Verein Genussland Bremen-Niedersachsen

Neue Plattform für regionale Bioanbieter

Ein halbes Jahr gibt es ihn jetzt, den Verein Genussland Bremen Niedersachsen. Er will eine Plattform für regionale Anbieter, Verarbeiter und Händler von Bioprodukten sowie Gastronomen und Kunden sein. Das Konzept geht auf.
19.04.2016, 00:00
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Von Sabine von der Decken
Neue Plattform für regionale Bioanbieter

Harje Kaemena ist zweiter Vorsitzender im noch jungen Verein Genussland Bremen Niedersachsen. DEK·

Sabine von der Decken

Ein halbes Jahr gibt es ihn jetzt, den Verein Genussland Bremen Niedersachsen. Er will eine Plattform für regionale Anbieter, Verarbeiter und Händler von Bioprodukten sowie Gastronomen und Kunden sein. Das Konzept geht auf.

Immer wieder hatte der Blocklander Produzent und Vermarkter von Bioeis und Biomilch, Harje Kaemena, einerseits Anfragen von Gastronomen zu anderen regionalen Bioprodukten wie auch Anfragen anderer Bioproduzenten nach Kontakten zur Gastronomie. Mit der Gründung des Vereins Genussland Bremen Niedersachsen lassen sich solche Lücken künftig direkt schließen.

In Anlehnung an „Feinheimisch – Genuss aus Schleswig-Holstein“ und „Ländlichfein“ aus Mecklenburg-Vorpommern gründete sich vor rund einem halben Jahr der Verein Genussland Bremen-Niedersachsen.

Händler, Gastronomen und Produzenten haben sich die Förderung und Bewahrung der regionalen Ess- und Genusskultur auf die Fahnen geschrieben. Netzwerken und Kontaktknüpfen stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist es, so der zweite Vorsitzende des noch jungen Vereins, Harje Kaemena, eine Plattform für regionale Anbieter von Bioprodukten, für Verarbeiter, Händler, Gastronomie und Kunden zu schaffen. Mit der Integration niedersächsischer Biobetriebe und Gastronomie trägt der Verein der besonderen regionalen Vielfalt Rechnung, denn allein die Anzahl der Bremer Biobetriebe ist für Kunden wie auch Gastronomen recht überschaubar.

Projekt Biostadt Bremen

Die Idee für das bremisch-niedersächsische Netzwerk war im Verlauf eines Projekts „Biostadt Bremen“ entstanden. Dort fand sich eine Arbeitsgruppe, die sich mit der „Regionalität in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung“ beschäftigte.

Rechnung getragen wird hierbei der Nachfrage nach frischen, regionalen Bioprodukten, die Gastronomen aus der Region auf kurzen Wegen in ihre Speisekarte integrieren können. Eingebettet in das Projekt BioStadt Bremen reagiert Genussland Bremen-Niedersachsen auf das steigende Bedürfnis der Verbraucher, mehr über Herkunft und Qualität von Lebensmitteln zu erfahren, auch bei dem Besuch eines Restaurants.

Nach außen hin sichtbar macht eine bierdeckelgroße Plakette die Zugehörigkeit zum neu gegründeten Verein und dessen Zielen. So können sich Kunden bei den mit dem neuen Gütesiegel versehenen Gastronomiebetrieben sicher sein, dass für die Speisenzubereitung mindestens fünf biozertifizierte Zutaten aus drei verschiedenen Produktgruppen aus der Region Verwendung finden und Fisch und Fleisch aus regionalem, nachhaltigem Wildfang oder Ansitzjagd stammen. Für die Genussland-Mitglieder aus dem Bereich der Produzenten, Verarbeiter und der Handel sind hochwertige regionale Bio-Lebensmittel verpflichtend. Alle Mitglieder des Vereins verüpflichten sich, ihre Mitarbeiter zu fördern und ihnen entsprechende Wertschätzung entgegenzubringen, die lokale und regionale Wirtschaft zu unterstützen sowie die Nutzung alternativer Energien zur Schonung der Ressourcen voranzutreiben.

Bis Ende April sind die Gütesiegel gedruckt und können vergeben werden und auch die Homepage www.genussland-bremen-niedersachsen.de mit den aktuellen Mitgliedern, Veranstaltungen, Angeboten und Links zu den Mitgliedsbetrieben ist dann auf dem neuesten Stand.

"Jeden Tag neue Anfragen"

Die Idee stößt offenbar in eine Lücke. Bestand Genussland im Oktober 2015 aus den 15 Gründungsmitgliedern, hatte der Verein Anfang diesen Jahres rund 20 Mitglieder. Zehn Interessenten stehen nach Auskunft Kaemenas in den Startlöchern und warten auf einen positiven Bescheid ihrer Mitgliedsanträge. „Jeden Tag gehen neue Anfragen ein“, sagt Harje Kaemena über das große Interesse an dem jungen Verein. „Wir wollen kein Eliteclub sein, sondern mithilfe unserer Mitglieder eine breite Palette an Geschmackserlebnissen bieten.“ Regionale Produkte sollen mithilfe von Genussland so den Weg zum Kunden finden.

Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Slow Food Bremen, Biohof Kaemena, die Olivenölabholtage in Wilstedt, Biohofrestaurant Voigt in Syke-Gessel, Hotel Munte, Canova, Küche 13, Regionalkontor-Handelsagentur Zurwellen und VivoLoVin. Alle Erzeuger von Genussland seien bereits biozertifiziert, die meisten Gastronomen allerdings noch nicht, sagt Kaemena. Für sie ist die komplette Umstellung ihrer Speisekarte auf Bioprodukte für die Mitgliedschaft aber nicht zwingend, eine Teilzertifizierung reicht für den Erhalt des Gütesiegels aus, so Kaemena. Sie wollen mit den von Genussland verfolgten Zielen Gastronomen an die Hand nehmen und sie langsam zur Umstellung auf Bio führen, sider zweite Vorsitzende.

Bislang sei der Biohof Kaemena und sein Speiseeis nur im Biobereich „unterwegs“ gewesen, durch die Mitgliedschaft bei Genussland werden sie auch stärker als Regionalanbieter wahrgenommen.

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