Prozessauftakt Verden: Angeklagte sollen auch eingebrochen und mit Drogen gehandelt haben Mutmaßliche Brandstifter stehen vor Gericht

Verden·Osterholz-Scharmbeck. Vor der großen Jugendkammer des Landgerichts Verden hat der Prozess gegen die fünf jungen Männer begonnen, die in der Nacht zum 28. Mai in Osterholz-Scharmbeck neun Fahrzeuge in Brand gesteckt haben sollen, davon allein sieben auf dem Gelände des Möbelhauses Meyerhoff.
04.12.2010, 05:00
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Von ANGELIKA SIEPMANN

Verden·Osterholz-Scharmbeck. Vor der großen Jugendkammer des Landgerichts Verden hat der Prozess gegen die fünf jungen Männer begonnen, die in der Nacht zum 28. Mai in Osterholz-Scharmbeck neun Fahrzeuge in Brand gesteckt haben sollen, davon allein sieben auf dem Gelände des Möbelhauses Meyerhoff.

Neben mehrfacher Brandstiftung und Einbruchdiebstahl wird vier der Angeklagten im Alter von 20 bis 28 Jahren auch gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Vor allem ein staatenloser Schüler soll in großem Stil Marihuana, aber auch Kokain verkauft haben. Bei ihm beläuft sich die Zahl der angeklagten Fälle auf insgesamt 370. Die Drogen soll er von dem 28-Jährigen bezogen haben, der offenbar auch als Drahtzieher bei den anderen Straftaten gilt.

Prozessuales Hick-Hack und nach sich ziehende Beratungspausen kennzeichneten den Auftakt der Hauptverhandlung vor zahlreichen Zuschauern, darunter viele Angehörige der Angeklagten. So wollte der Verteidiger des 28-Jährigen verhindern, dass einige Passagen der Anklageschrift verlesen werden, in denen es um Drogenvorwürfe gegen seinen Mandanten geht. Der Anwalt monierte unter anderem nur pauschale Zeit- und zum Teil fehlende Ortsangaben für die mutmaßlichen Taten. Es lägen "schwerwiegende Mängel" vor.

Dem widersprach die Kammer, und so konnte Oberstaatsanwalt Hansjürgen Schulz schließlich die umfangreiche Anklageschrift vortragen. Der Vertreter der Anklagebehörde geriet dann noch einmal in den Fokus der Verteidigung. Da Schulz im Verlaufe der Ermittlungen unter anderem auch an Gesprächen mit sogenannten Kronzeugen beteiligt gewesen sein soll, komme er selbst als Zeuge in Frage. Es wurde beantragt, einen anderen Staatsanwalt in die nächsten Sitzungen zu schicken. Der Prozess wird am 16. Dezember fortgesetzt.

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