Experten geben Tipps, wie Gartenfreunde ihre grünen Oasen jetzt winterfest machen können / Exotische Kübelpflanzen am empfindlichsten Natur unterstützen - nicht bevormunden

Landkreis Osterholz. Wenn der Frost vor der Tür steht, wird es für Gartenfreunde höchste Zeit, ihre lauschigen Oasen winterfest zu machen. 'Doch', warnt die Initiatorin des Projekts 'Offene Gartenpforte', Maike de Boer, ' das ist eine Wissenschaft für sich.' Hobby-Gärtner könnten eine Menge Fehler machen und ihre Gärten dadurch auf lange Sicht ruinieren. 'Wir sollten der Natur nicht allzu viel ins Handwerk pfuschen', rät die Expertin.
20.10.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Markwort

Landkreis Osterholz. Wenn der Frost vor der Tür steht, wird es für Gartenfreunde höchste Zeit, ihre lauschigen Oasen winterfest zu machen. 'Doch', warnt die Initiatorin des Projekts 'Offene Gartenpforte', Maike de Boer, ' das ist eine Wissenschaft für sich.' Hobby-Gärtner könnten eine Menge Fehler machen und ihre Gärten dadurch auf lange Sicht ruinieren. 'Wir sollten der Natur nicht allzu viel ins Handwerk pfuschen', rät die Expertin.

Bereits der Oktober kann die ersten frostigen Nächte bringen. Vor diesem Hintergrund sollten Gartenbesitzer ihre Pflanzen, Büsche und anderen Gewächse vor Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu schützen. Am empfindlichsten sind vor allem exotische Kübelpflanzen wie Oliven- oder Zitronenbäume, die dringend in ein Winterquartier umziehen sollten. Besteht keine Möglichkeit, sie innen aufzubewahren, sollten sie draußen zumindest direkt an der Hauswand platziert werden. 'Dort ist es für gewöhnlich wärmer', raten Gartenexperten. Zusätzlich sollte die Krone mit einem Leinensack oder Noppenfolie abgedeckt und die Erde mit Stroh vor der Kälte geschützt werden.

'Vor allem bei kleineren Kübeln sollte man unbedingt darauf achten, dass sie nicht vollständig durchfrieren', warnt Jens Peper von der gleichnamigen Gärtnerei in Hambergen. Dadurch würden die Pflanzen zerstört und es bestehe die Gefahr, dass sie sich im folgenden Frühjahr nicht mehr von dem Kälteschock erholen. Der Fachmann rät außerdem dazu, 'die Erde mit kohlensaurem Kalk zu bedecken - dadurch sei die Zufuhr von Mineralien und anderen lebenswichtigen Nährstoffen uneingeschränkt gewährleistet.

Obst aus dem eigenen Garten ist für viele Menschen ein nahezu unersetzlicher Genuss. Damit die Bäume den Winter überstehen, raten Fachleute dazu, die Stämme mit weißer Farbe anzumalen, um das Sonnenlicht zu reflektieren. Sonst könne es passieren, dass der Stamm bei starkem Frost förmlich gesprengt werde, da eine Seite noch gefroren, während die andere Seite durch die Sonneneinstrahlung bereits aufgetaut ist.

Die Monate Oktober und November sind - zumindest bis zum ersten Frost - auch der ideale Zeitpunkt, um neue Bäume oder Sträucher einzupflanzen. 'Der Boden ist noch warm und eignet sich in dieser Zeit auch hervorragend dafür, um Narzissen, Tulpen oder Stauden einzusetzen', rät Maike de Boer. Wer jetzt einpflanze erspare sich im Frühjahr eine Menge Arbeit.

Andere Knollen- oder Zwiebelgewächse, zum Beispiel Dahlien, sollten hingegen erst wieder ab März eingepflanzt werden. Wer sie oder auch Rosen bereits in seinem Garten hat, sollte sie jetzt nicht tiefer als eine handbreit über dem Boden beschneiden. Besser sei es, diese Pflanzen auszugraben und in ein warmes Winterquartier umzusiedeln.

'Staudengewächse', so die leidenschaftliche Gärtnerin, 'sind in der Regel winterhart und sollten nur wenig bis gar nicht beschnitten werden.' Gärtner Jens Peper rät außerdem dazu, 'Büsche jetzt höchstens zu einem Drittel zurückzuschneiden'. Die übrigen zwei Drittel dürften erst wieder im Frühling entfernt werden. Bei Laubpflanzen rät Peper dazu, das Laub zu entfernen, bevor es zu Boden fällt. 'Dadurch geht zwar die schöne Herbstfärbung verloren', stellt Peper fest. Allerdings könne das Laub zum Schutz vor der Kälte unter anderem als 'Decke' für die Erde von Kübelpflanzen verwendet werden.

Gemüsebeete sind inzwischen zwar leer, sollten allerdings nur umgegraben werden, wenn der Boden schwer ist. 'Ansonsten sollte man sie jetzt ausreichend düngen', rät ein Sprecher der Landwirtschaftskammer Oldenburg. Zusätzlich sollte eine rund zehn Zentimeter dicke Mulchschicht aufgetragen werden. Petersilie, Schnittlauch oder Feldsalat könnten dagegen im Boden bleiben. 'Sie sollten mit einer Folienhaube vor dem Frost geschützt werden.'

Eine große Gefahr für immergrüne Pflanzen ist das Austrocknen bei eisigen Temperaturen. 'Viele denken, im Winter brauchen Pflanzen nicht so viel Wasser', hat Maike de Boer festgestellt. Das Gegenteil sei allerdings der Fall. Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser und können aus dem gefrorenen Boden nicht genügend Flüssigkeit aufnehmen, um dieses zu ersetzen. Deshalb sei es wichtig, immergrüne Pflanzen im Herbst und an frostfreien Wintertagen ausreichend zu wässern.

Apropos Wasser: Außen stehende Wassertonnen sollten jetzt entleert werden, ebenso außen liegende Wasserleitungen. Nach außen führende Wasserrohre sollten den Winter über gesperrt werden, da sie sonst platzen und für großen Schaden sorgen könnten.

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