Klaus-Dieter Pfaff ist tot / Fast 25 Jahre Leiter der WÜMME-ZEITUNG Mit Haut und Haaren Journalist

Klaus-Dieter Pfaff ist tot. Die WÜMME-ZEITUNG war seine Welt, die er über Jahrzehnte geprägt hat. Wenn die Leser ein Gesicht mit ihrer Zeitung verbanden, dann war es seines. 36 Jahre hat Pfaff geschrieben: Berichte, Meldungen und Kommentare. Fast 25 Jahre leitete der Lilienthaler die Redaktion. Jeden Sonnabend kommentierte er das lokale Geschehen in seiner Kolumne "Das fiel mir auf", die später in "Aufgefallen" umbenannt wurde. Mit dem Namen Klaus-Dieter Pfaff verbanden viele auch den Wümme-Talk, bei dem es um kommunalpolitische Themen und Kontroversen ging.
26.03.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Wilke

Klaus-Dieter Pfaff ist tot. Die WÜMME-ZEITUNG war seine Welt, die er über Jahrzehnte geprägt hat. Wenn die Leser ein Gesicht mit ihrer Zeitung verbanden, dann war es seines. 36 Jahre hat Pfaff geschrieben: Berichte, Meldungen und Kommentare. Fast 25 Jahre leitete der Lilienthaler die Redaktion. Jeden Sonnabend kommentierte er das lokale Geschehen in seiner Kolumne "Das fiel mir auf", die später in "Aufgefallen" umbenannt wurde. Mit dem Namen Klaus-Dieter Pfaff verbanden viele auch den Wümme-Talk, bei dem es um kommunalpolitische Themen und Kontroversen ging.

UND KLAUS GÖCKERITZ

Lilienthal. In seiner Heimatgemeinde war Klaus-Dieter Pfaff eine Institution. Er verkörperte die Zeitung in Lilienthal. Auf ihn lasse er nichts kommen, meinte ein Leser. Pfaffs Sonnabend-Kolumne treffe stets den Nagel auf den Kopf. Viele dachten ähnlich. Andere urteilten anders, manche entrüsteten sich. Doch sie lasen seine Berichte und die Kommentare. Leserinnen und Leser konnten sich an ihm reiben.

Im Redaktionsalltag legte Klaus-Dieter Pfaff die Leitlinien fest, ließ den Redakteuren und freien Mitarbeitern aber ihren Freiraum. Man konnte mit ihm über viele Dinge diskutieren, doch nicht über alles. Auf der Seite eins stand immer ein Lilienthal-Aufmacher, basta! Ausnahmen wie die Eröffnung der Tarmstedter Ausstellung, der größten Landwirtschaftsschau in ganz Norddeutschland, bestätigten die Regel.

"Man kann über ihn sagen, was man will", meinte eine freie Mitarbeiterin nach Pfaffs Abschied aus dem Arbeitsleben. "Aber er war total menschlich. Man konnte jederzeit zu ihm kommen." Andere bestätigen das. Er war ein Vorgesetzter, dem die Mitarbeiter trauen und vertrauen konnten. Der kollegiale Umgang, der freundliche Ton und die offenen Türen prägten auch das Klima in der Redaktion.

So manchem Journalisten ebnete Klaus Pfaff den Weg in den Beruf. Geduldig redigierte er die Texte, gab Tipps, redigierte und erklärte noch mal – so lange bis der Text rund war.

Die Nähe zu den Lesern gespürt

Klaus-Dieter Pfaff mochte seine Gemeinde und die Region. Die große Politik, die werde in den Metropolen weit weg von den Menschen und ihrem Alltag gemacht, sagte er. In den Städten und Gemeinden dagegen werde täglich über Schulen und Kindergärten, über Sportplätze und Straßenbau diskutiert. "Nichts ist so spannend wie die Berichterstattung aus den Kommunen. Hier spürt man täglich die Nähe zu seinen Lesern", hat der leidenschaftliche Lokaljournalist immer wieder betont.

Außerdem engagierte sich Klaus-Dieter Pfaff viele Jahre im kulturellen Bereich. Im Vorstand der Lilienthaler Freilichtbühne arbeitete er erfolgreich an der Entwicklung des Theaters; das außergewöhnliche Engagement des Zeitungsmenschen wusste auch Hans-Adolf Cordes von der Kunststiftung in Trupe zu schätzen.

Klaus-Dieter Pfaff hat seinen Weg konsequent beschritten. Erste Berührungen mit dem Journalismus hatte der gebürtige Vegesacker in einer katholischen Kirchengemeinde: Dort brachte er eine Zeitung mit dem Titel "Der Punkt" heraus. Nach einer Lehre als Schriftsetzer und dem Besuch der Berufsschule fürs grafische Gewerbe arbeitete er zehn Jahre in der Druckvorstufe. Dann zog es ihn an die Schreibmaschine: 1973 begann er ein Volontariat beim WESER-KURIER. Von 1975 bis 1985 arbeitete er als Redakteur bei der WÜMME-ZEITUNG. Danach leitete er die Redaktion – fast ein Vierteljahrhundert lang. Vor knapp drei Jahren, am 17. April 2010, wurde er an seinem 65. Geburtstag nach 36 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet.

Klaus Pfaff war zweifellos ein politischer Mensch."Ich bin mit Haut und Haaren Journalist. Wenn ich nicht zur Zeitung gegangen wäre, wäre ich Politiker geworden", hat er einmal gesagt. Aber er war auch ein Familienmensch, der in den vergangenen Jahren mit Ehefrau Helma vermehrt auf Reisen ging und stolz auf seine drei Enkelkinder war.

Klaus-Dieter Pfaff hat Zeitung gelebt. Am Sonntag ist er im Alter von 67 Jahren gestorben. Vielen Lilienthalern und unserer Zeitung wird der Vollblutjournalist fehlen.

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