Rätselhafter Wildfrevel bei Hambergen

Reh-Kitz verstümmelt und Kehle durchschnitten

Landkreis Osterholz. Die Polizei ist ratlos, und auch das Ehepaar Elke und Otto Korsvik weiß nicht, wer eine solche sinnlose Tat begeht: Sie haben am Montag in der Nähe ihres Hauses im Hamberger Ortsteil Paddewisch ein Rehkitz mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden.
25.02.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Horst Frey
Reh-Kitz verstümmelt und Kehle durchschnitten

Fassungslos stehen Otto und Elke Korsvik an der Stelle, wo sie das Rehkitz regelmäßig gefüttert und mit Heu versorgt hab

Frey

Landkreis Osterholz. Die Polizei ist ratlos, und auch das Ehepaar Elke und Otto Korsvik weiß nicht, wer eine solche sinnlose Tat begeht: Sie haben am Montag in der Nähe ihres Hauses im Hamberger Ortsteil Paddewisch ein Rehkitz mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Außerdem waren beide Vorderläufe abgetrennt und entfernt. Das Ehepaar hatte das Rehkitz eine Woche lang gefüttert.

'Alle Fragen sind noch offen', erklärte gestern der Hamberger Polizist Friedhelm Aschenbrenner, der den Fall bearbeitet. 'Wir können nur hoffen, dass jemand etwas beobachtet hat und sich meldet.' Es handelt sich bei dem Ort um eine Ansiedlung von etwa zehn Häusern, eine relativ abgelegene Gegend, in die sich normalerweise im Winter kein Fremder verirrt, ist sich der Polizist sicher. Auffallend sei, dass der unbekannte Täter dem Tier die Vorderläufe sauber abgetrennt hat. 'Auch der Schnitt durch die Kehle wurde sauber ausgeführt', so Aschenbrenner.

Er hat zur Beweissicherung Fotos von dem toten Tier gemacht, doch sie sind nicht zur Veröffentlichung geeignet. 'Die Aufnahmen sind nur eklig. Ich weiß wirklich nicht, wieso jemand so etwas macht', sagte der Polizist. Einen solchen Fall habe er noch nie erlebt. Zwar gab es vor Jahren den sogenannten Pferde-Ripper, doch das ist lange her. Der Täter wurde nie geschnappt. 'Man kann nun alle möglichen Theorien aufstellen, das führt aber nicht weiter', sagte Aschenbrenner. Nun ermittelt er wegen Jagdwilderei und Verstoßes gegen das Tierschutz-Gesetz.

Das Ehepaar Elke und Otto Korsvik hatte schon eine Woche vorher das Rehkitz verlassen und ausgehungert am Rand eines Waldweges in der Nähe ihreres Hauses in der Winterbergstraße in Paddewisch aufgefunden. Das Rehkitz mit dem dunkelgrauen Winterfell hat seine Mutter durch einen Verkehrsunfall verloren, teilte die Polizei mit. Ein Förster schätzte sein Alter auf acht Monate und habe ihr noch zu dem Fund gratuliert. sagte Elke Korsvik. 'Er meinte, das Tier hatte Glück, dass wir es aufpäppeln können. Und nun das! Da sorgt man für ein solch ausgehungertes Tier und irgendjemand bringt es dann um', empörte sie sich.

'Mein Mann war am Sonnabend vor einer Woche mit den Hunden draußen, da ist das Rehkitz plötzlich aus dem Gebüsch gesprungen. Nachmittags lag es wieder an der gleichen Stelle am Wegesrand in einem zugewachsenen Graben', berichtete sie. Sie habe den Jagdpächter informiert. 'Der hat gleich am Sonntag Futter gebracht. Wir haben das Rehkitz dann über die Woche regelmäßig weiter gefüttert - und es wurde immer zutraulicher.' Otto Korsvik war dann am Montagmorgen wieder an der Stelle, wo das Rehkitz üblicherweise seinen Lagerplatz hatte. 'Es hatte geschneit, ich komme zum Liegeplatz, es lag auch da, sah aber schon so komisch aus', berichtete der Mann. 'Ich komme näher und sehe dann das Elend - das war gar nicht schön', fuhr er fort. Er habe in seinem Leben schon viel gesehen, aber was er da am Montagmorgen vorgefunden hat, macht ihn wütend. 'Wir sind beide ratlos. Wie krank kann jemand sein, so etwas zu tun? Es ist so sinnlos.'

Auch er wundert sich, wie sauber die Gliedmaßen abgetrennt wurden. 'Da hat jemand gewusst, was er tat. Das waren keine dummen Jungen', ist er überzeugt. Ins Grübeln kommen beide bei dem Gedanken, dass sich zu dieser Jahreszeit normalerweise kein Fremder in diese Gegend kommt. 'Wir liegen hier ja mitten im Nirgendwo und der Waldweg wird eigentlich nur von Anliegern benutzt. Und hier haben doch alle Pferde, Gänse und Hühner. Die bangen doch nun alle um ihre Tiere.' Nun hoffen sie, dass jemand etwas beobachtet hat.

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