Müllgebühr bleibt stabil Run auf Biotonnen

Die Abfallservice Osterholz (Aso) leert immer mehr Mülltonnen. Das sorgt für höhere Erlöse. Daran sind vor allem auch Tonnen für Bioabfall beteiligt.
20.06.2018, 16:36
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Peter von Döllen

Landkreis Osterholz. Wilfried Pallasch (Bürgerfraktion) und Martin Kai Köpke (CDU) wissen, was noch vor einiger Zeit bei der Abfallbeseitigung im Landkreis Osterholz los war. „Es war alles andere als einfach“, sagte Köpke bei einer Sitzung des Kreisausschusses für Abfallwirtschaft. Doch nun sei alles anders. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Es war richtig, alles in die eigene Hand zu nehmen“, findet Pallasch. Den Weg hätten richtige Entscheidungen geebnet. Aber: „Die Bürger machen mit.“ Alle Zahnrädchen des Systems scheinen derzeit wie geschmiert zu laufen. Bernd Rugen (Linke) bezeichnete das System gar als Erfolgsmodell.

Zu dieser positiven Stimmung passten dann auch die Zahlen, die Dezernent Werner Schauer lieferte. Unter dem Strich blieb auch im Abrechnungsjahr 2017 Geld über. 12 000 Euro überweist der Abfall-Service Osterholz (Aso), an der der Landkreis zu 51 Prozent beteiligt ist. An den Gebühren will die Verwaltung deshalb nicht drehen. Sie bleiben wohl stabil.

Die Erträge sind laut Schauer gestiegen. Mit etwa 6,86 Millionen Euro lagen die Erlöse um rund 600 000 Euro höher als geplant. Schauer führt das hauptsächlich auf eine Zunahme der Leerungen zurück. Insbesondere beim Bioabfall sei eine Steigerung zu verzeichnen. „Die Bürger nehmen das Modell der Mülltrennung an“, sagte Schauer. Dadurch verringert sich der Restmüll. Schauer: "Es gibt einen Run auf die Biotonnen." Bioabfall könne günstiger entsorgt werden als Restmüll, was das Ergebnis entlastet. Die Abfallmenge pro Kopf sank hingegen.

Auch die Anlieferung von Rest- und Sperrmüll auf den Wertstoffhöfen fiel höher aus als erwartet. Dort wurde ein Erlös in Höhe von rund 153 000 Euro erzielt. Aso-Geschäftsführer Christoph von Schroetter ist mit der Entwicklung des Wertstoffhofs in Schwanewede zufrieden. "Aus unserer Sicht ist das eine gute Sache."

Die Gebühren sind nicht kostendeckend, erläuterte Schauer weiter. Deshalb bildet der Landkreis Rückstellungen, aus denen diese subventioniert werden. Aufgrund des guten Abschlusses mussten ihr nur 229 000 Euro entnommen werden. Zum Stichtag standen noch 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bestand mache weiter stabile Gebühren für die Bürger möglich, erklärte Schauer.

Zudem gibt es eine Rückstellung, die die Deponie Sandhausen finanziell absichert. Technisch verlaufe bei der Deponie alles, wie geplant, versicherte Christoph von Schroetter. Es entstehe kaum noch Gas. Von der Deponie gehe keine Gefahr aus. Die Rückstellungen seien vorsorglicher Natur. Insgesamt wurden die Rückstellungen um 192 000 Euro aufgestockt, den allgemeinen Rücklagen konnten 150 000 Euro zugeführt werden.

Die Grünen-Abgeordnete Dörte Gedat mahnte, die positive Entwicklung dürfe nicht dazu führen, dass die Anliefermenge und die damit steigenden Erlöse ins Visier genommen würden. Vielmehr käme es darauf an, die Abfallmenge zu reduzieren und die Recyclingquote zu erhöhen. Auch da wähnt sich der Landkreis auf einem guten Weg. Etwa ein Drittel des Abfalls werde verbrannt. Der Rest wird laut Abfallbilanz des Landkreises unterschiedlichen Wertstoffkreisläufen zugeführt. "Auf die gelben Säcke haben wir keinen Einfluss", fügte Christoph von Schroetter hinzu. Schauer deutete an, das der Spielraum für Verbesserungen genutzt werden könnte, etwa für längere Anlieferungszeiten.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+