Ampel an der Wümme-Brücke in der Kritik / Behörde bestätigt Fehler in Schaltung

Pendler sehen rot

Seit November 2014 läuft die Ampelanlage an der neuen Wümme-Brücke im regulären Betrieb. Seitdem bilden sich zur Hauptverkehrszeit häufig längere Staus, weil sie verhältnismäßig oft auf Rot umschalte, kritisiert Pendler Lutz Dickert. Das zuständige Amt in Bremen räumt ein: Die Ampel läuft noch nicht rund.
27.02.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Pendler sehen rot
Von Brigitte Lange
Pendler sehen rot

Seit November ist die Ampel an der Wümme-Brücke regulär in Betrieb. Doch noch läuft ihre Schaltung nicht rund.

Brigitte Lange

Seit November 2014 läuft die Ampelanlage an der neuen Wümme-Brücke im regulären Betrieb. Seitdem bilden sich zur Hauptverkehrszeit häufig längere Staus, weil sie verhältnismäßig oft auf Rot umschalte, kritisiert Pendler Lutz Dickert. Das zuständige Amt in Bremen räumt ein: Die Ampel läuft noch nicht rund.

Lutz Dickert ist genervt. Zweimal täglich passiert er die neue Wümme-Brücke an der Wümmesiede. Wie viele Osterholzer arbeitet er in Bremen. Und obwohl die Baustelle, die während des Brückenbaus den Zubringer zur Autobahn in ein Nadelöhr verwandelt hatte, längst aufgehoben ist, verliert der Ritterhuder an der Ampel bei der Brücke regelmäßig Zeit. „Fünf Mal habe ich in den vergangenen drei Monaten vielleicht nicht vor der roten Ampel im Stau gestanden“, sagt er.

Lutz Dickert gibt der Ampelschaltung die Schuld. Vor dem Brückenbau mussten sich die Autofahrer, die von den Straßen Wümmesiede und Wasserhorst auf die Ritterhuder Heerstraße auffahren wollten, in den fließenden Verkehr einreihen. Heute springt die Ampel für den Hauptverkehrsstrom auf Rot, sobald ein Auto an den Einmündungen hält. Morgens und abends, wenn die Pendler unterwegs sind, führten diese Stopps zu langen Rückstaus. „Und das für ein einziges Auto“, kritisiert er. Die Ampel stellt er nicht infrage. Dass Radfahrer und Fußgänger ohne sie nicht über die Straße kämen, weiß er.

Aber weshalb eine Ampel für die Autos? Das seien doch „absolute Nebenstraßen“, noch dazu auf dem Land. Auch habe er beobachtet, dass die Ampel für den Hauptverkehrsstrom mitunter auf Rot schalte, ohne dass es dafür einen ersichtlichen Grund gebe. Er vermutet, dass da irgend etwas faul ist. Auf eine Anfrage, die er per E-Mail an das Amt in Bremen gestellt hat, habe er bisher keine schlüssige Antwort bekommen, nur den Hinweis: „Wir kümmern uns.“

Hersteller muss nachbessern

„Das Problem ist bekannt“, teilt Martin Stellmann auf Nachfrage der Redaktion mit. Er ist Pressesprecher beim Amt für Straßen und Verkehr in Bremen. Nicht nur durch Hinweise von Bürgern seien sie darauf aufmerksam geworden. Ihre Fachleute, die die Ampelschaltung mit Hilfe von Computertechnik auch aus der Ferne im Blick behielten, seien mit der Ampelanlage unzufrieden. „Sie schaltet noch nicht so, wie wir das wollen“, sagt er. „Der Anlagenhersteller muss nacharbeiten.“ Sie seien aber zuversichtlich, dass das Problem in den nächsten zwei Wochen gelöst werde.

Dass aber früher alles besser gewesen sei, wollte Stellmann so nicht gelten lassen. „Auf die Frage haben meine Kollegen nur geschmunzelt“, sagt er. „Es kommt halt darauf an, durch welche Windschutzscheibe man schaut.“ Für die Pendler sei die alte Variante vielleicht besser gewesen, räumt er ein. „Aber nicht für die Landwirte und die Anwohner; die haben zu bestimmten Zeiten überhaupt keine Chance gehabt, auf die Ritterhuder Heerstraße zu kommen.“ Als der Bau der neuen Brücke anstand, sei klar gewesen, dass dieses Problem angegangen werde. „Wir müssen einen Mittelweg finden“, sagt Stellmann. Einen, der allen Verkehrsteilnehmern an der Kreuzung gerecht wird. „Und da sind wir dran“, versichert der Pressesprecher.

Für unwahrscheinlich hält er es indes, dass die Ampel ohne Grund für den Hauptverkehrsstrom auf Rot schalte. Die neue Anlage sei mit einer Art Kamera ausgestattet, die registriere, ob Fahrzeuge vor der Lichtanlage halten. Diese Technik sei richtungsgebunden. Fahrzeuge, die in die Nebenstraße einbiegen, könnten deshalb beispielsweise keinesfalls die Ampelanlage auslösen, widersprach er Vermutungen.

Allerdings habe es während der Bauphase die Situation gegeben, das mobil-montierte Schilder, die nahe an der Ampel standen, sich im Wind bewegt und so die Detektoren der Anlage ausgelöst hätten, berichtet er.

Seit November ist die Ampel an der Wümme-Brücke regulär in Betrieb. Doch noch läuft ihre Schaltung nicht rund.

FOTO: BRIGITTE LANGE

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