Freunde und Förderer der Landkreis-Einrichtung hoffen auf europäische Hilfe / Lösung liegt auf Eis

Museumsanlage mit Sanierungsstau

Die Museumsanlage an der Bördestraße steckt im Sanierungsstau. Der Verein der Freunde und Förderer sinnt auf Abhilfe – und hofft auf einen Befreiungsschlag.
08.12.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Von Döllen

Die Museumsanlage an der Bördestraße steckt im Sanierungsstau. Der Verein der Freunde und Förderer sinnt auf Abhilfe – und hofft auf einen Befreiungsschlag.

Landkreis Osterholz. Wassereinbruch zerstörte die Kulisse einer Vitrine, eine weitere litt unter Schimmelbildung. "Jetzt sitzt der Wiedehopf wieder auf einem Holzstapel, Eisvogel und Bienenfresser haben eine neue Wand mit Bruthöhlen", erklärte Präparator Andreas Vollprecht. Jedes Leid sei auch die Chance für etwas Neues.

Es waren nicht nur gute Nachrichten, die der Vorsitzende Gottfried Stehnke, die Museumsleiterin Karla Lütjen und der Kuratoriumsvorsitzende der Kulturstiftung Landkreis Osterholz Karl-Heinz Marg den Mitgliedern des Vereins "Freunde und Förderer der Museumsanlage Landkreis Osterholz und des Norddeutschen Vogelmuseums" präsentieren konnten. Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung im Vogelmuseum war zwiespältig.

Große Lösung wäre teuer

"Es sieht nicht gut aus um die Bausubstanz der Museumsanlage", stellte Marg fest. Es müssten bald Entscheidungen fallen. Eine Notlösung habe keinen Sinn. Marg favorisiert eine Realisierung der Machbarkeitsstudie von 2010, die aus der Anlage ein Erlebniszentrum Teufelsmoor machen will. Der Vorsitzende der Kulturstiftung sieht hier und in Worpswede die einzig sinnvollen Orte für so ein Zentrum. Marg widersprach Aussagen, wonach in der alten Schule im Ort Teufelsmoor ein ähnliches kleines Zentrum entstehen soll. "Das ist falsch. Das wird ein Dorfgemeinschaftshaus", meinte er.Die große Lösung für die Museumsanlage liegt derzeit aber auf Eis. Die notwendigen finanziellen Mittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro könnten vom Landkreis nicht aufgebracht werden. "Das Projekt ist nur mit Hilfe des Landes, des Bundes und der Europäischen Union finanzierbar." Bei der Kofinanzierung wolle die Stiftung helfen, so Marg. Eines mache ihm Mut: "Landrat Dr. Jörg Mielke liegt die Anlage am Herzen und die meisten Kommunalpolitiker sind positiv gestimmt."

Bis eine Lösung des Problems kommt, muss das Museum mit den Gegebenheiten zurechtkommen. Das Team mache das gut und habe kreative Ideen, lobte Stehnke. Großen Anteil daran habe Andreas Vollprecht, der sich um die Ausstellungsstücke des Vogelmuseums kümmere. "Wir arbeiten gerade an der Präsentation der Bekassine, die Vogel des Jahres 2013 ist", berichtete der so Gelobte. Vollprecht schilderte seine umfangreiche Arbeit, die darauf abzielt, alle Vögel in einem realitätsnahen Umfeld zu zeigen. Da sei mitunter Fantasie gefragt. Eine große Aufgabe kommenden Jahres werde der Wiederaufbau der Uhu-Vitrine, die wegen Schimmelbildung aufgelöst werden musste.

Immer wieder bekomme das Museum Vögel gestiftet oder angeliefert. Vollprecht überlegt, ob er sich bei Auswahl und Aufbereitung mehr um didaktische Aspekte kümmern soll. Die Ausstellung von Skeletten, Eiern und anatomischen Details könnte die Attraktivität des Museums für Schulklassen erhöhen, glaubt er.

Museumsleiterin Karla Lütjen ergänzte: "Ich möchte auch Blindengruppen mehr einbinden." Präparate zum Anfassen würden die Vögel den Besuchern näher bringen. Dieses Jahr kamen 40 Kindergartengruppen und 20 Schulklassen. 2013 sollen es deutlich mehr sein. "Wir stehen da auch in einem Wettbewerb mit der Biologischen Station", sagte Lütjen. Die Museumsanlage plant neben den traditionellen Terminen auch eine ungewöhnliche Ausstellung, bei der es um eine "Liebesgeschichte" zwischen einer Ente und einer Gans geht.

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