Osterholz Politiker fordern reißfestere Gelbe Säcke

Osterholz. Wird es im Landkreis Osterholz künftig neben dem Gelben Sack auch die Gelbe Tonne geben? Darauf hoffen die Mitglieder des Ausschusses für Abfallwirtschaft. Sie fordern, dass die Bürger künftig wählen können, in welchem Behältnis sie den Verpackungsmüll sammeln.
03.02.2010, 17:01
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Wird es im Landkreis Osterholz künftig neben dem Gelben Sack auch die Gelbe Tonne geben? Darauf hoffen zumindest die Mitglieder des Ausschusses für Abfallwirtschaft. Sie forderten am Dienstag einstimmig, dass die Bürger künftig wählen können, in welchem Behältnis sie den Verpackungsmüll sammeln. Zugleich will man alles daran setzen, dass die oft bemängelte Qualität der Gelben Säcke verbessert wird. Weil das Kontingent an Gelben Säcken für dieses Jahr bestellt ist, besteht frühestens beim Einkauf für 2011 die Chance, reißfestere Exemplare zu ordern.

Die Angelegenheit ist insofern kompliziert, als der Landkreis Osterholz nicht für die Sammlung des Verpackungsmülls zuständig ist, sondern diese in privater Hand liegt - in diesem Fall bei der Dualen System Deutschland (DSD) GmbH. Das Unternehmen sträubt sich dagegen, parallel zu den Gelben Säcken auch noch die Gelben Tonnen anzubieten.

Dass es dieses Angebot in Bremen derzeit noch gibt, ist für die DSD-ler kein Argument - denn dieses System sei in Zeiten eingeführt worden, als die Leistungen für die Sammlung von Leichtverpackungen aus Haushalten noch nicht ausgeschrieben werden mussten. Heute ist das anders: Wenn DSD ein Unternehmen mit der Sammlung beauftragen will, muss dieses genau wissen, über welche Größenordnungen eigentlich gesprochen wird, um dann ein seriös kalkuliertes Angebot abgeben zu können.

Es könnte so funktionieren wie im hessichen Landkreis Giessen, wo es ab 2011 wahlweise die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack geben soll. Dort mussten die Haushalte vorab verbindlich sagen, wie sie ihren Verpackungsmüll künftig entsorgen wollen.

Zu spät für eine Befragung

Dieser Zug ist für den Landkreis Osterholz abgefahren: Der Vertrag zwischen der Dualen System Deutschland GmbH und der der Bremer Firma Nehlsen läuft nur noch bis zum Ende des Jahres. Im Frühjahr wird der Auftrag für die Sammlung neu ausgeschrieben - zu spät für eine umfassende Kundenbefragung.

Wenn sich etwas ändert, dann frühestens nach Ablauf des neuen Vertrages im Jahr 2013. Der Beschluss des Ausschusses für Abfallwirtschaft ist bewusst als 'Fernziel' formuliert worden, das nicht aus den Augen verloren werden soll. Für die Abfall-Service Osterholz GmbH, die die Einzelheiten zur Entsorgung der Leichtverpackungen im Landkreis mit DSD abstimmt, ist die Forderung als eine Art Leitlinie für die künftigen Verhandlungen anzusehen.

Die Kreistagsabgeordnete Heidi Kupsch (FDP) wehrte sich während der Debatte im Ausschuss dagegen, dass die Einführung der Gelben Tonne parallel zum Gelben Sack bereits ab 2011 gefordert wird, so wie es im Vorschlag der Kreisverwaltung ursprünglich formuliert worden war. Man dürfe nicht so tun, als wisse man nicht, dass diese Forderung unrealistisch sei. Als Kompromiss formulierte man es etwas weicher: Statt sich auf eine Jahreszahl festzulegen, wählte man das Wort 'zukünftig'.

Zusätzlich nahmen die Politiker aber auch die Forderung auf, dass die Qualität der Gelben Säcke verbessert werden soll. Auch da sind allerdings die Einflussmöglichkeiten begrenzt. So ist der Standard für die Wandstärke der Säcke einheitlich auf 0,02 Millimeter festgelegt worden.

Ein Gelber Sack kostet 2,5 Cent

Und natürlich ist alles auch eine Frage der Finanzierung: Nach Angaben von Frank Theilen kostet ein Gelber Sack 2,5 Cent - kein Pappenstiel angesichts der riesigen Mengen an Rollen, die pro Jahr verbraucht werden. Zwischen 100000 und 130000 Gelbe Säcke werden laut Theilen pro Monat von den Bürgern im Landkreis Osterholz verbraucht.

Die Abfall Service Osterholz GmbH (ASO) will bei den nächsten Verhandlungen über den Einkauf der Gelben Säcke am Tisch sitzen. Die ASO ist seit Beginn des Jahres neben der Firma Schorfmann als Subunternehmer für die Nehlsen GmbH & Co KG für das Einsammeln der Gelben Säcke im Landkreis tätig.

Ungewiss ist derzeit noch, wie es insgesamt mit dem Dualen System weitergeht. Mit Inkrafttreten der neuen Wertstoffverordnung auf Bundesebene könnte es zu einer Umstellung des bisherigen Systems kommen: Wertstoffe, egal ob mit einem Grünen Punkt ausgestattet oder nicht, könnten dann generell in einer Wertstofftonne eingesammelt werden. A.S.O.-Geschäftsführer Theilen geht fest davon aus, dass diese Wertstofftonne kommen wird. In diesem Fall hätte sich die Debatte über den Gelben Sack und die Gelbe Tonne erledigt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+