänzt, die Theaterarbeit sei letztlich ein Mittel zum Zweck: "Wir wollen ja keine Schauspieler ausbilden." Im Vordergrund stehe vielmehr die Persönlichkeitsentwicklung, wie auch Jessica Plöger vom Jobcenter der Pro Arbeit betont. Die Fallmanager hätten potenziellen Kandidaten eine Projektteilnahme empfohlen. Etliche kamen danach zum Casting, zwölf von ihnen hielten durch.

Die Erste Kreisrätin Heike Schumacher erklärt, Probleme bei der Ausbildungsplatzsuche hätten erfahrungsgemäß oft weniger mit der fachlichen Seite zu tun. Auf dem heimlichen Theater-Lehrplan stehen daher eher sogenannte Soft Skills: Teamwork, Disziplin, Geduld, Toleranz und Zuverlässigkeit. Für die Bühne werden zudem nicht nur Mimik und Gestik, Sprache und Präsentation trainiert. Die Teilnehmer sagen von sich selbst, sie seien selbstbewusster geworden; man habe wieder ein Ziel vor Augen und der Tag eine Struktur. Jens formuliert es so: "Wir sind krisensicherer geworden."

Die Premiere in der IGS gilt dabei als wichtige Etappe auf dem Weg zu einer Ausbildungsstelle, der nächste Schritt sind nun zunächst fünfmonatige Praktika. Die Hälfte des Ensembles hat sich inzwischen mit Erfolg um einen Platz bemüht, die andere Hälfte sucht noch. Arbeitgeber erfahren Näheres bei BWU-Mitarbeiterin Anne Willershausen unter Telefon 0421/320824 oder 1689572.

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