Zukunft des früheren OKD-Wohnhauses

Politiker wollen Studie abwarten

Landkreis Osterholz. Abriss oder neue Nutzung? Noch ist offen, wie es mit dem seit Jahren leerstehenden Dienstwohnhaus des ehemaligen Oberkreisdirektors auf dem Gelände der Museumsanlage weitergeht. Klarheit soll eine rund 50 000 Euro teure Machbarkeitsstudie bringen.
26.02.2010, 16:02
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode
Politiker wollen Studie abwarten

Wie geht es mit der Museumsanlage und dem Dienstwohnhaus des früheren Oberkreisdirektors (rechtes Gebäude) weiter? Eine

Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Abriss oder neue Nutzung? Noch ist offen, wie es mit dem seit Jahren leerstehenden Dienstwohnhaus des ehemaligen Oberkreisdirektors auf dem Gelände der Museumsanlage weitergeht. Klarheit soll eine rund 50 000 Euro teure Machbarkeitsstudie bringen, die derzeit für die gesamte Museumsanlage an der Bördestraße erstellt wird. Bis zur Sommerpause soll ein neues Museumskonzept vorliegen. Das Ziel: Das Angebot soll für Besucher attraktiver werden, um von den roten Zahlen herunterzukommen, die die Einrichtung der Osterholzer Kulturstiftung alljährlich beschert.

'Der Hauptdefizitärbringer für die Kulturstiftung ist die Museumsanlage', stellte Landrat Dr. Jörg Mielke während der Sitzung des Kreisentwicklungsausschusses im Osterholzer Kreishaus fest. Erfolgreiche Veranstaltungen wie der Kunsthandwerkermarkt oder andere besondere Ereignisse könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Museumsanlage im Schnitt so gut wie gar nichts los sei, so Mielke.

Um eine Lösung des Problems zu finden, ist die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Ein Unternehmen aus Erlangen, das sich im Bereich der Museumskonzeption auskennt, nimmt das heutige Angebot unter die Lupe und will Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Dabei soll auch dargelegt werden, wie hoch mögliche Investitionen ausfallen und inwiefern sie sich rechnen würden. Die Studie soll Grundlage sein für alle weiteren Entscheidungen.

Eine Rolle wird dabei auch die Frage spielen, ob das frühere OKD-Haus noch eine Zukunft hat. Dass das Thema jetzt auf die Tagesordnung im Kreisentwicklungsausschuss kam, ging auf die Initiative von Wilfried Pallasch zurück. Der Vertreter der Wählergemeinschaften im Kreistag macht sich Sorgen um den Zustand des Diensthauses. 'Es ist für jedes Gebäude schädlich, wenn es über einen längeren Zeitraum leer steht und das über mehrere Witterungsperioden hinaus', erklärte er sein Anliegen. Seine Idee: so lange nicht klar sei, was mit dem Haus passiere, könne man es als Zwischenlösung einer Familie oder einem Künstler zur Verfügung stellen. Sein Vorstoß fand bei den übrigen Mitgliedern des Ausschusses keinen Anklang: Sie plädierten geschlossen dafür, das bis zum Sommer erwartete Ergebnis der Machbarkeitsstudie abzuwarten und dann zu sehen, wie man weiter mit dem Haus verfährt.

Grundversorgung gewährleistet

Dass am ehemaligen OKD-Haus der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, geht aus der Vorlage zur Sitzung hervor: Am Balkon dringt Feuchtigkeit ins Innere, bei Teilen des Dachbodens besteht der Verdacht auf Holzbockbefall, in einem Bad wuchern Schimmelpilze, die Elektroanlage ist völlig überaltert, ähnliches gilt für einen Teil der Wasserleitungen. Damit das Haus nicht weiteren Schaden nimmt, ist, so Mielke, 'eine Grundversorgung' gewährleistet.

Auf Nachfrage der FDP-Kreistagsabgeordneten Heidi Kupsch stellte Mielke klar, dass in die Machbarkeitsstudie auch Berechnungen über die Rentabilität der Einrichtung einbezogen werden. Am Ende wisse man, ob die Belastung höher oder niedriger als heute ausfallen wird. Die externen Fachleute haben auch eine Liste von Fördermöglichkeiten mit auf den Weg bekommen, die für die Finanzierung genutzt werden könnten.

In die Überlegungen fließt auch die Idee ein, das seit Jahren angedachte 'Haus im Moor' auf dem Gelände der Museumsanlage unterzubringen. Inwieweit das Sinn macht, darauf soll die Studie ebenfalls eine Antwort geben. In die Ferne gerückt zu sein scheint der Plan, ein solches 'Haus im Moor' in der Ortschaft Teufelsmoor zu verwirklichen. Laut Landrat Mielke hat sich unter anderem herausgestellt, dass sich die alte Schule ist für diesen Zweck nicht wirklich eignet, also in jedem Fall ein Neubau errichtet werden müsste. Im Dorf selber zeichneten sich zu dem Thema überdies Konflikte ab.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+