Findorffs Erben eröffneten Saison mit einer Schiffstaufe / Neuer Torfkahn in 360 Arbeitsstunden gebaut Mit dem Irrlicht ins Reich der Moorgeister

Karlshöfenermoor. Bei typisch norddeutschem Schmuddelwetter hat der Verein Findorffs Erben die neue Saison mit einer Schiffstaufe im Gnarrenburger Torfhafen eröffnet. Zahlreiche Gäste und Ehrengäste, Vereinsmitglieder und Zaungäste, konnte Präsident Ekkehard Gieschen dazu begrüßen.
27.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von INGRID MAHNKEN

Bei typisch norddeutschem Schmuddelwetter hat der Verein Findorffs Erben die neue Saison mit einer Schiffstaufe im Gnarrenburger Torfhafen eröffnet. Zahlreiche Gäste und Ehrengäste, Vereinsmitglieder und Zaungäste, konnte Präsident Ekkehard Gieschen dazu begrüßen. Sein besonderer Dank galt den Sponsoren, die den Bau eines Torfschiffes nach alten Schriften erst ermöglicht hätten, wie er betonte.

Unter der Leitung von Schiffsbauer Helmut Monsees sowie den Moorkapitänen Karl-Heinz Weiler, Ole Kielinger und Richard Henning wurde in 360 Arbeitsstunden auf „Heinos Werft“ gesägt, gehobelt und gebogen. Rund 1000 Kilometer Versorgungsfahrten wurden zurückgelegt, um alle Materialien für das im Bau befindliche Schiff zu beschaffen. Nachdem auch die Gemeinden Worpswede und Gnarrenburg und die zuständigen Behörden das Schiff als Seetauglichkeit abgenommen hatten, durfte der neue Torfkahn in die bereits bestehende Armada aufgenommen werden. „Es gehörte Mut, Ehrgeiz und natürlich auch die dringend benötigten finanziellen Mittel dazu, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen“, so Gieschen.

Um das Schiff seiner Bestimmung zu übergeben, bedurfte es nach alter Seemannsmanier sieben starker Männer, einer Jungfrau und eines hochprozentigen geistigen Getränkes. Doch was noch fehlte, war der Name, wie Gästeführerin Frauke Klemme bemerkte. Bei der Namensfindung seien ihr Neptuns Moorgeister in einem Traum zu Hilfe gekommen. Die sechsjährige Jule, Enkeltochter des benachbarten Vereinswirtes Heino Lütjen, durfte schließlich das Dokument öffnen in dem der Name des Schiffes „Irrlicht“ verbrieft war. Nun, da der Name vorgelesen war, stand der Taufe nichts mehr im Wege.

Gnarrenburgs Bürgermeister Axel Renken wünschte dem Verein und dem Torfkahn immer eine gute Fahrt. Seinen Worten schloss sich Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke an. Er wünschte dem Verein und dem neuen Torfkahn allzeit eine gute Fahrt und viele Gäste.

Bevor das Schiff auf Jungfernfahrt gehen konnte, tauchte völlig überraschend ein zorniger Neptun im Neoprenanzug bewaffnet mit einem Dreispitz, neben dem Boot auf. Er zeigte sich sichtlich böse, dass die Skipper ihn nicht milde gestimmt hatten. Erst durch mehrere Schluck hochprozentigen Moorsaftes ließ er sich besänftigen.

Was dem neuen Torfkahn noch fehlte, ist ein eigenes Segel. Spontan erklärte sich das Vereinsmitglied Heinz Ukena bereit, die Kosten dafür zu übernehmen. Im Anschluss konnten die Besucher und Gäste eine kostenlose Fahrt genießen.

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