Weihnachtlich angehauchter Stöbernachmittag der Tarmstedter Bücherei mit über 30 Ständen Neue und alte Handarbeitstechniken

Der Stöbernachmittag der Tarmstedter Samtgemeinde-Bücherei stand ganz unter dem Trendthema „Handarbeiten“. Im Forum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) wurde geklöppelt, gestrickt, genäht, gestickt und vieles mehr. Handarbeiterinnen ließen sich über die Schulter schauen. Die Bücherei informierte über ihr Angebot.
17.11.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine von der Decken

Der Stöbernachmittag der Tarmstedter Samtgemeinde-Bücherei stand ganz unter dem Trendthema „Handarbeiten“. Im Forum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) wurde geklöppelt, gestrickt, genäht, gestickt und vieles mehr. Handarbeiterinnen ließen sich über die Schulter schauen. Die Bücherei informierte über ihr Angebot.

Seit mehr als 25 Jahren ist der zweite Freitag im November fester Termin für den Stöbernachmittag der Tarmstedter Bücherei. Er ist immer wieder Anlass, Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt zu präsentieren. In diesem Jahr stand der Stöbernachmittag in Bücherei und Forum der Gesamtschule im Zeichen des Handarbeitens. Auf drei Tischen präsentierte die Bücherei Neuerwerbungen sowie Lektüre aus ihrem Bestand, die sich mit dem Trendthema auseinandersetzt. Ob beim Thema Handarbeiten oder Belletristik – Leiterin Leonore Holsten und ihr Team berücksichtigten Leserwünsche und Empfehlungen.

Die Entscheidung zugunsten des Themas Handarbeiten fiel, so Leonore Holsten, weil Stricken und Häkeln wie schon vor 20 Jahren im Trend liegen. Um die ganze Bandbreite an Handarbeitsbüchern und -anleitungen zeigen zu können, lieh die Bücherei für den Stöbernachmittag Exemplare von der Rotenburger Bibliothek aus. Zwischen Neuerscheinungen von 2014 lasen Hartmut Boedemann und Günter Tetzlaff, Mitglieder des Bücherei-Fördervereins Tarmstedt, kleinen Leseratten vor.

Bereits ein wenig weihnachtlich angehaucht war es an den Ständen im Forum der KGS. An fast 30 Info- und Kreativständen wurde selbst Gemachtes, Gestricktes, Gehäkeltes, Gewebtes, Genähtes und Geklöppeltes präsentiert. Nach dem Umbau der KGS fand der Stöbernachmittag zum ersten Mal wieder im Forum statt. Tina Höll, Vorsitzende des Bücherei-Fördervereins, freute die schöne Atmosphäre. Von Ausstellern umringt, trafen sich Besucher in der Mitte des Forums zum gemütlichen Kaffeetrinken.

An seinem Stand im Forum machte der Förderverein auf das neueste Angebot der Bücherei aufmerksam. Denn seit Sommer können Inhaber des Büchereiausweises kostenlos E-Books über www.NBib24.de ausleihen und dabei auf einen Bestand von 30 000 Medien zurückgreifen. „Das ist ziemlich toll“, ist Tina Höll begeistert. Während des Stöbernachmittags führten Mitarbeiter in die Handhabung von E-Book-Readern, die nicht in der Bücherei ausgeliehen werden können, ein. Einzig der Reader von Kindle sei nicht kompatibel mit dem Angebot der niedersächsischen Bibliotheken, so Höll.

Fiori aus Eritrea, die seit drei Monaten in Hepstedt lebt, zeigte während des Stöbernachmittags eine ganz besondere Handarbeit. Sie flocht Janne Meyer kleine Haarzöpfe.

Eine andere Art der Flechtkunst führten Gerlinde Wulf, Käthe Lemmermann und Christa Ruschmeyer den Besuchern vor. Sie zeigten, dass mit der alten Handarbeitstechnik Klöppeln nicht nur Spitzendeckchen entstehen müssen. Vom Lesezeichen über das Mustertuch bis hin zum Schal reichte die Bandbreite der geklöppelten Handarbeiten. Wie beim Stricken erfährt auch das Klöppeln eine Renaissance, allerdings in Maßen. „Es ist eine Nischentechnik“, sagte Christa Ruschmeyer, die bei der Volkshochschule (VHS) Zeven Klöppel-Kurse gibt. Trotz zunehmenden Interesses gebe es aber auch Nachwuchssorgen. Seit 20 Jahren unterrichtet Ruschmeyer die alte Handwerkskunst, die sie bei den Landfrauen in Wilstedt erlernte und mit einer Kursusleiterausbildung beim Deutschen Klöppelverband abschloss.

Mit Sorgenfressern aus bunten Nickistoffen, die sie als moderne Form der peruanischen Sorgenpüppchen bezeichnete, bereicherte Carmen Süssenguth das vielfältige Angebot des Stöbernachmittags. Eine ganz andere Art der Buchnutzung zeigte Martina Grzybowski-Reinke aus Dipshorn. Mit Falzmesser, Lineal und Bleistift gestaltete sie Bücherkunst in einer ganz besonderen Falttechnik, mit der ein „Bücherengel“ entstand. Für Buchkunst aus einem 250 Seiten starken Exemplar veranschlagte Kunstpädagogin Martina Grzybowski-Reinke drei Stunden Faltarbeit.

An dem Stand der Volkshochschule Zeven warb Ursel Schnackenberg-Bösch im Rahmen des Projekts „Erziehung-Bildung-Inklusion“ für die Qualifizierung zum ehrenamtlichen Lernpaten. Der VHS-Kursus ist kostenlos. „Wir suchen händeringend Lernpaten“, betonte Ursel Schnackenberg-Bösch.

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