Ehrungen für langjährige Arbeit im Gemeinderat / Fünf Kommunalpolitiker sind im neuen Rat nicht mehr dabei

Schulterklopfen in Axstedt

Axstedt. Kommunalpolitiker haben es nicht immer leicht. „Manche Bürger denken, dass sie ihr Amt hauptberuflich machen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock bei der letzten Ratssitzung in Axstedt in alter Besetzung.
26.10.2016, 00:00
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Von PETER VON DÖLLEN
Schulterklopfen in Axstedt

Gruppenfoto (v. l.): Udo Mester, Jürgen Witte, Christiane Eberlein, Friedhelm Lütjen, Jürgen Rhau, Wolfgang Tunnat, Jürgen Bleis, Reinhard Kock.

Peter von Döllen

Axstedt. Kommunalpolitiker haben es nicht immer leicht. „Manche Bürger denken, dass sie ihr Amt hauptberuflich machen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock bei der letzten Ratssitzung in Axstedt in alter Besetzung. Dem sei nicht so. Nebenbei sei die ehrenamtliche Arbeit aber auch nicht zu erledigen. Sie sei mit viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden. Am Montagabend war Kock als Vertreter des niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds nach Axstedt gekommen, um drei Ratsleute für langjährigen Einsatz in der Gemeinde zu ehren. „Mir gefällt, dass die Ratssitzung eigens für die Ehrung und Verabschiedung von Ratsmitgliedern angesetzt wurde“, sagte er. Udo Mester (SPD) sowie Jürgen Rhau und Wolfgang Tunnat (beide CDU) wurden für 20-jährigen Einsatz geehrt. Tunnat ist sogar schon etwas länger dabei.

Wie viel Respekt inzwischen in Axstedt herrscht, mag die lockere Stimmung und ein gegenseitiges Schulterklopfen aufzeigen. Neben Kock ergriffen unter anderem auch Bürgermeister Udo Mester, Verwaltungsvertreter Friedhelm Lütjen und Hartwig Klaus (CDU) das Wort. Sie lobten das transparente Vorgehen von Bürgermeister Udo Mester und den fairen Umgang untereinander. „Wir haben in den fünf Jahren 80 Beschlüsse gefasst. Nur fünf davon fielen nicht einstimmig“, bemerkte Mester.

Unter anderem konnten alle Schulden der Gemeinde abgetragen werden. Damit hatte Jürgen Rhau als Bürgermeister von 2001 bis 2011 begonnen. Ein weiteres Beispiel sei der Trägerwechsel beim Axstedter Kindergarten: Inzwischen wird er von den Gemeinden Axstedt, Holste und Lübberstedt gemeinsam betrieben. Nicht immer sei man einer Meinung gewesen, bemerkte Mester. Doch das gehöre zu einer gesunden Demokratie. Wichtig sei es, dass Kompromisse gefunden würden, denen alle Beteiligten zustimmen können.

Das war in Axstedt nicht immer so, wie Friedhelm Lütjen erinnerte. Erst 2004 war eine Aufbruchstimmung entstanden. Davor ging es in Axstedt offensichtlich turbulent zu. 2000 habe sich der Gemeinderat sogar einmal selber aufgelöst, berichtet Lütjen. Das sei rechtlich möglich; erlebt habe er das aber zuvor noch nicht. Für ein Jahr wurde ein neuer Rat gewählt. 2004 wurde Bürgermeister Erich Walter von seinen Ratskollegen abberufen. Jürgen Rhau übernahm. Udo Mester wurde vor fünf Jahren erstmals zum Bürgermeister gewählt. Mester hat die Chance, erneut Bürgermeister zu werden. Der Ehrenamtliche wird am 17. November durch den neuen Gemeinderat bestimmt.

Dem neuen Rat gehören Jürgen Rhau und Wolfgang Tunnat nicht mehr an. Auch Jürgen Bleis (CDU), Christiane Eberlein (SPD) und Jürgen Witte (UKA) werden dann nicht mehr in dem obersten Gemeindegremium sitzen. Mester dankte den fünf scheidenden Politikern für ihre Arbeit.

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