Polizei-Bühne macht Grundschüler auf Gefahren im Internet aufmerksam Puppen klären auf

Die Polizei-Puppenbühne gastierte auf Gut Sandbeck, um Grundschüler aus Neuenkirchen und der Kreisstadt über mögliche Gefahren im Internet zu informieren.
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Von Peter Otto

Die Polizei-Puppenbühne gastierte auf Gut Sandbeck, um Grundschüler aus Neuenkirchen und der Kreisstadt über mögliche Gefahren im Internet zu informieren.

Surfen im Internet, das können heutzutage schon die Grundschüler. Welche Gefahren aber dabei womöglich auf sie lauern und welche Probleme sich für sie ergeben können, darüber sind sich die Kinder oft noch nicht klar. Das war der Ansatzpunkt für die Mitglieder der Pädagogischen Puppenbühne (PäPP) der Polizeidirektion Oldenburg, ein Medienstück zu entwickeln, in dem die Gefahren im Internet altersgerecht aufgearbeitet werden. Das Puppenspiel der in Delmenhorst ansässigen Bühne heißt „Netz-Dschungel“; es wurde seit Mitte 2011 bereits 166 mal aufgeführt. 7615 Schüler haben es bislang gesehen.

Am Donnerstag und Freitag dieser Woche war die Puppenbühne in Osterholz-Scharmbeck zu Gast. In der großen Scheune auf Gut Sandbeck sahen 540 Schüler der dritten und vierten Klassen aus Osterholz-Scharmbeck und aus Neuenkirchen das Spiel. Axel Prigge aus dem Präventionsteam des Polizeikommissariats Osterholz hatte die Veranstaltung organisiert. Linda Bannach, Jutta Harz und Torsten Blume führten auf der Bühne die Puppen. Sie haben sich auch die Handlung ausgedacht. Als Prigge zu Beginn die Kinder fragte: „Wart ihr schon mal im Internet?“, da scholl ihm ein großer Chor entgegen: „Jaaa!“ Und als er dann noch wissen wollte: „Wer spielt gern am Computer?“ Da flogen alle Arme hoch.

Im Sog der virtuellen Welt

Die Schüler durften sich während der Aufführung durch Zwischenrufe am Spiel beteiligen. Auf der großen Bühne war eine kleine aufgebaut worden, in der die Internetfiguren auftraten. Daneben saß Linda Bannach, die „Basti“ führte. Der blonde Wuschelkopf war frustriert, langweilte sich und spielte im Internet. Er raste mit Sebastian Vettel über die Formel-1-Strecke, besiegte im Ritterspiel einen Drachen und begegnet beim Chatten „Trixi“, einer niedlichen Maus.

Allmählich und ohne es zu merken gab „Basti“ Vieles von sich preis: wie er heißt, wie alt er ist, wo er wohnt, was er gerne tut und seine Telefonnummer. Und wem auch immer er nun begegnete, wohin er beim Surfen auch gelangte, ob zum Südpol oder nach Afrika – alle wussten über ihn Bescheid. Schließlich bewegte er sich ja im weltweiten Netz, und da werden alle Daten gespeichert, auch das persönliche Foto. Und jeder kann es lesen und ansehen. Erst als sich die liebe Internetfreundin „Trixi“ in eine fiese, böse Ratte verwandelte, die „Basti“ bedrohte und zu erpressen versuchte, kriegte es der Junge mit der Angst zu tun und vertraute sich seiner Mutter an.

Das Netz sei ein undurchdringliches Dickicht von Verbindungen, in denen alles festgehalten wird, was wir je eingegeben haben, erklärte Axel Prigge am Schluss. Darum sollte man nie etwas Persönliches von sich ins Netz stellen. Denn jeder habe dann Zugriff darauf. In der kommenden Woche werden Prigge mit Andreas Reddig und Heino Vajen in die Grundschulklassen gehen und die Thematik nachbesprechen.

Nach der Aufführung wollten die Schüler noch Vieles über die Puppenbühne der Polizei wissen. Und die Spieler gaben bereitwillig Auskunft. Die drei Akteure haben nicht nur das Stück geschrieben, sie haben auch die Bühne und die Figuren entworfen und gebaut. Weil das Internet weltumspannend ist, haben sie verschiedene Tiere geschaffen wie eine Giraffe, eine Schlange, einen Papagei oder einen Pinguin. Sie stehen für die Länder und Kontinente, die ans Netz angeschlossen sind.

Die Vorbereitungen für das Stück „Netz-Dschungel“ dauerten ein halbes Jahr. Seit drei Jahren reisen die Puppenspieler durchs Land und wollen Kinder über die Gefahren im Internet aufklären. Und auf die Frage: „Seid ihr echte Polizisten?“ antworteten die Drei: „Ja, klar, natürlich. Aber wir gehen nicht mehr auf Streife. Wir wollen euch jetzt mit unseren Puppen auf die Gefahren aufmerksam machen, die im Internet lauern.“

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