Marco Gevatter engagiert sich für Opfer von Gewalt

Mit Kampfkunst ins goldene Buch der Stadt

Marco Gevatter hat sich in das goldene Buch der Stadt Osterholz-Scharmbeck eingetragen. Der Kampfsportler gehört zur Riege der besten Kampfkünstler Europas. Im Rathaus zeigte er seine sanfte Seite.
20.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Valek
Mit Kampfkunst ins goldene Buch der Stadt

Marco Gevatter (links) aus Osterholz-Scharmbeck hat sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Bürgermeister Torsten Rohde war beeindruckt. CVA·

Christian Valek

Marco Gevatter hat sich in das goldene Buch der Stadt Osterholz-Scharmbeck eingetragen. Der mehrfach ausgezeichnete Kampfsportler ist kürzlich in die Riege der besten Kampfkünstler Europas aufgenommen worden. Im Rathaus der Kreisstadt zeigte er seine sanfte Seite.

Der Kampfsportler Marco Gevatter hat eine sanfte, fast schüchterne Seite. Diese zeigte er beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Osterholz-Scharmbeck. In weiten Zügen unterschrieb er auf der von Kunstmaler Michael-Thomas Henze verzierten Buchseite. In den Sporthallen Europas kennen seine Gegner ihn anders. Dort erkämpfte er zig Titel in fernöstlichen Kampfkünsten in den vergangenen Jahrzehnten.

Vielfacher Meister

Marco Gevatter ist mehrfacher internationaler und deutscher Meister im Jiu Jitsu. Der schwarze Gurt reichte ihm nicht: Er ist ausgezeichnet mit dem sechsten Meistergrad in Jiu Jitsu, im Kickboxen und in Tactical-Combat-Training. Er kann weitere Meistergrade in Ninjutsu und in Anti-Terror-Kampf vorweisen.

Beim Nennen der Auszeichnungen kommt nicht nur Osterholz-Scharmbecks Bürgermeister Torsten Rohde außer Atem, wie sich beim Ortstermin zeigte. „Das klingt gewaltig“, staunte Rohde über den Einzug des Osterholzer-Scharmbeckers in die Riege der besten Kampfsportler Europas, in die „Hall of Fame Martial Arts Europe“. Die lebenslang gültige Auszeichnung ist vergleichbar mit einem Oscar für Schauspieler. „Ich in sehr überrascht über die Nominierung“, sagte Gevatter. „Ich bin wohl aufgefallen.“

Sportler seit der Kindheit

Marco Gevatter ist 1974 in Bremen geboren und in Ritterhude aufgewachsen. Er kam mit sechs Jahren über seinen Vater Peter Gevatter zum Sport. Der hatte als Kampfsportmeister im Jahr 1989 beim TSV Lesumstotel eine neue Sparte gegründet. Bis dahin habe er unter anderem Volleyball und Badminton ausprobiert, erinnert sich Marco Gevatter.

ber eine Sicherheitsfirma sei er in den heutigen Beruf „hineingerutscht“. Er hat sich weiterqualifiziert. Heute ist er ausgebildeter Personenschützer, Fitnesscoach und geprüfter psychologischer Berater im Verband für Psychotherapeuten (VFP). „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen.“

Die Aufnahme in die Riege der besten Kampfsportler Europas schmeichelt ihm. Er ist über Jahre beobachtet worden, wie er herausbekommen hat. Im Nominierungsgespräch sei er überrascht gewesen, was die Jury um Organisator Werner Tewes über ihn gewusst habe.

Engagment für Schwächere

Ihr war nicht entgangen, dass Gevatter jenseits der Wettkampfhallen Engagement für Schwache zeigt: Der ausgebildete Personenschützer mit eigener Firma hat unter anderem Schüler des Martinshofes in Bremen unterrichtet.

Er kümmert sich um Missbrauchs- und Gewaltopfer. Gevatter bietet Kindern und Behinderten Behauptungstrainings an. Und Jugendliche, die nach Gewalterfahrungen ihre Sprache verloren hatten, hätten sie bei seinem Boxtraining wiedergefunden, sagt er stolz. „Das ist ein tolles Gefühl.“ Gevatter hat schwer erziehbare Jugendliche in Sportkursen erneut Disziplin und Respekt vor anderen vermittelt.

Einsatz im Brennpunkt

Der Osterholzer wurde unter anderem an die ehemals berüchtigte Rütli-Schule in Berlin-Neukölln gerufen. Die Schule war 2006 in die Schlagzeilen geraten, weil überforderte Lehrer einen Brandbrief über die Gewaltzustände veröffentlicht hatten.

Gevatter half mit einem Anti-Aggressivitätstraining den Beteiligten beim Neuanfang der Schule. Auch in der Region ist er unterwegs: Er ist Kursleiter beim SV Vorwärts Buschhausen und beim TSV Lesumstotel.

Was kaum jemand weiß: Marco Gevatter hat Bücher herausgebracht. Sein jüngstes Werk dreht sich um Brotarten und das Brotbacken. „Ich habe eben überall mitgemacht und mich fit gemacht“, fasst er sein Erfolgsrezept zusammen.

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