Borgfelder Querflötentrio für Landeswettbewerb qualifiziert Preisverdächtig auch in der Choreographie

Borgfeld. Im März werden die drei Querflötistinnen Catharina Berg, Isis Kazmierczak und Lina Goralczyk ihr Können im Rahmen des Landeswettbewerbs präsentieren können. Dort hat das Trio einen zweiten Platz als Minimalziel.
17.02.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Scheller

Die Musikschule Bremen gibt Nachwuchstalenten Jahr für Jahr Gelegenheit, vor Publikum und ausgewählten Juroren zu konzertieren. Die drei Querflötistinnen Catharina Berg, Isis Kazmierczak und Lina Goralczyk haben gemeinsam ein knappes halbes Jahr lang dreimal in der Woche geprobt, bevor sie den Schritt vor die Jugend-musiziert-Jury wagten. Im Regionalwettbewerb räumten die Zehnjährigen dabei einen ersten Platz ab. Im März werden sie ihr Können im Rahmen des Landeswettbewerbs präsentieren können. Dort hat das Trio einen zweiten Platz als Minimalziel.

Im Probenraum müssen die Mädchen ihre Schuhe ausziehen. Für Isis, Lina und Catharina haben die Räume der Hebammenpraxis im Borgfelder Stiftungsdorf so etwas wie Symbolcharakter: Die Geburt ihres Trios, das gerade den ersten Preis beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ gewann, fand hier statt. Nun treffen sich die drei weiterhin zu den Proben, aber die Luft sei ein wenig raus, sagt Flötenlehrer Michael Müller aus Worpswede. In den Einzelstunden, in denen er einmal wöchentlich mit den Mädchen probt, habe er bereits neue Stücke in Angrif genommen. La Tempesta di Mare, den Meeressturm, von Vivaldi für die temperamentvolle Isis. Ein Trio von Gaspar Kummer für die geerdete und gern gestaltende Catharina, bei dem sie gemeinsam mit ihrem Lehrer Querflöte spielt, während ihre Mutter die beiden auf der Altflöte begleitet. „Bei Lina bin ich noch am Testen“, sagt der Querflötist, während er den Kopf in die Hände stützt: „Ein Arrangement Pour Elise oder auch la Tempesta di Mare?“ Lina sei „die feste Größe in dem Trio“. Oft sei sie, so wie bei Quantz’ Andante „der ruhende Teppich, über den die anderen schreiten“. Zuverlässig und vorsichtig. „Da steckt sehr viel Potenzial drin.“

Es sei nicht immer einfach gewesen, „die drei Temperamente der Mädchen zusammenzukriegen“, erinnert sich Müller an die ersten gemeinsamen Proben gleich nach den Sommerferien vergangenes Jahr. „Isis, die oft über den Dingen schwebt und den anderen mindestens zwei Töne davon spielt.“ Die geerdete Catherina, „die wie eine erfahrene Querflötistin ihren Oberkörper zur Musik wiegt und die anderen dabei scharf ansieht“. Und Lina, in der ein großes Talent schlummere, „die jedoch nicht vorprescht, sondern sich den Befindlichkeiten ihrer Mitspielerinnen zurückhaltend anpasst.“ Wohl gerade aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit und ihres dadurch sehr dynamischen Zusammenwirkens haben die drei Mädchen es geschafft. In der „Kategorie Holzbläser, gleiche Instrumente, Altersgruppe II“ war ihnen nicht nur die Jury gewogen, sondern sie wurden vom Publikum mit tosendem Beifall belohnt. Die Juroren lobten das Trio hinterher über den grünen Klee. „Einer fand es sogar schade, dass es keinen Preis für Choreographie gibt, den hätten sich die Mädchen sonst gleich abholen können“, erinnert sich Mueller an die vielen Komplimente.

Schön und schnell gespielt

Quantz’ Andante und Sonata, Mozarts Divertimento und Hans Keunings Doggy’s Flirt spielten die Mädchen der vierköpfigen Jury vor. „Wir waren ziemlich aufgeregt“, erinnert sich Catharina. „Irgendwie waren wir nie gleich“, stets spielte eine zu hoch, eine andere zu tief, eine zu schnell, eine andere zu langsam. Da half anfangs auch „das tägliche Üben, Üben, Üben nichts“. Dreimal in der Woche traf sich das Trio, mal in der Waldorfschule in der Touler Straße, mal im Worpsweder Hasenmoor oder in der Borgfelder Hebammenpraxis. Dann war es endlich soweit. Isis erinnert sich noch an jedes Details. „Zuerst haben wir uns in Raum 23 in der Schleswiger Straße eingespielt.“ Vier Stühle standen vorn. Ein Piano in der Mitte. „Zwischendurch kamen noch die Fagotte herein zur Stellprobe.“ Als es endlich losging, sagte Isis die Stücke an und gab ihren Programm-Zettel an die Jury weiter. Sie habe die Komponisten vergessen, kritisierte ein Juror prompt, bevor es überhaupt losging. „Die stehen auf dem Zettel“, gab Isis schlagfertig zurück, bevor sie tief ein- und wieder ausatmete. Und wieder ein und ein wenig aus, um dann zu spielen. Zwischen den Stücken wechselten die Mädchen ihre Plätze und ihre Rollen, passten sich den Tempi der anderen an, „spielten schön und schnell“, wie die Juroren auf ihren Beurteilungsbögen vermerkten und präsentierten die Stücke temperamentgeladen und gefühlvoll.

Auf einen ersten Platz hatten die Drei schon während des Applauses gehofft, doch dass sie es gleich in den Landeswettbewerb schaffen würden, damit hatte keine von ihnen gerechnet. Er findet am Sonnabend, 8. März, in der Bremer Musikschule, Schleswiger Straße, statt.

Am heutigen Montag findet ein Preisträgerkonzert von „Jugend musiziert“ in der Hochschule für Künste in der Bremer Dechanathstraße 13 bis15 statt. Beginn ist um 18 Uhr.

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