Landkreis Rotenburg gibt Tipps zur Unterscheidung von Arten / Vielfalt wird finanziell gefördert

Pflanzenkunde für Landwirte

Heimische Pflanzen sind manchmal gar nicht so leicht zu unterscheiden – auch für Landwirte nicht. In Ober-Klenkendorf bekamen sie jetzt eine entsprechende Schulung. Denn das Wissen um die Pflanzenarten bringt Landwirten auch Fördermittel.
06.08.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen
Pflanzenkunde für Landwirte

Hans-Georg Stroh (r.) und Jana Wulff erklärten in Ober-Klenkendorf interessierten Landwirten, wie sie Pflanzenarten unterscheiden und Fördergelder für Umweltschutzmaßnahmen beantragen können. VDO·

Peter von Döllen

Heimische Pflanzen sind manchmal gar nicht so leicht zu unterscheiden – auch für Landwirte nicht. In Ober-Klenkendorf bekamen sie jetzt eine entsprechende Schulung. Denn das Wissen um die Pflanzenarten bringt Landwirten auch Fördermittel.

Auf einem Tisch standen viele Blumentöpfe – heimische Pflanzen, die als Kennarten für ökologische Vielfalt stehen. Sie zu unterscheiden ist nicht einfach. „Es müssen alle typischen Merkmale angesehen werden“, erklärte Biologe Hans Georg Stroh den interessierten Landwirten. Manche Pflanzen seien sich zu ähnlich. Landwirte, auf deren Flächen mehrere Kennarten zu finden sind, können in Niedersachsen Fördermittel beantragen – entsprechende Programme sollen die ökologische Qualität der Landschaft verbessern. Die Begutachtung sollen Landwirte selber vornehmen. Keine leichte Aufgabe.

„Der Landkreis Rotenburg will seine Landwirte deshalb kostenlos beraten und schulen“, erklärte Jana Wulff von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU). IGLU wurde mit dieser Aufgabe betreut. „Wir bieten Beratungen, Informationsveranstaltungen, Feldbegehungen und helfen bei Antragsstellungen“, führte Wulff aus.

Eine dieser Informationsveranstaltungen fand diese Woche in Ober-Klenkendorf auf dem Hof der Familie Steffens statt. Die Steffens hatten auch Förderungen beantragt und standen deshalb in Kontakt mit der IGLU. Johann Steffens liegt die Natur am Herzen. „Ich bin nur Hobbylandwirt“, erklärte er. Da sei vieles einfacher. Er würde sich freuen, wenn mehr Betriebe extensive Landwirtschaft machen würden. Beratung schade nicht.

Bei dem Gespräch, zu dem viele Landwirte und Interessierte auf den Hof gekommen waren, ging es hauptsächlich um ergebnisorientierte Förderung von artenreichem Grünland. Dabei geht es unter anderem um Wiesen und Weiden auf wenig ertragreichen Böden. Wulff: „Immer wieder werden solche Grünlandflächen aufgegeben.“ Das Förderprogramm soll Landwirte ermuntern, diese Flächen weiter zu nutzen und zu erhalten. Dafür gibt es finanzielle Unterstützung. „Im Idealfall bewirtschaften sie die Flächen bereits extensiv. Dann können sie einfach so weitermachen“, erläuterte Stroh. Durch Umstellungen könnten auch andere Flächen erhalten bleiben.

Mindestens vier Kennarten nötig

Voraussetzung für eine Aufnahme in das Förderprogramm ist das Vorkommen von mindestens vier Kennarten. Die sind genau festgelegt. Dazu gehören unter anderem Wiesen-Schaumkraut, Großer Sauerampfer, Rot-Klee oder Spitzwegerich. 31 Arten sind im Katalog aufgelistet, die als Hinweis für artenreiche Flächen stehen. Die wichtigsten Arten stellte Stroh vor, bevor es auf Suche ins Gelände ging. Der Biologe zeigte den Teilnehmern, wie eine Suche und Erfassung aussehen kann.

Hilfreich können Broschüren sein, die alle Kennarten abbilden und beschreiben. Die Suche wird auf der längsten möglichen Geraden der Fläche durchgeführt. Je nach Vorkommen, gibt es laut Wulff unterschiedliche Förderstufen. Anträge für die Grünlandflächen können laut Landkreis noch bis zum 1. Oktober eingereicht werden.

Neben den Formalien hatten die Landwirte auch ganz einfache Fragen: Gibt es giftige Pflanzen, die weidenden Tieren gefährlich werden können? Können Kennarten ausgesät werden? Wie kann ich die Pflanzen fördern? Stroh und Wulff beantworteten die Fragen ausführlich.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es bei Jana Wulff unter der Telefonnummer 0 50 25 / 9 40 72.

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