Naturschützer gegen Grünlandumbruch im Moor / Klimaschäden NABU fordert Verbot vom Land

Von Sigrid Lüdtke
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Von Sigrid Lüdtke

Hannover. Der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen fordert die Niedersächsische Landesregierung auf, Grünland zukunftsfähig zu erhalten und den Grünlandumbruch von Moorflächen niedersachsenweit zu verbieten. Dies geht aus einer Pressemitteilung des NABU Niedersachsen hervor. Der Grünlandumbruch im Moor würde nicht nur zur Artenvernichtung beitragen, sondern habe negative Auswirkungen auf die Klimaschutzziele, heißt es darin.

Anlässlich der Tagung "Grünland und gemeinsame Agrarpolitik" hatte Uwe Baumert als stellvertretender NABU-Landesvorsitzender mit "beeindruckenden und beklemmenden Bildern geschundener Moorböden die verheerenden Auswirkungen des Grünlandumbruchs" dargestellt. Er sagte: "Es ist absurd, wenn Moorflächen umgebrochen werden dürfen und dabei klimaschädliche Gase entweichen und dann auch noch Mais für Biogasanlagen angebaut wird, um Klimaschutz zu betreiben." Er belegte dies mit Zahlen. Demnach gilt: Mais auf Ackerboden führt in der Biogasanlage pro erzeugter Kilowattstunde zu etwa 200 Gramm CO2-Ausstoß, auf umgebrochenen Moorboden jedoch zu 700 bis 800 Gramm. Dies sei absurd und kontraproduktiv auch für Biogas, denn ein Erdgaskraftwerk komme dagegen nur auf 400 Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde, meinte der Experte.

Nur bei einem Umbruchverbot von Grünland auf Moorböden seien die gravierenden Folgen zu verhindern. Auch der Gesichtspunkt der Landschaftsästhetik werde bei der Vermaisung von Natur- und Landschaftsräumen von immer größerer Bedeutung, so Baumert. "Es wird sonst nicht mehr lange dauern bis ehemalige Allerweltsarten wie Kiebitz und Brachvogel komplett aus unserer Landschaft verschwinden." Baumert forderte die Landesregierung zu entschlossenem Handeln auf.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, machte im Rahmen der Expertentagung in ihrer Stellungnahme deutlich: "Grünland spielt für Wasser, Boden und Klima eine zentrale Rolle." Nur wenn es gelänge, Grünland in Umfang und Qualität zu sichern und zu entwickeln, könne man der Verantwortung gerecht werden und die vereinbarten Biodiversitätsziele auf europäischer und bundesdeutscher Ebene erreichen.

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