11. Scharmbecker Orgeltage überraschen Besucher mit dem Auftritt des Bremer Handglockenchors Neue Töne

Osterholz-Scharmbeck. Zum 11. Mal fanden die Scharmbecker Orgeltage mit musikalischen Veranstaltungen in der St.
08.02.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Otto

Zum 11. Mal fanden die Scharmbecker Orgeltage mit musikalischen Veranstaltungen in der St.-Willehadi-Kirche statt. Und sie warteten diesmal mit einer reizvollen Besonderheit auf. Die Kirchenkreiskantorin Caroline Schneider-Kuhn hatte zum Eröffnungskonzert den Bremer Handglockenchor eingeladen.

So erklang neben der traditionellen Orgelmusik auf der barocken Erasmus Bielfeldt-Orgel auch melodiöses Glockenspiel. Zehn Damen und ein Herr bedienten unter der Leitung von Uwe Barkemeyer zwei bis fünf abgestimmte Glocken durch Schütteln oder Anschlagen mit einem Schlägel.

Natürlich stand die im Jahre 1734 erbaute Bielfeldt-Orgel im Mittelpunkt. Caroline Schneider-Kuhn, die die Gäste zum Eröffnungskonzert begrüßte, erklärte, dass die St.-Willehadi-Kirche in der Vergangenheit nie so viel Geld hatte, dass sie sich eine andere, vielleicht größere Orgel hätte kaufen können. So sei das Instrument zwar im Laufe der Zeit mehrfach überholt worden, ansonsten sei es aber in seiner ursprünglichen Form fast vollständig erhalten geblieben. Das wirke sich nun vorteilhaft aus. Denn auf diese Weise könnten die Besucher heute nachvollziehen, wie die Orgel vor Jahrhunderten geklungen hat.

Den Klang des barocken Instruments konnten die Zuhörer im Rahmen der Orgeltage auch in einem Konzert für Kinder und Eltern erleben und in der Orgelnacht, in der der Bremerhavener Kantor David Schollmeyer Werke von Johann Sebastian Bach, Jazz-Bearbeitungen und Musik auf Wunsch spielte. Zum Abschluss gab Professor Harald Vogel sein schon bewährtes Konzert mit fachkundigen Erklärungen.

Die Erasmus Bielfeldt-Orgel eignet sich natürlich besonders für barocke Kompositionen, prächtige Präludien und kunstvoll verschlungene Fugen mit filigranen Melodielinien von Dietrich Buxtehude bis Johann Sebastian Bach. Da tönen bei Toccata und Chaconne die Riesenpfeifen im Prospekt und näselt das Dulcian. Die großen Barockmeister nutzten den Klangreichtum der „Königin der Instrumente“. Caroline Schneider-Kuhn überraschte im Eröffnungskonzert aber auch durch Jazzartiges und populäre Klänge bei einer „Jamaican Melody“ oder einem Bolero. Da verwandelte sie das altehrwürdige Instrument in eine holländische Straßenorgel, ein elektrisches Klavier oder eine Steel Band.

Faszinierend war das Spiel des Bremer Handglockenchores. Uwe Barkemeyer hat ihn 2006 gegründet. Die Ursprünge des Glockenspiels reichen 3000 Jahre zurück nach China. Über Ägypten, Griechenland und Rom sei es nach Mitteleuropa gekommen, erfuhren die Zuhörer in einer kleinen Einführung. Im 6. Jahrhundert fand es Eingang in die Kirchen. Seitdem tönen die großen Geläute von den Kirchtürmen. Besonders in England wurde das Glockenspiel gepflegt. Hier entwickelte sich auch die Tradition, mit kleinen Handglocken Melodien zu spielen. Dafür werden die selbsttönenden Klanginstrumente in Kelchform in unterschiedlicher Größe eingesetzt. Eine größere Anzahl an Spielern kann dabei mehrstimmige Kompositionen musizieren. Diese Art des Glockenspiels verbreitete sich sehr stark in den USA. Von da kommen auch viele Komponisten, die mehrstimmige Stücke für Glocken geschrieben haben. Einige zeitgenössische Titel enthielt das Konzertprogramm.

Die Glocken aus Zinnbronze erzeugen einen zarten Klang von schwebenden Tönen. Durch Schwingen der Glocken wabern die Töne melodiös in Wellen durch den Raum. Hinzu treten Klangstäbe, sogenannte Chimes, die mit Schlägeln angeschlagen werden. Die Mitglieder des Bremer Handglockenchores zeigten ein konzentriertes Spiel mit exakten Einsätzen, rhythmischen Varianten und dynamischer Vielfalt. Das Publikum war hellauf begeistert.

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