Stadt erinnert an die Judenverfolgung im Dritten Reich Opfer-Gedenken am Mahnmal

Osterholz-Scharmbeck. Bürger und Repräsentanten der Stadt haben gestern der Gräuel und Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 gedacht.
10.11.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Christian Valek

Bürger und Repräsentanten der Stadt haben gestern der Gräuel und Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 gedacht. Nachfahren der jüdischen Familien Aron und Davidsohn nahmen an der Gedenkveranstaltung am jüdischen Mahnmal an der Bahnhofstraße teil. Aufmerksam lauschten Bob Davidson aus den USA, seine Schwester Debbie und die Hambergerin Ute Broeker, Ur-Enkelin des Osterholz-Scharmbeckers Wilhelm Aron, den Worten von Vize-Bürgermeister Klaus Sass. Anschließend wurden die Namen von 22 Juden aus Osterholz-Scharmbeck verlesen, die im Laufe des Zweiten Weltkriegs umgebracht wurden.

Die Trauergäste, unter ihnen der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Herbert Behrens, legten Blumen nieder. Sass hatte in seiner Ansprache an die menschlichen Leiden jener Zeit erinnert. Er sprach von einer „Detonation von Sadismus, von Vandalismus, von Mordlust und von Menschenfeindlichkeit.“ Daran gebe es niemals etwas zu verharmlosen. „Bloße Zahlen sprechen hier aber gar nicht die richtige Sprache“, merkte er an.

Man sei verpflichtet, immer wieder die Opfer beim Namen zu nennen. Ihre Schicksale müssten in Erinnerung bleiben, weil sie eben keine namenlosen Schicksale seien. „Wir sind es den Opfern schuldig, ihre Existenz, ihr Leiden und ihren Tod als Teil unserer Stadtgeschichte zu verstehen“, sagte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Osterholz-Scharmbeck.

Die Gäste aus den USA und ihre Begleitung, die auf ihrer Deutschland-Rundreise einen dreitägigen Halt in der Kreisstadt eingelegt hatten, verfolgten die Gedenkveranstaltung am Mahnmal von Steinmetzmeister Wolfgang Strauß mit Interesse.

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