Hunderte von Feuern in der Nacht zum Sonntag im Landkreis entzündet Osterholzer feiern alten Osterbrauch

Osterholz-Scharmbeck. Auf mindestens 2500 Besucher hatte sich der Schützenverein Ritterhude eingestellt. 'So viele sind in den vergangenen Jahren immer zu unserem Osterfeuer gekommen', versicherte der Vorsitzende des Schützenvereins, Johann Hohorst. In Alt-Ritterhude seien sie ja auch die letzten, die den Brauch noch feierten - seit Sportverein und Feuerwehr sich vor wenigen Jahren davon verabschiedet hätten. Im Vergleich zur Besucherzahl sei ihr Holzstapel allerdings etwas klein. Aber das liege an den ganzen Auflagen. 'Unser Osterfeuer reicht vielleicht für zwei Stunden', bedauerte Hohorst. Deshalb würden sie es erst etwas später entfachen.
06.04.2010, 05:57
Lesedauer: 2 Min
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Osterholzer feiern alten Osterbrauch
Von Brigitte Lange

Osterholz-Scharmbeck. Auf mindestens 2500 Besucher hatte sich der Schützenverein Ritterhude eingestellt. 'So viele sind in den vergangenen Jahren immer zu unserem Osterfeuer gekommen', versicherte der Vorsitzende des Schützenvereins, Johann Hohorst. In Alt-Ritterhude seien sie ja auch die letzten, die den Brauch noch feierten - seit Sportverein und Feuerwehr sich vor wenigen Jahren davon verabschiedet hätten. Im Vergleich zur Besucherzahl sei ihr Holzstapel allerdings etwas klein. Aber das liege an den ganzen Auflagen. 'Unser Osterfeuer reicht vielleicht für zwei Stunden', bedauerte Hohorst. Deshalb würden sie es erst etwas später entfachen.

Wie in Alt-Ritterhude schlugen in der Nacht zum Sonntag die Flammen von Hunderten von Osterfeuern in den Himmel über dem Landkreis Osterholz. Allein in der Gemeinde Hambergen waren rund 30 Feuer angemeldet worden, erzählte Ortsbrandmeister Heiner Butt. In den vergangenen Jahren seien es mehr geworden, fand er: 'Und jedes davon mussten wir heute abfahren.' Sie hätten kontrolliert, ob die Abstände zu Häusern und Bäumen eingehalten wurden. Erst danach widmeten sich die Helfer ihrem eigenen, öffentlichen Osterfeuer am 'Vohrlingen', schichteten den vier mal 20 Meter großen Holzhaufen um, bauten zwei Getränkebuden und einen Bratwurststand auf.

Ritterhuder feiern mit Karussell

'Zwischen 500 und 600 Zuschauer haben wir meist', schätzte Butt. Viele davon sind treue Gäste. 'Wir leben seit 30 Jahren in Hambergen - und ich kann mich nicht erinnern, je ein Osterfeuer verpasst zu haben', erzählten Gisela und Hermann Meißner. Sie liebten diesen Osterbrauch, würden Bekannte am Vohrlingen treffen. 'Und die Bratwurst ist auch gut', lobte Gisela Meißner die Feuerwehr.

Auf dem Grill in Alt-Ritterhude schmorten ebenfalls Bratwürste. Aber als letztes Osterfeuer am Ort solle es ein besonderes Fest sein; eins, das den Besuchern mehr biete, sagte Hohorst. Bereits am frühen Abend drehte sich daher das Kinderkarussell vor der Schützenhalle. Süßer Duft zog von der Mandelbude herüber. Fischbrötchen und -frikadellen fanden genau wie Nackensteaks ihre Abnehmer. Während der Discjockey sich auf seinen Einsatz ab 22 Uhr in der Schützenhalle vorbereitete, hielten die jüngsten Besucher selbstgemachtes Stockbrot über die speziell für sie angelegten Feuerstellen. Und für die, denen trotz Feuer kalt würde, hatten die Schützen Glühwein vorbereitet. 'Vor zwei Jahren hatten wir Probleme mit Unruhestiftern', räumte Hohorst ein. Damit sich das nicht wiederhole, engagierten sie seitdem ein Security-Team fürs Osterfeuer.

In Pennigbüttel übernahmen die Mitglieder der Ortsfeuerwehr selbst die Aufgabe der Sicherheitskräfte. In der Menschentraube am Feuer fielen ihre rot-weißen Schutzjacken besonders ins Auge. Zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte hatten sie das Gestrüpp für das Feuer nicht im Gewerbegebiet Pennigbüttel Nord-Ost angefahren. 'Die Stadt hat die Fläche für Ausgleichspflanzungen benötigt', bemerkte Ortsbrandmeister Jörg Höllger. So seien sie darauf verfallen, auf ihrem Übungsgelände hinter den Sportplätzen das Feuer zu entzünden. 'Ich find?s hier schöner', urteilte Sarah Behrens. Nun sei das Feuer wenigstens mitten in Pennigbüttel und nah an den Siedlungen. Das mache es einfacher, zum Fest zu kommen. Und daran teilzunehmen, sei für sie Tradition. Behrens: 'Hier trifft man alle - egal bei welchem Wetter.'

Bis maximal 24 Uhr durften die Flammen im Landkreis züngeln und die Funken vor dem Nachthimmel tanzen. Laut Verordnung sollten die Osterfeuer dann niedergebrannt sein und die Gäste - eingehüllt in den würzigen Rauch der Brauchtumsfeuer - ihren Weg nach Hause antreten.

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