Gnarrenburg zeigt Ausstellung Moor macht Klima im Rathaus

Gnarrenburg. „Drehen Sie hier“, steht auf einer Seite der interaktiven Stele, die bis zum 18. Mai während der Öffnungszeiten im Gnarrenburger Rathaus zu sehen ist.
28.04.2017, 00:00
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Von PETER VON DÖLLEN

Gnarrenburg. „Drehen Sie hier“, steht auf einer Seite der interaktiven Stele, die bis zum 18. Mai während der Öffnungszeiten im Gnarrenburger Rathaus zu sehen ist. Wer der Aufforderung nachkommt, sieht, wie sich der Wasserspiegel eines Moores senkt. Gleichzeitig färbt sich eine Kugel immer mehr rot ein. „Das zeigt, wie die Nässe der Moore mit dem Ausstoß von Kohlendioxid zusammenhängt“, sagt Bürgermeister Axel Renken. Nur ein nasses Moor kann das klimaschädliche Gas speichern. Am Donnerstag stellte Renken mit Schülern, die den Zukunftstag im Rathaus verbrachten und Jörgen Birkhahn von der Biologischen Station Osterholz (Bios) dies vor.

Die Speicherung oder Freisetzung des Gases ist auch eine Kernaussage der kleinen, aber informativen Ausstellung, die im Rathaus zu sehen ist. Entwickelt hat sie die Bios mit einem Fachunternehmen. „Wir wollen das Bewusstsein schärfen und Informationen zum Moor vermitteln“, sagt Birkhan.

Die vier Seiten der Stele zeigen interaktiv vier Aspekte des Moores, zu denen auch die Landwirtschaft auf Moorböden, der Torfabbau und die Artenvielfalt gehören. Dazu kommen acht Aufsteller und Informationsmaterial. „Die Ausstellung ist selbsterklärend. Jeder kann sich alleine ein Grundwissen erschließen“, lobt Renken. Die Ausstellung passe sehr gut nach Gnarrenburg. Die Themen seien hier topp aktuell und sorgten für Diskussionen. Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten, wie es mit dem Moor in der Region weitergehen soll. Die niedersächsische Landesregierung will mittelfristig den Torfabbau beenden. An dem Torfabbau hingen aber Arbeitsplätze, sagt Renken. Zudem gibt es sehr viel Landwirtschaft. Als Modellregion werde versucht, Lösungen zu finden - beispielsweise alternative Landwirtschaftsformen. Eine Möglichkeit seien beispielsweise Paludikulturen, bei denen die oberste Schicht der Pflanzen im Moor regelmäßig abgeerntet werden. Getrocknet könnten sie unter anderem den Torf in Gartenerden ersetzen. Die Entwicklung werde spannend, vermutet Renken. Informationen können da nicht schaden.

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