Aufnahme in das Förderprogramm 2010

Osterstader Marsch: Vertragsnaturschutz möglich

Landkreis Osterholz. Als Landrat Dr. Jörg Mielke und Kreislandwirt Reinhard Garbade vor gut einem Monat zusammentrafen, um für den Ausbau des Vertragsnaturschutzes im Landkreis Osterholz zu werben, stand die Entscheidung des Landes zur Osterstader Marsch noch aus. Jetzt sind die Würfel gefallen: Das Gebiet wird in das laufende Förderprogramm 'Kooperationsprogramm Naturschutz' (KoopNat) aufgenommen.
04.05.2010, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Als Landrat Dr. Jörg Mielke und Kreislandwirt Reinhard Garbade vor gut einem Monat zusammentrafen, um für den Ausbau des Vertragsnaturschutzes im Landkreis Osterholz zu werben, stand die Entscheidung des Landes zur Osterstader Marsch noch aus. Jetzt sind die Würfel gefallen: Das Gebiet wird in das laufende Förderprogramm 'Kooperationsprogramm Naturschutz' (KoopNat) aufgenommen.

Nachdem das Land einen entsprechenden Antrag des Landkreises zunächst abgelehnt hatte, ist es jetzt mit Unterstützung der Landtagsabgeordneten Astrid Vockert und Axel Miesner gelungen, die Osterstader Marsch doch noch in die Förderkulisse 2010 aufzunehmen, teilte der Landkreis gestern mit. Für die betroffenen Landwirte bedeutet dies: Sie müssen sich sputen, wenn sie mitmachen wollen. Sie können ab sofort mit der Landwirtschaftskammer Bremervörde eine Vereinbarung über den Vertragsnaturschutz schließen.

Da die Antragsfrist bereits am 17. Mai endet, laden Landvolk und Landkreis alle Interessenten kurzfristig zu einer Informationsveranstaltung am heutigen Dienstag, 9.30 Uhr, im Dorfgemeinschafshaus Aschwarden ein (Aschwardener Straße 40 in Schwanewede). Dort stellen Landvolk, Landwirtschaftskammer und Kreisverwaltung mit den Beratern Dr. Hans-Gerhard Kulp (Biologische Station Osterholz) und Agraringenieur Wilken Tietjen die Einzelheiten des Programms vor. Die Berater stehen auch während der Programmlaufzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.

Chance für die Landwirte

Die Osterstader Marsch ist ein Teilbereich des EU-Vogelschutzgebietes Unterweser. Betroffen sind überwiegend Außendeichsflächen an der Weser unter Einschluss der Insel Harriersand. Maßgebend wird in diesem Fall der Programmbereich 'Nordische Gastvögel' sein. Die Aufnahme in die Förderkulisse bedeutet für die Landwirte eine Chance, auf freiwilliger Basis Zahlungen für Naturschutzberücksichtigung zu erhalten. Mit anderen Worten: Dafür, dass sie Wildgänse oder Schwäne in Ruhe lassen, wenn diese im Winter auf den Äckern eine Rast einlegen und sich stärken, gibt es eine Art Ausgleichszahlung. Der Landkreis betont, dass eine Unterschutzstellung oder Anordnung zwingender Naturschutzauflagen damit nicht verbunden sei.

Landkreis und Landvolk freuen sich sehr über die Entscheidung des Landes zur Aufnahme der Osterstader Marsch in das Förderprogramm. Sie sei auf einer Initiative und im Einvernehmen mit der örtlichen Landwirtschaft gemeinsam vorangetrieben worden. Wichtig sind Landrat Mielke und dem Kreisvorsitzenden des Landvolkverbandes, Reinhard Garbade, dass sowohl die Interessen des Naturschutzes als auch der Landwirte berücksichtigt werden. Über die Aufnahme der Osterstader Marsch sind beide froh. 'Mit diesem Programm können Landwirte nun einen Teil- Ausgleich der ihnen entstehenden Ausfälle und Schäden erhalten', erläutert Garbade. Dr. Mielke: 'Eine rege Teilnahme und Nutzung der Fördermöglichkeiten würde ich mir wünschen.'

Das Kooperationsprogramm Naturschutz gewährt den beteiligten Landwirten in bestimmten Fördergebieten Prämien, wenn diese mit der zuständigen Landwirtschaftskammer eine Vereinbarung über freiwillige Maßnahmen zur naturschutzgerechten Bewirtschaftung ihrer Flächen unterzeichnen. Die Laufzeit entsprechender Vereinbarungen beträgt jeweils fünf Jahre.

Die Vereinbarungen erfolgen auf Basis fachlicher Vorabstimmungen mit dem Landkreis. Landesweit beteiligen sich bereits mehr als 1600 Landwirte am Vertragsnaturschutz.

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